Energetisches Bauen gewinnt an Bedeutung

Wer sich mit der Beschaffung von Fenstern aus Holz beschäftigt, muss den sogenannten U-Wert beachten. Dieser gibt an, wie gut ein Fenster dämmt.

Für die kommenden fünf Jahre rückt das energetische Bauen vermehrt in den Fokus. Markante Wachstumsimpulse sind angesichts der ab 2016 eintretenden Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften insbesondere im Sektor der Neubauten für das 2015 zu erwarten.

Im Rahmen der Bautrendstudie 2015 von BauInfoConsult wird deutlich, welche Trends sich im Baugewerbe abzeichnen.

Im Wohnungsneubau sind die guten Ergebnisse nicht zu leugnen. Auch künftig werden zunehmende Fertigstellungen und Genehmigungen erwartet. Nicht weniger markant gestaltet sich die Entwicklung im Geschossbau. In Ballungsgebieten wie Berlin, München und Hamburg ist ein Nachlassen der Genehmigungszahlen nicht zu erwarten. Deutsche Bauunternehmen sind sich zu dem einig, dass das energetische Bauen an Bedeutung gewinnt. Die Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEv) erfordert bei künftigen Neubauten energieeffiziente Lösungen. Mit verschärften Vorschriften setzt die Regierung bei Primärenergiebedarf sowie Dämmung neue Maßstäbe. Ab 1. Januar 2016 • erhöhen sich die Anforderungen an den Primärenergiebedarf von Gebäuden um rund 25 Prozent • zudem steigen die Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle um rund 20 Prozent.

Auf der Internetpräsenz der Verbraucherzentrale NRW wird die Bedeutung der EnEv für Neubauten näher erläutert: „Sie zielt darauf ab, den Primärenergiebedarf zur Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung zu reduzieren. Die Betrachtung der Primärenergie bezieht zum einen die Endenergie mit ein, also die Energiemenge, die ins Haus geliefert wird. Zum anderen wird darin aber auch berücksichtigt, welcher Energieträger verwendet wird und welche Auswirkungen auf die Umwelt damit verbunden sind. Die Nutzung regenerativer Energien, zum Beispiel durch Solarkollektoren, bringt bei der Bilanzierung Vorteile gegenüber Öl, Gas oder Strom.“

Maßnahmen, Lösungen und Vorbilder Um die strengeren Standards beim Neubau einhalten zu können, müssen potenzielle Bauherren auf angemessene Maßnahmen zurückgreifen und beim Bezug von Baumaterial darauf achten, dass diese den modernsten energetischen Standards entsprechen. Vom verwendeten Dämmmaterial über kontrollierte Belüftungssysteme bis hin zu den eingesetzten Fenstern müssen sämtliche Elemente auf das energetische Ziel abgestimmt werden. Dabei müssen sich Bauherren mit den unterschiedlichsten Lösungen und Materialeigenschaften auseinandersetzen. Wer sich beispielsweise mit der Beschaffung von Fenstern aus Holz bei Fensterbau-Unternehmen wie Sorpetaler beschäftigt, muss den sogenannten U-Wert beachten. Dieser „Wärmedurchgangskoeffizient“ gibt an, wie gut ein Fenster dämmt. Die Vermeidung von Wärmebrücken ist beim energetischen Bauen nicht weniger ausschlaggebend, um die gewünschte Energiebilanz zu erreichen.

Grundsätzlich hat die Einhaltung von Bestimmungen und Werten oberste Priorität, um der Energieeinsparverordnung gerecht zu werden und am Ende kein bautechnisch überholtes Gebäude zu besitzen. Dieses Risiko besteht sobald sich Bauherren auf veraltete Bestimmungen konzentrieren, statt die künftig gültigen Standards als Richtlinie anzuerkennen. Ziel muss es in den nächsten Jahren sein ein energetisches Konzept zu entwickeln, das nicht nur den Energiebedarf auf ein Minimum reduziert, sondern auch Lösungen zum Produzieren der benötigten Energie bereithält. Das Umweltbundesamt macht es vor: Am Standort in Berlin-Marienfelde begann 2009 die Bauphase für ein innovatives Bürogebäude, das sowohl Energiesparen als auch die Selbstversorgung in den Mittelpunkt rückt. Anfang 2015 wurde die Immobilie mit dem „Gold“ Zertifikat prämiert, welches auf einem strengen Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen basiert. Im Video wird das ambitionierte Vorhaben präsentiert.

Weitere Informationen zum Bürogebäude „Haus 2019“ stehen unter umweltbundesamt.de zur Verfügung. Lösungen für Barrierefreiheit Neben der Energieeffizienz stellt die Barrierefreiheit einen Trend dar. Die Gestaltung von barrierefreien Wohnlandschaften spielt künftig aufgrund der kontinuierlich wachsenden Seniorenanzahl eine große Rolle. Der demografische Wandel schreitet allerdings so schnell foran, dass die Branche das Tempo derzeit nicht halten kann. Unternehmen arbeiten jedoch mit Nachdruck an der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für Bestandsgebäude sowie Neubauten. Daneben steigt die Nachfrage nach barrierefreien Bungalows, die besonders für die ältere Gesellschaftsschicht attraktiv sind.

Apps und BIM Die Entwicklung von Apps ist in der Baubranche laut Bautrendstudie zwar auf dem Vormarsch, die Nutzung allerdings noch stark beschränkt. Während die Hersteller der Baubranche Apps bereitstellen, um den Kundenservice auszubauen, hält sich die Verwendung im Alltag bei Planern und verarbeitenden Betrieben des Baus bislang stark in Grenzen. Vielversprechender scheint das Building Information Modelling (BIM) zu sein. Mit Hilfe der Computersoftware soll die Gebäudedatenmodellierung optimiert werden. Ziel der Software ist das vernetzte Planen von Bauprojekten und dessen Umsetzung. Im Vergleich zu Nachbarländern wird BIM innerhalb Deutschlands relativ verhalten genutzt. Die angestrebte Bandbreite hinsichtlich des umfangreichen Austauschs bei Erstellung und Planung wird vom System bisher nicht erfüllt, weshalb es bis zum flächendeckenden Einsatz dauern kann.

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