Meteorstrom

Sternschnuppen im Spätherbst: Das waren die Leoniden

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Auch im November kann man Sternschnuppen am Himmel sehen: Die Leoniden erreichen ihr Maximum in der Nacht vom 17. auf den 18. November.

Sternschnuppen kann man auch im November beobachten - wenn der Himmel klar ist. Die Leoniden haben ihr Maximum Mitte November erreicht.

  • Die Leoniden sind der größte Sternschnuppen-Regen im November.
  • Früher waren die Leoniden so aktiv, dass der November als Sternschnuppen-Monat galt.
  • Mittlerweile ist der Leoniden-Strom eher schwach, Experten rechnen mit 15 Sternschnuppen pro Stunde.

Das Wetter im November ist meist trüb und grau - aber wenn sich doch einmal ein klarer Himmel bietet, lohnt sich der Blick zum Himmel - vor allem bei Nacht. Und das nicht nur, weil sich langsam Wintersternbilder wie Orion zeigen, sondern auch, weil man im November und Dezember mit Sternschnuppen rechnen kann. Mitte November ist die Zeit der Leoniden. Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Sternschnuppen allgemein und die Leoniden im Speziellen.

Wie entstehen Sternschnuppen wie die Leoniden?

Sternschnuppen sind keine sterbenden Sterne, sondern kleine Staubkörnchen, die von Kometen hinterlassen wurden, die die Sonne umkreisen. Im Fall der Leoniden sind es Hinterlassenschaften des Kometen Tempel-Tuttle, die die Sternschnuppen auslösen. Kreuzt die Umlaufbahn der Erde eine solche Staubspur, können die Staubkörner in die Erdatmosphäre eintreten. Dort ionisieren die Staubkörnchen Luftteilchen und ziehen so eine mehr oder weniger helle und lange Leuchtspur über den Nachthimmel. Auch Feuerkugeln oder Feuerbälle - das sind besonders helle Sternschnuppen - können darunter sein.

Da die Erde immer wieder durch dieselben Staubspuren fliegt, treten viele Sternschnuppen-Ströme regelmäßig auf. Neben den Leoniden gehören auch die Perseiden (August), die Geminiden (Dezember) und die Lyriden (April) zu den bekannteren Meteorströmen.

Wieso heißt der Sternschnuppen-Strom im November Leoniden?

Die Sternschnuppen heißen so, weil ihr Ausgangspunkt (Radiant) im Sternbild Löwe (lateinisch Leo) zu liegen scheint. Auch die Radianten anderer Sternschnuppen-Ströme kann man von deren Namen ableiten: Perseiden strömen aus dem Sternbild Perseus, die Geminiden im Dezember aus dem Sternbild Zwillinge (Gemini) und die Lyriden aus der Leier (Lyra).

Wann kann man die Sternschnuppen der Leoniden sehen?

Die Leoniden fallen von Mitte bis Ende November, das Maximum wird in der Nacht vom 17. auf den 18. November erwartet. Die Leoniden sind sehr schnell, wenn sie in die Erdatmosphäre eindringen. Ihre Geschwindigkeit beträgt bis zu 72 Kilometer pro Sekunde, umgerechnet sind das 259.200 Kilometer pro Stunde. Die hohe Geschwindigkeit kommt unter anderem daher, dass die Staubteilchen sich in entgegengesetzter Richtung der Erde bewegen.

Was ist das Besondere an den Leoniden?

Früher waren die Leoniden ein auffälliger Sternschnuppen-Strom, weshalb der November als Sternschnuppen-Monat galt. Allerdings ist die Staubwolke, durch die die Erde fliegt, mittlerweile so weit verstreut, dass das Maximum der Leoniden nicht mehr besonders auffällig ist.

Alle 33 Jahre gibt es jedoch eine Besonderheit: Kreuzt die Erde die Flugbahn des Kometen Tempel-Tuttle, kurz nachdem der das innere Sonnensystem durchquert hat, steigt die Zahl der Sternschnuppen stark an. Es kann dann zu einem Sternschnuppen-Sturm mit bis zu mehreren tausend Sternschnuppen pro Stunde kommen. Das nächste Mal, dass das passieren dürfte, ist im Jahr 2032.

Wie viele Sternschnuppen kann man im November sehen?

Da die Leoniden mittlerweile nicht mehr so stark ausgeprägt sind, kann man auch nicht mit vielen Sternschnuppen rechnen. 2019 wird eine „Zenithal Hourly Rate“ (ZHR) von 15 Sternschnuppen erwartet. ZHR steht für die Anzahl der Sternschnuppen, die ein Beobachter innerhalb einer Stunde bei dunklem Himmel sehen kann, wenn der Radiant des Sternschnuppenstroms im Zenit steht.

Möglicherweise haben die Leoniden 2019 allerdings noch eine Überraschung parat: Astronomen haben berechnet, dass es möglicherweise am 16. November gegen 1.35 Uhr zu einem Ausbruch mit bis zu 27 Sternschnuppen pro Stunde kommen könnte.

Wie kann man die Sternschnuppen der Leoniden beobachten?

Die Leoniden sind am gesamten Nachthimmel unterwegs, sie scheinen aus dem Sternbild Löwe zu strömen. Das Sternbild geht gegen Mitternacht im Osten auf. Um die Sternschnuppen zu sehen, sollte man sich einen möglichst dunklen Ort - wenn möglich außerhalb des Lichts der Stadt - suchen. Ein Ort mit Rundum-Blick ist perfekt.

Eine spezielle Ausrüstung benötigt man nicht, um Sterne zu beobachten. In kalten Nächten empfiehlt sich jedoch passende Kleidung und eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk. Da man für die Sternschnuppen-Suche etwas Geduld benötigt, sollte man auch über einen Liegestuhl nachdenken.

Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde

Weitere Sternschnuppen-Ströme im November

Im November gibt es weitere - deutlich kleinere - Sternschnuppen-Ströme. Die Alpha-Monocerotiden fallen vom 15. bis 25. November mit einem Maximum von fünf Sternschnuppen pro Stunde am 22. November. Im Jahr 2019 rechnen Experten allerdings mit einer Besonderheit: Es könnten für kurze Zeit bis zu 1000 Sternschnuppen pro Stunde* fallen.

Die November-Orioniden sind vom 13. November bis zum 6. Dezember zu sehen, ihr Maximum erreichen sie mit einer ZHR von 3 am 28. November. Die Phoeniciden fallen vom 22. November bis 9. Dezember, ihr Maximum erreichen sie am 2. Dezember.

Sternschnuppen kann man zu jeder Jahreszeit sehen

Sternschnuppen kann man zu jeder Jahreszeit am Nachthimmel sehen. Im Winter gibt es beispielsweise die Geminiden* (Dezember), im Frühjahr unter anderem die Lyriden* (April). Im Sommer sind vor allem die Perseiden* (Juli/August) bekannt, in den Herbst fallen unter anderem die Orioniden* (Oktober).

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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