Zu viel Bürokratie?

Ifo-Institut kritisiert „Antragsdschungel“ bei Grundsicherung – Experten machen einen Vorschlag

Die Verwaltungskosten bei Rückforderungen zu viel überwiesener Hartz-IV-Leistungen sind enorm hoch. Foto: Ralf Hirschberger/zb/dpa
+
Das System der Grundsicherung und Sozialhilfen sei viel zu kompliziert, so einer der Kritikpunkte.

Ist das System der Grundsicherung und Sozialhilfen zu kompliziert? Experten fürchten, dass viele Berechtigte im „Antragsdschungel“ abgeschreckt werden und erklären, wie es besser ginge.

Der Ifo-Forscher Andreas Peichl hat einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge das System der Grundsicherung und Sozialhilfen als viel zu kompliziert kritisiert und eine radikale Reform gefordert. „Wir haben dazu rund 175 verschiedene Bestimmungen, das versteht keiner mehr“, sagte der Volkswirtschaftsprofessor am Mittwoch (5. Mai) laut dpa in München. Der „Staat spart zwischen 6 und 10 Milliarden Euro im Jahr, weil Berechtigte im Antragsdschungel abgeschreckt werden und ihre Ansprüche nicht geltend machen“.

Hartz IV: System der Grundsicherung und Sozialhilfen zu kompliziert?

Durch die Streichung staatlicher Leistungen hätten manche Empfänger* netto sogar weniger, wenn sie etwas hinzuverdienten: „Das ist völlig absurd“, kritisierte der Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik dpa zufolge. „Arbeitsagentur, Jugendamt, Wohnungsamt legen unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Kriterien an, was zum Einkommen zählt. Da fehlt es an Abstimmung.“

Lesen Sie zudem: Arbeitslosigkeit zählt für die Rente – unter einer wichtigen Bedingung

Ifo-Institut: Experten-Vorschlag für weniger Bürokratie

Peichl schlug laut dpa vor, die Einkommens- und Vermögensprüfung zu automatisieren, zum Beispiel über Abfragen beim Finanzamt und bei der Arbeitsagentur: „Das könnte sehr viel Bürokratie einsparen.“ Berechtigte müssten dann nur noch erklären, dass ihr Vermögen nicht über einer bestimmten Summe liegt, heißt es in dem Bericht. So wären Bescheide über 200 Seiten überflüssig, die bislang von den Behörden erstellt und geprüft werden mussten.

Die Stiftung Grundeinkommen hatte beim Ifo-Institut eine Studie zur Grundsicherung in Auftrag gegeben, wie dpa schilderte, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Mehr zu der Studie erfahren Interessierte hier. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant: Kinderbonus und Corona-Zuschlag: So viel Geld gibt es jetzt ab Mai

Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare