Ärzte sollen mitmachen

Wie finde ich einen Impftermin? Online-Börsen helfen bei der Suche

Bisher keine Chance auf einen Impftermin gegen Corona? Online-Börsen wie sofort-impfen.de und impfpool.de wollen Impfwillige und Ärzte zusammenbringen.

  • Online-Börsen wie sofort-impfen.de und impfpool.de finden freie Impftermine
  • Ärzte sollen sich registrieren und Termine anbieten
  • Impfwillige können dann über Impftermine in ihrer Umgegung informiert werden (News zum Coronavirus)

Deutschland hat den Impf-Turbo im Kampf gegen Corona angezogen. Viele Impfwillige werden aber noch Wochen auf einen Termin warten. Auch wenn der Impfstoff Astrazeneca freigegeben ist und die Impfpriorisierung nicht mehr zählt. Wie kann ich zeitnah einen Impftermin buchen? Online-Börsen wie impfpool.de oder sofort-impfen.de wollen helfen.

Zurzeit werden in Deutschland Menschen der Prioritätsgruppe drei geimpft. In den Impfzentren kommen Menschen aus priorisierten Berufsgruppe zum Zug: Das sind zum Beispiel Lehrer von weiterführenden Schulen oder Menschen, die im Lebensmittelhandel arbeiten. Über 60-Jährige dagegen sollen sich an ihren Hausarzt wenden. Während in den Impfzentren mit Biontech geimpft wird, sollen ältere Menschen in den Hausarzt-Praxen Astrazeneca oder Johnson & Johnson bekommen.

Impftermin über Online-Börse sofort-impfen.de oder impfpool.de finden

Das Problem: Der Impfstoff in Deutschland ist weiter knapp. Die meisten Impfzentren sind im Mai für Erstimpfungen komplett ausgebucht. Auch bei vielen Hausärzten übersteigt die Nachfrage das Angebot an Terminen. Viele Dosen wurden im Mai für Zweitimpfungen zurückgehalten. Erst im Juni sollen die Lieferzahlen wieder steigen.

In den einigen Arztpraxen bleiben allerdings trotzdem Restbestände übrig. Damit der Impfstoff nicht verfällt und Impfwillige zeitnah einen Termin bekommen, gibt es Portale wie sofort-impfen.de und impfpool.de. Hinter sofort-impfen. de steht eine gemeinnützige Initiative, die nach eigener Auskunft Impfwillige und Ärzte zusammenbringen soll. So können sich auf der Terminbörse sowohl Arztpraxen als auch Impfinteressenten registrieren. Im Idealfall funktioniert es dann so: Sobald Impfdosen in der Umgebung verfügbar sind, wird eine E-Mail an den Interessenten gesendet.

sofort-impfen.de: Mehr als 200.000 Impfwillige suchen sofort Impftermin

Wie Businessinsider berichtet haben sich bereits am ersten Wochenende mehr als 200.000 Menschen auf sofort-impfen.de registriert. Innerhalb von nur zweieinhalb Wochen habe man die Online-Börse an den Start gebracht, berichtet Gründer Martin Elwert bei Businessinsider. Der Kritikpunkt der Portalinitiatoren: Es fehle in Deutschland eine zentrale Anlaufstelle, um nach einem Impftermin zu suchen. Auf regionaler Ebene hingegen gibt es ähnliche Ideen. Beim Kreis Unna zum Beispiel können sich Impfwillige für eine mögliche Impfung mit Impfreststoffen registrieren.

Ob sofort-impfen.de die zentrale Anlaufstelle in Deutschland wird, muss sich zeigen. Der Erfolg der Plattform wird davon abhängen, ob genug Ärzte mitmachen und dort rechtzeitig mitteilen, wenn sie Impfstoff sowie Termine zur Verfügung haben. Laut Businessinsider geben die Macher von sofort-impfen.de noch keine Auskunft über die Zahl der Ärzte, die sich bisher registriert haben.

impfpool.de:

Hinter impfpool.de steht eine private Initiative. Die Plattform wurde gemeinsam vom Verband der Urologen in Westfalen-Lippe (UROWL Dienstleistungsgesellschaft für ambulante Urologie) und der BitCom Services GmbH durch den Geschäftsführer Holger Warnat entwickelt. „Normalerweise sind wir als Unternehmensberater sehr viel im Beratungsgeschäft unterwegs“, sagt Warnat. „Bedingt durch die Corona-Krise kam es zu Ausfällen – diese Zeit haben wir genutzt, um ein dringendes gesellschaftliches Problem zu lösen.“ Auch bei impfpool.de haben sich nach wenigen Tagen bereits mehrere tausend Impfwillige registriert. Mit den Ärzten gehe es auch langsam voran, sagt Warnat auf Anfrage unserer Redaktion.

Doch der entscheidende Faktor bleibt die Verfügbarkeit von Impfstoff. Im Moment gebe es eigentlich nur Termine für Impfungen mit Astrazeneca, sagt Warnat. „Die Biontechs in den Praxen gehen für die Abschlussimpfungen drauf, sodass bei den niedergelassenen Ärzten eigentlich kein Impfstoff für Erstdosen zur Verfügung steht.“

Sobald Impftermine durch die teilnehmenden Ärzte freigeschaltet werden, erfolgt die gezielte Information der Impfwilligen – unter Berücksichtigung der Priorisierung, aber auch des Anmeldedatums auf der Plattform. Ebenso werden „Last-Minute“-Termine angeboten, wenn z.B. ein Impfwilliger nicht erscheint und der Impfstoff sonst weggeworfen werden müsste.

Impfwillige sollten Impftermin beim Hausarzt anfragen

Selbstverständlich können sich Impfwillige auch jederzeit schon bei ihrem Hausarzt melden. Oftmals werden Wartelisten geführt, auf die man sich setzen lassen kann. Da bei vielen Hausarztpraxen zurzeit unzählige Anrufe eingehen und die Telefone ständig besetzt sind, bietet es sich an, eine E-Mail zu senden.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa (Symbolbild)

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