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„Eine Rumpelkammer ist das Wichtigste“: Doch Psychologe stellt auch klar, dass Ordnung glücklich machen kann

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Von: Juliane Gutmann

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Aufräumen gilt als gutes Mittel, Ordnung in der Wohnung, aber auch im Kopf zu schaffen. Doch wie geht man am besten vor? Ein Psychologe gibt Antworten.

Sie leben nach dem Motto „Ordnung ist das halbe Leben“? Dann kommt Ihnen der aktuelle „Aufräum-Hype“ bestimmt entgegen. Nicht zuletzt durch Buchautorin und Lifestyle-Beraterin Marie Kondō hat das Aufräumen an Stellenwert gewonnen. Für manche ist es sogar zu einer Art Lieblingsbeschäftigung geworden. So besagt ein japanisches Sprichwort „Die Unordnung im Zimmer entspricht der Unordnung im Herzen“ – und diese kann durch Ausmisten und Aufräumen* schnell beseitigt werden, so die Annahme einiger selbsternannter Aufräum-Coaches.

Auch viele Psychologen beschäftigen sich mit dem Effekt, der Ordnung auf die menschliche Psyche hat. Dazu zählt der psychologische Psychotherapeut Ben Naoua. Er beantwortete im Welt-Interview, warum nicht jeder Bereich der Wohnung ordentlich sein muss.

In einem Wohnzimmer steht ein voller Schrank.
Ausmisten und neue Ordnung im Haushalt schaffen: Ein Unterfangen, das mit etwas Arbeit verbunden ist – aber mit Glücksgefühlen belohnt wird. © Christophe Gateau/dpa

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„Sie können einfach alles hineinschmeißen, und es ist in zehn Minuten aufgeräumt“

Naoua zufolge ist übertriebener Perfektionismus in der Haushaltsführung nicht unbedingt nötig. „Eine Rumpelkammer ist das Wichtigste in jeder Wohnung!“, sagt er im Interview mit Welt.de: „Sie können einfach alles hineinschmeißen, und es ist in zehn Minuten aufgeräumt. Das klingt vielleicht erst mal verkehrt, aber mit unserer Psyche ist das genauso. Es gibt die aufgeräumten Räume, die wir nach außen präsentieren. Und es gibt die unordentlichen Orte in unserem Unterbewusstsein: die bösen Anteile, unsere schwierigen Charakterzüge und Probleme“. Wenn jeder permanent diese Wesenszüge zeigen würde, wäre ein normales Zusammenleben nicht möglich, führt der Psychologe weiter aus. Man müsse nur wissen, dass es diese Kammer gibt – und solle sie einmal jährlich ausmisten.

Denn wer aufräumt, der führt auch einen Ordnungsprozess im Kopf herbei. „Durch das Aufräumen können wir auch wieder Ordnung in uns selbst schaffen“, so Ben Naoua. Auch Glücksgefühle können entstehen, wenn wir uns aufraffen und uns endlich an das Keller-Entrümpeln machen. Auch der sogenannte Flow-Effekt kann während des Aufräumens einsetzen. Nämlich dann, wenn man völlig vertieft ins Ordnungsschaffen die Zeit vergisst und ganz und gar in der Tätigkeit aufgeht. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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