Erste Daten sind vielversprechend

Corona-Impfung für Kinder noch 2021? Erste Tests bei Hersteller Biontech/Pfizer gestartet

Aktuell werden Corona-Impfungen lediglich an Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren durchgeführt. Biontech/Pfizer hat nun mit Tests an Kindern begonnen.

Hamm - Die Marschroute zu Beginn der Corona-Pandemie war eindeutig. Die Risikogruppen sollten geschützt werden. Ähnliches gilt auch für die gestarteten Corona-Impfungen. Dass sich Kinder überhaupt mit dem Sars-CoV-2 infizieren würden, galt anfangs als unwahrscheinlich. Mittlerweile haben sich jedoch die Erkenntnisse geändert. Die Frage, ob auch die Kleinsten gegen Covid-19 geimpft werden sollten, muss neu gestellt werden. Erste Tests sind bereits angelaufen. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Seit Jahresbeginn laufen weltweit die Impfungen gegen das Coronavirus, mal schneller, mal langsamer. Besonders in NRW würden sie gebraucht, der Märkische Kreis ist aktuell Corona-Hotspot. Dass die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, AstraZeneca und Co. erst ab dem Alter von 18 beziehungsweise in Ausnahmefällen ab 16 Jahren zugelassen werden, galt lange nicht als problematisch. Nun jedoch wird immer häufiger von schwerwiegenden Krankheitsverläufen bei Kindern berichtet. Ein Impfstoff-Hersteller hat bereits reagiert.

Corona-Impfung für Kinder noch 2021? Studie von Biontech/Pfizer gestartet

Biontech und Pfizer haben Studien zur Wirksamkeit ihres Impfstoffs bei Kindern und Jugendlichen begonnen. Bislang ist die Corona-Impfung der Unternehmen lediglich und nur bedingt ab 16 Jahren zugelassen. Wie eine Biontech-Sprecherin jetzt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, werden künftig 2.259 Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren in die Studien einbezogen.

Demnach hätten die ersten jungen Probanden bereits am vergangenen Donnerstag die erste Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Während der Studie wird die Impfung auf Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität getestet. Erste Daten sollen vielversprechend sein und sehr bald veröffentlicht werden, heißt es. Sollten die Behörden grünes Licht für Corona-Impfungen für Kinder geben, könnte bald Impfstoff für die Jüngsten bereitgestellt werden. Damit ist allerdings erst zu Beginn des kommenden Jahres 2022 zu rechnen.

Corona-Impfung für Kinder: Herdenimmunität in Deutschland und viel Diskussionsstoff

Die Corona-Impfung für Kinder sorgt wie auch der Impfstoff von AstraZeneca für reichlich Diskussionsstoff. Von 83,2 Millionen Deutschen sind 85,4 Prozent 16 Jahre oder älter. Laut einer Umfrage der Robert-Koch-Instituts lehnen rund 20 Prozent der befragten Erwachsenen eine Impfung gegen das Coronavirus ab. Das galt bislang nicht als Problem, genüge doch eine Impfquote von 70 Prozent, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erzeugen. Dann allerdings folgte die ansteckendere Coronavirus-Mutante B.1.1.7.

Mutter und Kind warten daheim auf das Ergebnis von einem Corona-Selbsttest

Seitdem sind sich Experten sicher, dass eine Impfquote von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung nötig sei. Seit Februar steigt der Sieben-Tage-Inzidenzwert stetig an in beinahe allen Altersgruppen. Deutschland befindet sich inmitten der dritten Corona-Welle. Schnelltests können im Supermarkt für Jedermann erworben werden. Seit Beginn der Pandemie sind deutschlandweit elf Kinder und Jugendliche am Coronavirus gestorben.

Corona-Impfung für Kinder: Mutante könnte häufiger das PIMS-Syndrom auslösen

Tanja Brunnert, niedergelassene Ärztin und Sprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Niedersachsen, spricht sich deutlich für eine Corona-Impfung für Kinder aus. Zwar betonte sie gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Kinder seien deutlich weniger gefährdet für schwere Krankheitsverläufe. Sicherheit bestehe aber wegen der britischen Variante B.1.1.7. nicht. „So könnte womöglich etwas häufiger das PIMS-Syndrom bei Kindern auslöst werden, als durch den Ursprungstyp“, wird Tanja Brunnert zitiert.

Beim PIMS-Syndrom handelt es sich um das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome, eine Krankheit, die im Anschluss an eine Coronavirus-Infektion ausgelöst werden kann. Das Immunsystem reagiert über und löst in verschiedenen Bereichen des Körpers Entzündungen aus. Etwaige Untersuchungen sind noch im Gange, betonte Brunnert.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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