Raus aus dem Gefängnis im Kopf

So gut ist Sport für die Psyche

Laufstrecke hinter Gefängnismauern - trotzdem verschafft der Sport einen freien Kopf. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Laufstrecke hinter Gefängnismauern - trotzdem verschafft der Sport einen freien Kopf. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Kaum etwas baut Stress so gut ab wie Sport. Einige Häftlinge der JVA Plötzensee in Berlin nehmen deshalb an einem regelmäßigen Lauftraining teil. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Kaum etwas baut Stress so gut ab wie Sport. Einige Häftlinge der JVA Plötzensee in Berlin nehmen deshalb an einem regelmäßigen Lauftraining teil. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Laufen gegen Stress: Am vierten Berliner 10- km-Lauf für Gefangene konnten Häftlinge aller Berliner Vollzugsanstalten teilnehmen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Laufen gegen Stress: Am vierten Berliner 10- km-Lauf für Gefangene konnten Häftlinge aller Berliner Vollzugsanstalten teilnehmen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Den Geist durch Sport befreien: Dabei hilft Lauftherapeutin Joanna Zybon unter anderem Häftlingen in der Berliner JVA Plötzensee. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Den Geist durch Sport befreien: Dabei hilft Lauftherapeutin Joanna Zybon unter anderem Häftlingen in der Berliner JVA Plötzensee. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Auch hinter Gefängnismauern tut Sport gut. Und nicht nur der Körper profitiert, sondern auch die Psyche. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Auch hinter Gefängnismauern tut Sport gut. Und nicht nur der Körper profitiert, sondern auch die Psyche. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Mit Banane und Müsliriegel gegen den Hunger nach dem Sport: Ein Teilnehmer des vierten Berliner 10-km-Laufs für Gefangene stärkt sich in der JVA Plötzensee. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Mit Banane und Müsliriegel gegen den Hunger nach dem Sport: Ein Teilnehmer des vierten Berliner 10-km-Laufs für Gefangene stärkt sich in der JVA Plötzensee. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Lauftherapeutin Joanna Zybon feuert ihre Schützlinge beim vierten Berliner 10-km-Lauf für Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee an. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Lauftherapeutin Joanna Zybon feuert ihre Schützlinge beim vierten Berliner 10-km-Lauf für Gefangene in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee an. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Erinnerungsfoto nach dem Zieleinlauf - Joanna Zybon mit ihren Schützlingen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Erinnerungsfoto nach dem Zieleinlauf - Joanna Zybon mit ihren Schützlingen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Depressionen, Schlafstörungen, negative Gedankenkarussells - von all dem sind immer mehr Menschen in der westlichen Welt betroffen. Schützen kann ein Medikament, das kostenlos zu haben ist und nicht mal Nebenwirkungen hat: Bewegung.

Berlin (dpa/tmn) - Wenn Lauftherapeutin Joanna Zybon die Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee betritt, wird sie zu "Trainerin Joe". Die Häftlinge kommen mit Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen oder Schlafstörungen zu ihr.

Laufen als Medizin? Im Gefängnis sieht man das Training mit ihr nicht nur als willkommene Abwechslung zum eintönigen Alltag. Es hat sich herumgesprochen, dass es neben Fitness um mehr geht. Das Ziel: Schritt für Schritt den Kopf befreien. Damit haben die Häftlinge einen ganz wichtigen Punkt verstanden.

Studien belegen, dass aerobe Bewegung - also solche, die mit moderater Intensität auskommt -, sogar antidepressiv wirkt. Zum Stressabbau ist nichts besser geeignet als Sport. Und trotzdem lassen sich viele nach einem anstrengenden Arbeitstag lieber erschöpft auf die Couch fallen. Weil Sport anstrengend ist. Dabei ist genau diese Anstrengung Teil des Wirkmechanismus.

"Die Stresshormone wie etwa Cortisol werden in Balance gebracht", erklärt der Sportwissenschaftler Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln das Prinzip. "Das passiert, indem wir einen Reiz setzen, der uns anspannt, woraufhin Entspannung folgt." Je mehr Stress man hat, desto mehr Sport müsste man ausgleichend machen. Dabei zähle nicht die Sportart, sondern Intensität und Dosierung. Alles steht und fällt allerdings mit der Motivation, denn um einen Effekt zu spüren, muss man sich regelmäßig bewegen.

Auch Cora S. Weber, Fachärztin für Psychosomatik und Innere Medizin, hat sich viel mit Bewegung und Psyche beschäftigt. Drei Mal 45 Minuten aerobe Bewegung in der Woche hilft ihr zufolge gegen Depression, ist also nachweislich stimmungsaufhellend. "Der Sport wirkt sogar angstlösend", weiß die Chefärztin der Berliner Park-Klinik Sophie Charlotte. Auch bei Angst entsteht Stress, der durch die Bewegung gelöst wird. Entscheidend ist aber noch etwas anderes: Sport lenkt von der Furcht ab.

Weber empfiehlt gegen das Gefängnis im Kopf Laufen, weil es zu den ersten Fähigkeiten gehört, die der Mensch lernt. Und weil die Umsetzung so einfach ist. "Im Grunde aber müssen Sie sich den Ausdauersport aussuchen, den Sie gerne machen." Prof. Froböse sieht nicht nur im Ausdauersport Vorteile: "Mir müssen Sie mit Yoga zwar nicht kommen, aber wer das gerne macht, soll das machen." Es wirke genauso gut. Der Fokus auf die Atmung ist meditativ, Muskeln werden angespannt und entspannt.

"Egal was Sie machen, bleiben Sie subjektiv unterfordert", rät der Sportexperte. Blutige Anfänger sollten am besten mit zügigem Walken beginnen, Joggen überfordere die allermeisten. "Jede Art von Bewegung tut gut, gehen Sie nach Ihrer Arbeit spazieren, laufen Sie zur S-Bahn." Und wieder: dranbleiben zählt.

"Nach acht bis zehn Wochen kommt meistens ein Motivations-Tief, auf das man gefasst sein sollte", so Froböse. "Belohnen Sie sich oder hängen Sie sich ein Ziel an den Kühlschrank." In den Kühlschrank greifen hilft dagegen nicht: Es betäubt das Unbehagen höchstens für einen Moment, bewältigt es aber nicht.

Schlecht ist Bewegung dann, wenn sie zusätzlichen Stress verursacht. Das kann der Fall sein, wenn eine Sportart zu intensiv und häufig ausgeübt wird oder wenn sie keine Freude bereitet.

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