Probleme mit dem Zyklus

Wirkt sich Corona-Impfung auf die Menstruation aus? Ärzte rätseln

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff und Veränderungen der Menstruation? Viele Berichte im Netz weisen darauf hin.

Hamm - Impfungen - auch gegen das Coronavirus - haben Nebenwirkungen. Als „normal“ gelten grippeähnliche Symptome, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost. Sehr selten können schwere Folgen auftreten. So wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca mit Hirnvenenthrombosen in Verbindung gebracht. Im Zusammenhang mit dem Vakzin von Biontech kam es zu Fällen von Herzmuskelentzündungen. (News zum Coronavirus)

VakzinmRNA-Impfstoff
HerstellerBiontech, Moderna (derzeit zugelassen in Deutschland)
WirkweiseProtein aus RNA löst Immunreaktion aus

Nun tauchen im Internet vermehrt Berichte von Frauen auf, die über einen veränderten Monatszyklus im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff - also nach einer Dosis Biontech oder Moderna - berichten. Die Auswirkungen fallen demnach ganz unterschiedlich aus. Einige Frauen berichten von einem verfrühten Eisprung, andere von Zwischen- oder sehr starken Blutungen.

Probleme mit dem Zyklus: Wirkt sich Corona-Impfung auf die Menstruation aus?

Eine Dozentin der Universität von Illinois ist bereits Anfang des Jahres auf das Phänomen aufmerksam geworden und hat eine Studie gestartet. Ärzte rätseln: Wie plausibel ist ein Zusammenhang zwischen der Menstruation und der Impfung gegen das Coronavirus?

Der Virologe Professor Alexander Kekulé ging in der aktuellen Folge des NDR-Podcasts Kekulés Corona-Kompass auf das Thema ein. „Die Ärzte, die darüber nachdenken, welche Ursache das haben könnte, sind ein bisschen ratlos“, sagte er, nachdem eine Hörerin ihre eigenen Beobachtungen geschildert hatte. „Wir haben keine Idee, woran das liegen könnte.“

Es gelte nun herauszufinden: Ist das Symptom statistisch korreliert? Die Antwort darauf hält Alexander Kekulé für schwierig, „weil es natürlich viele, viele Frauen gibt, die immer mal wieder Zyklusstörungen haben.“ Ließe sich die Korrelation belegen, müsse man schauen: „Hat es irgendeinen echten kausalen Zusammenhang - und wenn es ein kausaler Zusammenhang ist, ist er dann bedenklich?“

Menstruation: Veränderungen nach der Corona-Impfung tauchen auf

Eine Theorie, wie es zu den Veränderungen der Regelblutung nach einer Corona-Impfung kommen könnte, spricht Alexander Kekulé an - auch Gynäkologen und andere Experten haben diese Überlegungen bereits geäußert: Könnte die Aufregung rund um die Corona-Impfung Einfluss auf die Periode haben? Alexander Kekulé hält das für unwahrscheinlich.

Der Virologe selbst legt sich nicht fest: „Ich bin an der Stelle völlig blank“, sagt Alexander Kekulé. Er und verweist darauf, dass die beschriebenen Veränderungen sehr unterschiedlich seien. „Es gibt Zyklus-Verlängerungen, Berichte von Zyklus-Verkürzungen, Berichte, dass die Beschwerden bei der Menstruation sich verstärken. Das sind gynäkologisch gesehen ganz unterschiedliche Dinge durch die gleichen Impfungen.“

Veränderung der Regelblutung nach Corona-Impfung: Studie zu weiblichen Hormonen

Bisher gebe es eine Studie, die untersuche, ob sich die klassischen weiblichen Hormone durch die Corona-Impfung verändern. „Auch im Zusammenhang mit diesen Nebenwirkungen, die beobachtet wurden“, erklärt der Virologe. Dabei sei herausgekommen, dass sich der Mittelwert der Standard-Hormone (Östrogene, Gestagene usw.) nicht verändere.

Frauen, die eine Veränderung des Zyklus bei sich feststellen, rät Alexander Kekulé, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Wichtig sei auch, dass solche Fälle als mögliche Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet würden. „Es ist notwendig, das weiter zu verfolgen.“

Bisher, so liest sich der Tenor im Netz, scheint es keine Hinweise darauf zu geben, dass die Störungen der Periode länger anhalten könnten oder Auswirkungen auf die Gesundheit oder gar die Fruchtbarkeit haben könnten. Wie Alexander Kekulé fordern auch andere Experten, die Fälle genau zu beobachten.

Schon sehr bald könnte ein digitaler Impfnachweis den gelben Impfausweis ablösen. Entsprechende Updates bzw. Anwendungen sind bereits in den Appstores verfügbar. Mit sinkender Inzidenz entfallen auch immer mehr Corona-Regeln. Bei immer weniger Gelegenheiten ist ein negatives Corona-Testergebnis Pflicht. Das hat Folgen: Die Preise für Selbsttests purzeln.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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