Schutz vor Corona

Herdenimmunität: Lange hieß es, 60 Prozent Geimpfte sind nötig, jetzt plötzlich 80 Prozent – Warum das neue Ziel?

Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer die Chance auf eine sogenannte Herdenimmunität. Das Robert Koch-Institut hat das Ziel jetzt nach oben korrigiert.

Berlin - Das neu erklärte Ziel in Hinblick auf die Impfquote beziehungsweise den Anteil der Genesenen: 80 Prozent. Dieser Prozentsatz der deutschen Bevölkerung muss gegen Corona immunisiert sein, um eine Herdenimmunität zu erreichen, so Professor Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Bis man weitgehend auf Corona-Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen, wird Wieler von der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitiert.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass ein Anteil von 60 bis 70 Prozent gegen Corona immunisierte Menschen ausreicht, um die sogenannte Herdenimmunität* zu erreichen. Der Begriff bezieht sich auf den Schutz des Einzelnen und der Gemeinschaft vor ansteckenden Krankheiten. Wie das Portal impfen-info im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, trägt der eigene Impfschutz gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei. Ließen sich ausreichend viele Menschen impfen, so könnten einige Krankheiten sogar ganz ausgerottet werden, heißt es weiter. Vor allem in Hinblick auf Menschen, die sich nicht impfen lassen können wie etwa Babys, sei der Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) durch ausreichend Impfungen wichtig.

Sind 80 Prozent der Bevölkerung gegen Corona immun, ist wieder ein Leben ohne strenge Corona-Maßnahmen möglich, so das Robert Koch-Institut.

Herdenimmunität in Großbritannien fast erreicht durch Impfkampagne

Dass der Zielwert für die Herdenimmunität in Hinblick auf Corona nach oben korrigiert wurde, liege in erster Linie an der neu aufgetretenen Virus-Variante B.1.1.7, so Wieler. Diese sei weitaus ansteckender als die vor ihr in Deutschland grassierenden Varianten. So heißt es vonseiten der Pharmazeutischen Zeitung, dass der R-Wert bei der neuen Variante bei vier liegt. Das heißt, ein mit Coronaviren Infizierter steckt im Schnitt vier weitere Menschen mit dem Virus an. Die vorher kursierenden Varianten hatten einen R-Wert von etwa Drei, so die PZ. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO gebe inzwischen 80 Prozent als Zielwert für die Herdenimmunität an, so RKI-Präsident Wieler der Pharmazeutischen Zeitung zufolge.

Ein Ziel, das nicht unerreichbar ist. So vermeldete Großbritannien Ende April 2021, das Land sei mit „knapp 70 Prozent Antikörper bei Erwachsenen“ dicht an der Herdenimmunität, wie die Ärzte-Zeitung informiert. Einer der Hauptgründe für diese positive Entwicklung sei dem Office for National Statistics (ONS) zufolge „der große Erfolg der Impfkampagne“. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.impfen-info.de/wissenswertes/

Weiterlesen: Antikörper gegen Coronavirus: So bekämpft unser Körper gefährliche Erreger.

Alltagsmasken und die Materialfrage

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