Wie im Film

Erster Mensch "eingefroren": Mediziner beleben Patienten wieder - nach eiskalter Transfusion

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Medizinischer Fortschritt zeigt sich auch durch immer ausgefeiltere OP-Methoden. Eine neue Technik erinnert an Science-Fiction-Filme. (Symbolbild)

Ein US-amerikanisches Medizinerteam entwickelt eine OP-Methode, die an Science-Fiction erinnert: Um den Patienten zu retten, wird der Körper "auf Eis gelegt".

Die Methode, die Professor Samuel Tisherman von der University of Maryland und sein Team seit Kurzem testen, nennt sich "Emergency preservation und resucitation" (EPR), zu deutsch so viel wie "Notfallkonservierung und Wiederbelebung". Das Verfahren soll den kurz bevorstehenden Tod eines Patienten für etwa zwei Stunden hinauszögern können - in dem er in eine Art Kälteschlaf versetzt wird.

Notfallpatienten werden in Kältestarre versetzt

Das Prinzip hinter EPR: Das Blut von Patienten wird durch kalte Salzlösung ausgetauscht. Infolge fällt die Körpertemperatur auf 10 bis 15 Grad Celsius ab, das Herz steht still, die Atmung und die Hirnaktivität setzen aus - der Patient fällt in eine Art Kältestarre. Der Definition zufolge sind die Patienten in diesem Stadium tot. Doch diese Zeit wird von den Ärzten genutzt, um lebensrettende Eingriffe durchzuführen - ohne die der Patient in kurzer Zeit versterben würde.

Eingesetzt werden soll die Technik bei schwerstverletzten Notfällen, wie das Portal New Scientist Professor Tisherman zitiert. Dazu zählen Menschen mit Schuss- oder Stichwunden und Herzstillstand. Infrage kommt sie zudem nur, wenn Patienten mehr als die Hälfte ihres Bluts verloren haben und deren Überlebenschance auf unter fünf Prozent gesunken ist. In diesen Fällen pumpen die Mediziner den Rest des Blutes ab und ersetzen es durch Salzlösung, um so Zeit für die operativen Eingriffe zu gewinnen, wie die Bild berichtete. Maximal zwei Stunden nach dem Eingriff würde der Patient Bluttransfusionen bekommen und wieder aufgewärmt werden, so Tisherman. Eine längere Kühlung würde zu schweren Schäden führen.

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"Wir versuchen, uns mehr Zeit zu verschaffen, um Leben zu retten"

Die "Emergency preservation und resucitation"-Technik zählt nicht zu den gängigen medizinischen Techniken, sie wird aktuell im Rahmen einer Studie getestet, die von der US Food and Drug Administration genehmigt wurde. Doch Studienleiter Tisherman hofft, Ende 2020 wissenschaftlich aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können, ob EPR verglichen mit anderen Notfallmaßnahmen bessere Überlebenschancen bedeutet.

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Falls das der Fall ist, könnte die EPR-Technik auch andernorts eingesetzt werden. Tisherman beschrieb den Fortschritt des Teams Anfang November 2019 auf einem Symposium in der New York Academy of Sciences. Wie viele Patienten bereits in den künstlichen Scheintod versetzt wurden und wie viele überlebt haben, ist nicht bekannt. "Ich möchte klarstellen, dass wir nicht versuchen, Menschen zum Saturn zu schicken", zitiert der NewScientist Tisherman: "Wir versuchen, uns mehr Zeit zu verschaffen, um Leben zu retten."  

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jg

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