Indexmodell gestorben?

Rundfunkbeitrag wird steigen – doch ARD, ZDF und Co. haben Nachsehen

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Eine bevorstehende Erhöhung des Rundfunkbeitrags erhitzt die Gemüter.

Die KEF hat bereits vor einem Jahr empfohlen, den Rundfunkbeitrag etwas anzuheben. Zum Unmut vieler Deutscher. Wieso das Indexmodell aber jetzt gescheitert ist.

Schon seit einiger Zeit steht fest: Der Rundfunkbeitrag wird wohl ab 2021 erhöht werden. Zumindest wenn es nach einer Empfehlung der KEF geht, der Kontrollinstanz für die öffentlich-rechtlichen Sender. Deren Experten hatten in einem Entwurf vorgeschlagen, den Rundfunkbeitrag etwas anzuheben - von aktuell 17,50 auf 18,36 Euro. Ihr Gutachten soll schließlich den Anstalten und den Ländern vorgelegt werden.

Rundfunkbeitrag 2019: Steigt er bald auf 19,20 Euro im Monat?

Die endgültige Empfehlung, wie hoch der Beitrag ausfallen soll, wird allerdings erst nach der Anhörung der Sender verkündet. Allerdings hat die Vergangenheit bereits gezeigt, dass der tatsächliche Betrag kaum von der ursprünglichen Empfehlung abweicht. Bitter für ARD, ZDF & Co.: Diese hatten für die Beitragsperiode 2021 bis 2024 zusätzlich drei Milliarden Euro gefordert. Das ergibt einen angemeldeten Mehrbedarf von etwa 750 Millionen Euro pro Jahr! Das berichtet jetzt der Stern.

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Das würde wiederum bedeuten, dass die monatliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags deutlich heftiger ausgefallen wäre. So müssten Beitragszahler statt 17,50 Euro im Monat künftig 19,20 Euro zahlen. Aber auch das Indexmodell der Länder könnte mit der Empfehlung der KEF vom Tisch sein. Schließlich hatten erstere über eine automatische Erhöhung des Beitrags diskutiert - diese wäre ab 2023 an die Inflationsrate gekoppelt. Laut Stern hätte das zwei Vorteile: Einerseits müssten die Anstalten nicht mehr bei der KEF um Geld bitten - andererseits wäre ein solches Modell ein Selbstläufer, das Thema Rundfunkfinanzierung vom Tisch.

Automatische Erhöhung gescheitert? Doch Sender scheinen in Geldnot

Allerdings wurde Kritik laut, dass notwendige Reformen, die die Sender angestoßen hatten, durch die automatische Erhöhung des Rundfunkbeitrags wieder zu Grabe getragen würden. Doch Umstrukturierungen sind dringend nötig - schließlich steigt jährlich allein der Betrag, den ARD, ZDF & Co. für die (saftigen) Pensionsansprüche ihrer Mitarbeiter zur Seite legen müssen. Wie das Nachrichtenportal Stern weiter schreibt, sollen etwa 13,60 Euro von den jährlichen 210 Euro, die jeder deutsche Haushalt an Rundfunkbeitrag entrichten muss, im Pensionstopf landen. Doch auch das inhaltliche Angebot der Sender steht in der Kritik - für was die Anstalten noch alles (viel) Geld ausgeben, erfahren Sie hier.

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jp

Rundfunkbeitrag 2019: Alles Wissenswerte über Höhe, Umzug und Befreiung

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