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Pollenflug: Deshalb haben es Allergiker aktuell besonders schwer

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Ein trockener Frühling, wenig Regen - Pollen machen Allergikern aktuell schwer zu schaffen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum dieses Jahr so heftig ist.

Hamm - Das Frühjahr 2022 ist trocken - auch in NRW. Neben der Natur würden sich auch Pollenallergiker über Regen freuen. Viele von ihnen könnten dann besser durchatmen und fühlten sich wohler. Aber die geringen Regenmengen in vielen Regionen Deutschlands sind laut einem Experten nicht das einzige Problem dieses Jahr.

JahreszeitFrühling
DatumSonntag, 20. März, bis Dienstag, 21. Juni 2022

Pollen: Allergiker leiden unter Trockenheit

Die Lage ist unschön: Für manche Pollenallergiker in Deutschland könnte der Frühling dieses Jahr mehr Beschwerden mit sich bringen als sonst. Durch die Trockenheit in vielen Regionen - auch in Nordrhein-Westfalen - würden Pollen nicht aus der Luft gewaschen, sagte der Landschaftsökologe Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin auf Anfrage.

„Wenn der Regen ausbleibt, haben wir eine sehr pollenreiche Luft. Auch zu Boden gefallene Pollen können bei Trockenheit wieder aufgewirbelt werden. Für Allergiker bedeutet das, dass Entlastungstage mit geringerer Pollenkonzentration fehlen.“

Allergiker wissen es: Wenn es im Frühjahr regnet, reinigt dies normalerweise erst einmal die Luft von Pollen, sodass sie dann zum Beispiel bedenkenlos lüften können. Ein regenreiches oder eher durchwachsenes Wetter im Frühjahr kann Beschwerden abmildern.

Pollenflug: Nicht nur Trockenheit ein Problem für Allergiker - es ist ein Mastjahr

In diesem Frühjahr liegt das Problem laut Werchan aber nicht nur in der Trockenheit: Manche Baumarten hätten ein Mastjahr, in dem sie besonders viele Früchte trügen. Vorher gebe es einen überdurchschnittlich ausgeprägten Pollenflug. „Eiche und Buche haben in vielen Regionen eine starke Saison“, sagte Werchan. Viele Menschen, die auf Birkenpollen allergisch sind, reagierten im Rahmen einer Kreuzallergie auch darauf.

Auch die Eschen hatten dem Experten zufolge eine starke Saison, Birke und Erle hingegen weniger. Aktuell gehe der Flug der Gräserpollen hierzulande los: „Die Werte gehen jetzt lokal in eine mäßige, teils auch schon hohe Belastung.“ Die Stiftung gibt unter anderem wöchentliche Vorhersagen zum Pollenflug heraus.

Pollen-Problem für Allergiker in 2022 besonders ausgeprägt

Bei den gelben Schleiern, die man derzeit auf Autos oder Gartenmöbeln kaum übersehen kann, müssen sich Allergiker hingegen keine Gedanken machen, wie Werchan schildert: „Die sichtbaren gelben Pollen stammen in der Regel von Fichte und Kiefer. Durch ihre Größe können sie manchmal die Augen oder die Atemwege reizen. Das ist aber eher ein Fremdkörpergefühl und keine Allergie. Ein starkes Birkenjahr, worunter sehr viele Menschen leiden, wäre hingegen mit bloßem Auge nicht sichtbar - deren Pollen sind einfach zu klein.

Bei Heuschnupfenpatienten setzt der Körper als Abwehrreaktion auf Pollen den Botenstoff Histamin frei. Betroffene können akute Beschwerden etwa mit Nasenspray, Augentropfen und Tabletten lindern. Manchmal wird ihnen auch geraten, in der Allergie-Hochphase zu verreisen. An der Ursache setzt eine Immuntherapie etwa mit Spritzen oder Tabletten (Hyposensibilisierung) an - damit sollten Patienten in Regel aber einige Monate vor der Pollensaison beginnen. - dpa

Ein Mann mit Heuschnupfen und Taschentuch vor seiner Nase steht neben einem blühenden Strauch. Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefährdet als andere.
Pollen sind für Allergiker ein Graus. Vor allem, wenn der Frühling so trocken ist wie in 2022. © Angelika Warmuth/dpa

Allergiker waren in den vergangenen Jahren oftmals unsicher, ob sie allergisch auf etwas reagieren - oder sich womöglich mit Corona angesteckt haben. Es gibt neue Erkenntnisse zum Long-Covid-Risiko für Corona-Geimpfte.

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