T-Zellen

"Vollkommen neues Feld eröffnet": Forscher macht bahnbrechende Entdeckung für Krebstherapie

Die Entdeckung der T-Zellen können auf der Krebstherapie neue Wege öffnen.
+
Die Entdeckung der T-Zellen können auf der Krebstherapie neue Wege öffnen. (Symbolbild)

Ein japanischer Immunologe wird im März für eine Entdeckung geehrt, die unter anderem für die Krebstherapie bahnbrechend sein könnte. Das Stichwort lautet: T-Zellen.

  • Am 14. März 2020 erhält der japanische Immunologe Shimon Sakaguchi den renommierten Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis, einer der wichtigsten Preise für medizinische Grundlagenforschung.
  • Die Auszeichnung bekommt er für die Entdeckung der sogenannten regulatorischen T-Zellen.
  • Diese könnten sich als wegweisend für die Therapie von Krebs und Autoimmunkrankheiten erweisen.

Wenn das Immunsystem den eigenen Körper angreift: T-Zellen fungieren als "Selbstkontrolle"

Wichtig für unsere Gesundheit ist, dass unser Immunsystem richtig funktioniert. Die regulatorischen T-Zellen (Treg), die der japanische Immunologe Shimon Sakaguchi entdeckte, tragen dazu einen wesentlichen Teil bei.

Sie verhindern, dass das Immunsystem übermäßig reagiert und halten die sogenannte Selbsttoleranz aufrecht. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit des Immunsystems, zu erkennen, was zum Körper gehört und was fremd ist. Ohne die T-Zellen würde der Körper gesunde Zellen angreifen, weil er nicht mehr zwischen guten Zellen und Eindringlingen unterscheiden könnte, selbst ein heranwachsendes Kind würde im Mutterleib abgestoßen werden. Ist die Funktion der Treg-Zellen gestört, kommt es zu Autoimmunerkrankungen wie Typ 1-Diabetes, Multiple Sklerose oder Rheuma.

Lange Zeit galt unter Forschern die Meinung, dass über die Selbsttoleranz ausschließlich im Thymus, einem Organ hinter dem Brustbein entschieden wird. Treg-Zellen spielten in diesen Überlegungen keine Rolle, die Lehrmeinung war, dass Zellen außerhalb dieses Organs nicht nötig seien.

Auch interessant: Wenn Sie diese Symptome an sich beobachten, ist Ihre Bauchspeicheldrüse in Gefahr.

T-Zellen: Neue Therapiemöglichkeiten für Krebs und Autoimmunkrankheiten

Den Paul-Ehrlich-und-Ludwig Darmstaedter-Preis erhält Sakaguchi deshalb auch aufgrund seiner Beharrlichkeit, mit der er seine Forschung an der Osaka-Universität vorantrieb. "Er hat damit ein vollkommen neues Feld eröffnet", sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Boehm laut dem Rundfunkproduzenten Deutsche Welle. "Die regulatorischen T-Zellen sind dazu da, die im Körper zirkulierenden Killerzellen in Schach zu halten."

Sakaguchi hat als Erster die molekulare Basis und Funktion der T-Zellen bestimmt. Durch eine weitere Erforschung der Treg-Zellen könnten sich neue Therapiemöglichkeiten ergeben. "Bei den Autoimmunerkrankungen ist es vor allem der Diabetes, der im Fokus steht, bei Tumorerkrankungen sind es solche, die sich immunologisch beeinflussen lassen", so Boehm. Mithilfe der Zellen könnten die meisten Krebsarten effektiver bekämpft werden.

Lesen Sie auch: Analkrebs: Diese sieben Anzeichen sollten Sie auf keinen Fall ignorieren.

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare