Schilddrüsenunterfunktion erkennen

Ständig erschöpft? Welche Symptome auf das Hashimoto Syndrom hindeuten & welche Therapie Erfolg verspricht

Von der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto sind vor allem Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren betroffen.
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Von der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto sind vor allem Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren betroffen.

Hashimoto ist die häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion. Welche Symptome Sie zum Arzt führen sollten und wie die Diagnose Hashimoto gestellt wird, lesen Sie hier.

Müde, erschöpft, trockene Haut und Haare, starke Gewichtszunahme: Das sind einige der möglichen Symptome, die auf Hashimoto hinweisen. Die Schilddrüsenkrankheit betrifft vor allem Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Schätzungsweise vier von 1.000 Frauen und einer von 1.000 Männern erkranken an einer Hashimoto-Thyreoiditis, informiert das Portal Gesundheitsinformation.de weiter. Damit sei sie hierzulande der häufigste Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion.

Was ist das Hashimoto Syndrom?

Hashimoto (kurz für Hashimoto Thyreoiditis) ist eine Autoimmunkrankheit*. Bei Autoimmunerkrankungen wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper: Anstatt nur noch Bakterien, Viren und andere Bedrohungen abzuwehren, bildet es nun Antikörper gegen eigene Zellen. Bei Hashimoto produziert Ihr Immunsystem Abwehrstoffe gegen Schilddrüsenzellen und greift so Ihre Schilddrüse an. Dadurch entzündet sie sich.

Hashimoto Thyreoiditis: Mögliche Ursachen im Überblick

Genau geklärt sind die Ursachen der Krankheit noch nicht. Wissenschaftler haben erkannt, dass es eine genetische Veranlagung zum Hashimoto Syndrom gibt. Aber auch wenn Sie so veranlagt sind, muss die Krankheit bei Ihnen nicht ausbrechen. Bisher bekannte Auslöser für einen Ausbruch sind:

  • starke hormonelle Schwankungen, z.B. in den Wechseljahren oder der Pubertät
  • Stress
  • Krankheiten oder Infektionen
  • Alkoholkonsum und Rauchen
  • hohe Jodzufuhr (zum Beispiel Jodtabletten, sehr jodreiche Ernährung)

Was Hashimoto im Körper auslöst

Die Krankheit verläuft meistens langsam und zunächst unerkannt. Die chronische Entzündung zerstört in vielen Fällen nach und nach die Schilddrüse. So kann Ihr Körper nicht mehr die nötigen Schilddrüsenhormone produzieren – das wird auch Schilddrüsenunterfunktion genannt.

Symptome, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen

  • Müdigkeit
  • Verstopfung
  • trockene Haare und Haut
  • Schlafstörungen
  • starke Gewichtszunahme bei gleicher Diät
  • Depression

Habe ich Hashimoto? Die Diagnose

Um Hashimoto festzustellen, lässt der Arzt Ihre Blutprobe auf bestimmte Antikörper testen. Falls die Antikörper, die auf die Schilddrüse reagieren, vorhanden sind, erfolgt eine Ultraschalluntersuchung. Hier kann der Arzt erkennen, ob Ihre Schilddrüse verkleinert oder vergrößert ist und so die genaue Autoimmunkrankheit diagnostizieren.

Sie haben Hashimoto? Hier lesen Sie, worauf es bei Ihnen bezüglich Corona-Schutz ankommt*

Hashimoto: Therapie und Linderung

Leider ist die Schilddrüsenentzündung chronisch, eine Therapie der Autoimmunerkrankung gibt es (noch) nicht. Mit der richtigen Medikation können bei den meisten Erkrankten aber die Symptome gelindert werden. Dafür wird Ihnen L-Thyroxin verschrieben. Das Medikament ersetzt die körpereigenen Schilddrüsenhormone und muss lebenslang eingenommen werden.

Anfangs dauert es eine Weile, bis die richtige Dosis ermittelt ist. Nehmen Sie das Medikament unbedingt morgens auf nüchternen Magen und essen und trinken Sie auch in der halben Stunde danach nichts. In der Schwangerschaft muss die Dosis in Absprache mit dem Arzt oft erhöht werden.

Zusätzlich empfehlen Ihnen Ärzte besonders auf eine gesunde und ausgeglichene Ernährung und genügend Bewegung zu achten. Ein Ernährungsberater kann Ihnen dabei behilflich sein.

Jod ist übrigens nicht nur ein möglicher Auslöser der Entzündung, es kann auch im Verlauf der Erkrankung diese verschlimmern. Vermeiden Sie deswegen Jodtabletten und eine besonders jodreiche Ernährung, außer sie wurde Ihnen ärztlich verschrieben.

(Sofia Wrede) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.hashimoto-thyreoiditis.de/symptome/; https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/; https://www.gesundheitsinformation.de/

Weiterlesen: Herzrasen bis Bluthochdruck: Diese Symptome sprechen für Schilddrüsenüberfunktion

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