Sport unter Strom

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Der Mercedes-AMG GLE 53 setzt auf erste Elektrounterstützung mit Starter-Generator. Foto: Daimler AG/dpa-tmn
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Der Mercedes-AMG GLE 53 setzt auf erste Elektrounterstützung mit Starter-Generator. Foto: Daimler AG/dpa-tmn
Auch reine Sportwagenbauer wie Lamborghini setzen auf Hybridtechnik: Lamborghini Sián FKP 37. Foto: Lamborghini/dpa-tmn
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Auch reine Sportwagenbauer wie Lamborghini setzen auf Hybridtechnik: Lamborghini Sián FKP 37. Foto: Lamborghini/dpa-tmn
Mit dem One will Mercedes-AMG in einer Kleinserie Formel-1-Technik mit Hybrid-Modul auf die Straße bringen. Foto: Justin Leighton/Daimler AG/dpa-tmn
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Mit dem One will Mercedes-AMG in einer Kleinserie Formel-1-Technik mit Hybrid-Modul auf die Straße bringen. Foto: Justin Leighton/Daimler AG/dpa-tmn
Der BMW M8 bezieht seine 460 kW/625 PS durch reine Verbrenner-Kraft aus einem V8-Turbo. Foto: Daniel Kraus/BMW AG/dpa-tmn
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Der BMW M8 bezieht seine 460 kW/625 PS durch reine Verbrenner-Kraft aus einem V8-Turbo. Foto: Daniel Kraus/BMW AG/dpa-tmn
Der zusätzliche E-Motor im Audi RS7. Foto: Audi AG/dpa-tmn
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Der zusätzliche E-Motor im Audi RS7. Foto: Audi AG/dpa-tmn
Die Studie Vision M Next zeigt einen Sportwagen von BMW als Plug-in-Hybrid mit 441 kW/600 PS und einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Foto: BMW AG/dpa-tmn
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Die Studie Vision M Next zeigt einen Sportwagen von BMW als Plug-in-Hybrid mit 441 kW/600 PS und einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 100 Kilometern. Foto: BMW AG/dpa-tmn

In Zeiten strengerer CO2-Grenzwerte und größerer Klimasorgen führt kein Weg mehr an der Elektrifizierung vorbei. Trotzdem setzen die Autohersteller weiter auf Power.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Nicht nur die Sportwagenhersteller selbst beginnen schrittweise mit der Elektrifizierung ihrer Tiefflieger. Auch die Werkstuner drehen ihren Modellen zusehends mit elektrischer Unterstützung den Benzinhahn zu.

Dabei bewegen sie sich auf einem schmalen Grat, sagt Jan Burgard vom Strategieberater Berylls in München: Auf der einen Seite werde die Rolle der Werkstuner als Stimmungsmacher immer wichtiger. Denn während sich die Mutterhäuser einen vernünftigen Anstrich geben und auf die Emissionen achten, können sie weiterhin Emotionen liefern, die dann auf den gesamten Markenverbund abstrahlen.

Gas geben ohne schlechtes Gewissen

Weil die Stückzahlen klein sind, hält sich der negative Einfluss auf den Flottenverbrauch in Grenzen. "Und weil die Zahlungsbereitschaft der Kunden tendenziell größer ist, können sich die Hersteller den technischen Aufwand genau wie die Ausreißer in der Statistik gut bezahlen lassen", sagt der Experte. Doch auf der anderen Seite müssen auch sie ihren Beitrag zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks leisten und zugleich die gestiegenen Umweltansprüche einiger Kunden erfüllen: "Effizienz ist zu einem Hygienefaktor geworden und wer Gas gibt, will kein notorisch schlechtes Gewissen mehr haben."

Für den Mercedes-Ableger AMG, die M GmbH von BMW und für Audi Sport gibt es nicht einfach nur ein "Weiter so". "Wir stehen unter Strom und elektrifizieren schrittweise unser ganzes Portfolio," sagt deshalb Oliver Hoffmann. Er ist einer der beiden neuen Chefs bei Audi Sport und hat auf der IAA in Frankfurt (bis 22. September) gerade den 441 kW/600 PS starken RS7 enthüllt, mit dem in seiner Flotte der Mild-Hybrid-Einzug hält. Dort unterstützt ein E-Motor nur beim Anfahren und Beschleunigen. So soll er vor allem den Alltagsverbrauch senken, selbst wenn der RS7 keinen Meter elektrisch fahren kann. Doch das ist nur der Anfang, sagt Hoffmann.

Während er die Mild-Hybrid-Technik weiter ausrollen will, bestätigt er für das kommende Jahr den eng mit dem Porsche Taycan verwandten E-Tron GT als erstes rein elektrisches Auto bei Audi Sport, stellt mittelfristig Plug-in-Hybriden in Aussicht und will auch den Nachfolger des R8 unter Strom setzen. "Wir überlegen gerade intensiv, wie unser nächster Supersportwagen aussehen wird. Die Elektrifizierung spielt dabei eine wesentliche Rolle."

Die Zukunft wird immer elektrischer

Auch die BMW M GmbH bereitet sich auf die Zeit des Strippenziehens vor und legt bald dicke Stromkabel ins Auto. Ihre aktuellste Neuheit, der M8, erreicht seine 305 km/h Spitzentempo zwar noch mit einem konventionellen V8-Turbo von 460 kW/625 PS und die einzigen E-Motoren an Bord bewegen Sitze, Spiegel, Fenster oder Scheibenwischer.

Doch auf der IAA drehte sich im Rampenlicht schon die Vision M Next, die optisch an den seligen M1 erinnert und technisch in die Zukunft weist. Schließlich wird das Coupé angetrieben von einem Plug-in-Paket mit einem aufgeladenen Vierzylinder, je einem E-Motor pro Achse, einer Systemleistung von 441 kW/600 PS und einer rein elektrischen Reichweite von 100 Kilometern.

Natürlich ist das nur eine Studie, doch lässt der M-Chef Markus Flasch keinen Zweifel an der Richtung: "Wir arbeiten derzeit intensiv an der Elektrifizierung künftiger M-Modelle und suchen zum Beispiel nach passenden Hybrid-Lösungen, die unseren Kunden einen echten Mehrwert an Effizienz und Fahrdynamik bieten."

Sein Kollege Tobias Moers vom Mercedes-Ableger AMG sieht das nicht anders. Nicht nur, dass er gerade versucht, mit dem Project One zumindest in einer millionenschweren Kleinserie Formel-1-Technik auf die Straße zu bringen - samt deren Hybrid-Modul. Sondern auch die anderen Modelle werden schrittweise elektrifiziert: Genau wie beim Audi RS7 ist zumindest der elektrische Starter-Generator bei den 53er-Modellen etwa im neuen GLE mittlerweile Standard und wird über kurz oder lang auch in den anderen Baureihen Einzug halten.

Ab 2021, so hat es Moers kürzlich in einem Interview bestätigt, soll jedes neue Modell in irgendeiner Weise elektrifiziert sein.

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