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Affenpocken: Erster Fall in Deutschland - welche Symptome auftreten können

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Von: Katharina Bellgardt

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In Europa steigt die Zahl der Affenpocken-Infektionen. Mittlerweile gibt es auch Fälle in Deutschland. Das sind die Symptome der Virus-Krankheit.

Update vom 20. Mai, 12.29 Uhr: In Deutschland ist der erste Fall von Affenpocken bestätigt worden. Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag bei einem Patienten zweifelsfrei nachgewiesen. Der Patient habe die charakteristischen Hautveränderungen gezeigt. Doch wie gefährlich ist die Krankheit und ist sie gar tödlich?

Affenpocken: Symptome der Krankheit - Virus schon in Deutschland

[Erstmeldung] Hamm - Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt nach Corona vor einer neuen Virus-Erkrankung. In England häufen die Infektionen mit Affenpocken. Die Krankheit breitet sich besonders heftig bei Kindern und Jugendlichen aus. Der Verlauf der ausgebrochenen Krankheit ähnelt dem von humanen Pocken, sie wird eigentlich von Wildtieren übertragen.

Affenpocken auf dem Vormarsch: Fiese Virus-Erkrankung breitet sich in England aus

Affenpocken werden von infizierten Tieren auf den Menschen übertragen. Neben den namensgebenden Primaten können auch Eichhörnchen und Ratten an Affenpocken erkranken. Werden Menschen gebissen, haben sie Umgang mit den Tieren (etwa als Haustiere) oder kommen sie mit dem tierischen Blut, Sekreten oder Tröpfchen in Berührung, kann sich die Krankheit übertragen. Auch durch die Nahrung können sich Menschen anstecken, etwa wenn infiziertes Affenfleisch gegessen wird.

Das RKI warnt, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch steigt - ein möglicher Erklärungsansatz ist der nachlassende Pockenimpfschutz. Eigentlich grassieren die Affenpocken vor allem in Afrika und zwar mit teilweise erschreckender Entwicklung: In der Demokratischen Republik Kongo stieg die Infektion von Mensch zu Mensch von 30 Prozent in den 1980ern auf 73 Prozent (1997). Seit 2017 steigt die Anzahl an Affenpocken-Infektionen bei Nigeria-Rückkehrern.

Seit Anfang Mai steigt die Zahl der Affenpocken-Infektionen nun in Europa. In England wurde zunächst ein Fall nach einer Reise nach Nigeria diagnostiziert. Seitdem jedoch traten sechs weitere Fälle auf - ohne vorherige Reise und ohne Kontakt zu Erkrankten, die vorher in Afrika waren. Das RKI informiert, dass zwei der Fälle aus einer Familie stammen. Die vier anderen Erkrankten sind Männer, die Sex mit Männern haben. Die vier Männer haben sich - laut Informationen des RKI - in London infiziert. Bei zwei von ihnen ist keine Verbindung untereinander bekannt.

Affenpocken-Ausbruch in England: Diese Symptome hat die Krankheit

In der Regel verläuft die Krankheit etwas milder als normale Pocken, so das RKI. Langzeitfolgen wie Vernarbungen und in seltenen Fällen auch Erblindung sind möglich, ebenso gibt es seltene tödliche Verläufe. Die meisten Infizierten stecken sich innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen mit den Affenpocken an. Sie sind dann etwa zwei bis drei Wochen erkrankt und auch infektiös.

Die Krankheit äußert sich mit folgenden Symptomen:

Affenpocken treffen Nicht gegen Pocken Geimpfte deutlich schwerer als Geimpfte. Dadurch sind Kinder und Jugendliche durch die Krankheit stärker gefährdet. Die Symptome treten bei ihnen stärker auf und das Risiko für einen schweren Verlauf ist höher.

Die Krankheit wird von Mensch zu Mensch über Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Krusten übertragen. Affenpocken können demnach auch beim Sex übertragen werden. Das RKI rät vor allem Reiserückkehrern aus (West-)Afrika und Männern, die mit Männern geschlafen haben, direkt zum Arzt zu gehen, wenn sie ein ungewöhnliches Hautbild entwickeln.

Nur wenige Infektionen mit Affenpocken, oder? Deswegen warnt das RKI Ärzte in Deutschland

Derzeit sind in England zwar nur sieben Infektionen bekannt, jedoch ist das ein rasanter Anstieg. Zuvor - so ein Fachartikel der Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts von 2019 - waren nur drei Infektionen außerhalb Afrikas bekannt: 2003 in den USA und 2018 jeweils in Großbritannien und in Israel. Die Infektionen stammen vermutlich durch den Kontakt mit Nagetieren.

Durch die Fälle in Europa klärt das RKI nun gezielt Ärzte in Deutschland über die Erkrankung auf. Die weitere Ausbreitung der Affenpocken ist unklar - gerade die ungeklärten Infektionswege in England sind alarmierend.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Ein neuer Impfstoff gegen einen Herpesvirus geht in die erste Runde.

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