Gabriel will Förderkosten für neue Erzeugungsanlagen senken

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Im Zuge einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG, will Sigmar Gabriel (SPD) die Förderkosten für neue Erzeugungsanlagen merklich senken. Der Bundeswirtschaftsminister gab bekannt, dass der jährliche Photovoltaik-Zubau von 3.500 Megawatt auf 2.500 Megawatt gesenkt werden soll. 2015 soll die Einspeisevergütung für Strom aus Windenergie, Photovoltaik- und Biogasanlagen von bisher durchschnittlich 17 Cent pro Kilowattstunde auf 12 Cent reduziert werden.

Aus einem Entwurf eines Eckpunktepapiers von Gabriel gehen diese Angaben hervor. Schon am 22. Januar könnte dieses Vorhaben bei der Kabinettsklausur in Meseberg beschlossene Sache sein. Eine Erhöhung des Ökostrom-Anteils von aktuell 25 auf bis zu 45 Prozent im Jahr 2025 sei das Ziel der Bundesregierung. Dabei sollen die Kosten deutlich geringer ausfallen.

Photovoltaik - Förderungsumstellung auf Ausschreibungen

Photovoltaik - Förderungsumstellung auf Ausschreibungen Über Entwicklungen im Bereich Photovoltaikanlagen und andere moderne Erzeugungsanlagen wird regelmäßig berichtet. Das innovationsmagazin von Siemens Österreich beispielsweise informiert über neueste hitech Aktivitäten im Bereich Energie und gibt Verbrauchern und Unternehmen Auskunft über aktuelle Veränderungen des Marktes. Im Zuge von Gabriels Vorhaben könnte die Förderung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen schon bald vollständig auf Ausschreibungen umgestellt werden. Ab 2017 könnte die neue Regelung bereits in Kraft treten. Die Grundlagen dazu sollen im neuen EEG entwickelt werden. Dort sollen die Regelungen für ein Ausschreibungsmodell integriert sein. Diese würden für Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit einer jährlich installierten Leistung von 400 Megawatt gelten.

Ab 2017 Ausschreibungen - Ab 2015 Direktvermarktung verpflichtend

Es ist geplant, dass im Gesetz der Ausbaukorridor für erneuerbare Energien verbindlich festgelegt wird. Auch die technologiespezifische Ausgestaltung der Instrumente zur wirksamen Steuerung des Ausbaus befindet sich in Planung. Der Bundeswirtschaftsminister will den Fokus des Ausbaus von erneuerbaren Energien auf kostengünstige Technologien lenken und bestehende Überförderungen auflösen. Außerdem sei eine durchgehend degressive Ausgestaltung der Förderung sowie die Streichung von Boni das Ziel. Geplant ist die Förderhöhe ab 2017 über Ausschreibung zu ermitteln und zur optimierten Marktintegration der Erneuerbaren eine Direktvermarktung einzuführen, die verpflichtend sei. Ab einer Leistung von 500 kW sollen sämtliche Neuanlagen den EEG-Strom direkt vermarkten. Diese Neuerung ist ab 2015 geplant. Gestaffelt sollen alle Neuanlagen mit über 250 kW ab 2016 und Neuanlagen ab 100 kW ab 2017 folgen. Um die Marktintegration zu fördern, sollen neue Anlagen fernsteuerbar sein. Außerdem sollen Vergütungen eingepreist werden und Managementprämien entfallen.

EEG-Umlage für solare Eigenstromerzeugung

Zwar habe sich die Solarstrom-Förderung bewährt, doch der Eigenverbrauch der Solarstromanlagen würde die Wirtschaftlichkeit dessen maßgeblich beeinflusst. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Beteiligung der vollständigen Eigenstromerzeugung an der EEG-Umlage in Planung. Für bestehende Anlagen würde der Vertrauensschutz gewährleistet und eine Bagatellgrenze für kleine Anlagen eingeführt werden.

1. August 2014 - Kommt neues EEG?

Die Verabschiedung der EEG-Novelle ist für das erste Halbjahr 2014 vorgesehen. Beschlossen werden soll der Gesetzesentwurf von der Bundesregierung im Kabinett am 9. April. Für Mai und Juni ist die Beratung des Gesetzentwurfs im Bundestag festgesetzt. Ein Inkrafttreten könnte bereits am 1. August 2014 folgen

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