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Näher als der Mond: Asteroiden schrammen an der Erde vorbei – So konnte man den Vorbeiflug beobachten

Gleich zwei kleine Asteroiden kommen der Erde näher als der Mond.
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Gleich zwei kleine Asteroiden kommen der Erde näher als der Mond.

Gleich zwei kleine Asteroiden kommen der Erde näher als der Mond. Den Vorbeiflug konnte man sogar beobachten.

  • Gleich zwei Asteroiden kommen der Erde näher als der Mond.
  • Von Asteroid (2020 UA) und Asteroid (2020 UY) geht keine Gefahr für die Erde aus.
  • Der Vorbeiflug der Asteroiden zeigt, warum Weltraumforschung wichtig ist.

Während die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ weit von der Erde entfernt den Asteroiden „Bennu“ unter die Lupe nimmt und Gesteinsproben sammelt, rasten in der Nacht (vom 20. auf 21. Oktober 2020) gleich zwei kleinere Asteroiden nah an der Erde vorbei. Beide befinden sich für kurze Zeit innerhalb des Mond-Erde-Systems, das heißt, die beiden Asteroiden kommen der Erde näher als der Mond. Beide Himmelskörper wurden erst vor wenigen Tagen entdeckt – und kommen der Erde nun sehr nahe.

Asteroid (2020 UA) nähert sich bis auf 41.000 Kilometer der Erde

Asteroid (2020 UA) ist der größere der beiden Asteroiden, die am frühen Morgen des 21. Oktober 2020 an der Erde vorbeischrammen. Er wird anhand der vorhanden Beobachtungsdaten auf eine Größe von etwa 5,8 bis 13 Meter geschätzt. Er wird in einer Entfernung von etwa 41.000 Kilometern und mit einer Geschwindigkeit von etwa 28.000 Kilometern pro Stunde an der Erde vorbeirasen. Das „Virtual Telescope“ wird den Vorbeiflug des Asteroiden live im Internet zeigen – eine Gefahr für die Erde besteht nicht.

Asteroid (2020 UY) kommt der Erde näher als der Mond

Doch dieser kosmische „Streifschuss“ war nicht der einzige, dem die Erde am 21. Oktober 2020 entging. Auch Asteroid (2020 UY) kam der Erde an diesem Tag für kurze Zeit näher als der Mond. Er ist der kleinere der beiden Asteroiden und wird auf eine Größe von etwa 4,1 bis 9,2 Meter geschätzt. Asteroid (2020 UY) hält deutlich mehr Abstand von der Erde: Er schrammt in einer Entfernung von etwa 350.000 Kilometern und mit einer Geschwindigkeit von etwa 25.000 Kilometern pro Stunde am blauen Planeten vorbei. Zum Vergleich: Der Mond ist im Durchschnitt etwa 384.400 Kilometer von der Erde entfernt.

Asteroiden sind eine Gefahr für die Erde – deshalb werden sie beobachtet

Asteroiden kommen der Erde regelmäßig recht nahe. Meist werden sie rechtzeitig entdeckt und man kann eine Kollisionsgefahr bereits im Vorfeld ausschließen. Manchmal jedoch werden Asteroiden, die der Erde bedrohlich nahe kommen, auch erst im Nachhinein entdeckt. Auch wenn die meisten dieser Asteroiden der Erde nicht gefährlich sind, kann trotzdem jederzeit ein Asteroid auf der Erde einschlagen – und dort für verheerende Schäden sorgen.

Das sogenannte „Tunguska-Ereignis“ im Juni 1908 in Sibirien ist eine Warnung: Damals entwurzelte ein mysteriöses Ereignis Bäume in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern. Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen Himmelskörper handelte – die neueste Theorie vermutet, dass ein Eisen-Asteroid die Erde geschrammt hat und dann wieder ins Sonnensystem entschwunden ist.

Gefährliche Asteroiden werden genau überwacht

Auch der Asteroid, dessen Einschlag vor 66 Millionen Jahren die Dinosaurier auslöschte, ist der Menschheit eine Warnung, dass Asteroiden gefährlich sind*. Deshalb gibt es auch zahlreiche automatisierte Teleskope, die jede Nacht auf die Suche nach Asteroiden gehen, die der Erde in Zukunft gefährlich werden könnten. Erst kürzlich wurde dabei der Asteroid (2020 TK5) entdeckt, der direkt auf die Liste der Objekte gewandert ist, die eine Wahrscheinlichkeit haben, in Zukunft auf der Erde einzuschlagen. Allerdings gibt es noch nicht viele Daten über diesen Asteroiden. Er wird nun von Teleskopen weiter beobachtet, um die Daten zu seiner Flugbahn zu verfeinern – und wird nach genaueren Berechnungen möglicherweise wieder von der Liste entfernt.

Sollte in Zukunft ein gefährlicher Asteroid tatsächlich auf Kollisionskurs zur Erde gehen, wollen die Raumfahrtorganisationen Nasa und Esa vorbereitet sein. Deshalb wird derzeit die Nasa-Mission „Osiris-Rex“ am Asteroiden „Bennu“ durchgeführt. Außerdem planen Nasa und Esa gemeinsam die Mission „AIDA“: Eine Nasa-Raumsonde soll einen kleinen Asteroiden aus seiner Bahn schubsen, eine Esa-Raumsonde soll anschließend Daten sammeln. So wollen Experten gewappnet sein, wenn eines Tages doch ein Asteroid wie „Apophis“* oder „Bennu“ der Erde gefährlich wird.

Kleiner Asteroid wird zum Mini-Mond der Erde

Es gibt jedoch auch einen anderen – recht kuriosen – Fall eines Himmelskörpers, der der Erde nahe kommt: Der Asteroid (2020 SO) kommt der Erde Mitte November so nah*, dass er von deren Schwerkraft eingefangen wird und einige Zeit als Mini-Mond um die Erde kreisen wird. Doch bei dem kleinen Asteroiden handelt es sich nach Einschätzung von Experten nicht um einen Steinbrocken – sondern sehr wahrscheinlich um eine ausrangierte Raketenstufe aus den 1960er Jahren. (Tanja Banner) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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