Thrombose durch Covid-19

„Wird das Immunsystem überfahren“: Deutsche Forscher finden Erklärung für Corona-Blutgerinnsel – und neuen Therapie-Ansatz

Corona kann tödlich verlaufen – unter anderem, wenn es durch die Krankheit zu Thrombosen kommt. Deutsche Forscher fanden jetzt eine sehr wahrscheinliche Erklärung.

In den letzten Monaten mussten Mediziner immer wieder um das Leben von Corona-Patienten kämpfen. Und auch gut ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie bleibt Ärzten oft nur die Therapie der Symptome*. Durchschlagender Erfolg in Hinblick auf Medikamente gegen das Virus selbst blieb bis heute aus. Verläuft eine Corona-Infektion schwer oder sogar tödlich, war dies in vielen Fällen mit schweren Störungen des Gerinnungssystems mit Komplikationen wie tiefen Beinvenenthrombosen und Lungenembolien verbunden, wie die Deutsche Herzstiftung informiert.

„Den Grund für die häufige Thrombosebildung bei Covid-19-Patienten vermuten Mediziner in einer übermäßigen Gerinnbarkeit des Blutes, der Hyperkoagulation, die sie auf eine Entzündungsreaktion im Zuge der Covid-19-Erkrankung zurückführen. Die Gefäßverschlüsse können auch zu Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen“, heißt es weiter. Blutanalysen von Intensivpatienten mit schwerem Covid-19 hätten gezeigt, dass Blutgerinnsel schneller entstanden waren und Gerinnungsfaktoren stärker aktiviert wurden als bei anderen stationär behandelten Patienten, beruft sich die Deutsche Herzstiftung auf Erkenntnisse der Universitätsklinik Tübingen. Im Rahmen eines von der Herzstiftung geförderten Forschungsprojekts hatten Tübinger Forscher untersucht, warum Corona das Gerinnungssystem extrem negativ beeinflussen kann und im schlimmsten Fall so die Sauerstoffversorgung von Herz, Hirn oder Nieren gekappt wird.

Lesen Sie auch: Arzneimittel mindert die Gefahr, an Covid-19 zu sterben – tausende Menschen nehmen es bereits täglich ein.

Thrombose durch Corona: „Vermutlich wird das Immunsystem überfahren von dieser starken viralen Last“

„Unsere Arbeit zeigt, dass es mindestens einen indirekten Weg gibt zur Aktivierung der Thrombozyten durch die Sars-CoV-2-Viren. Dieser indirekte Weg geht über die Antikörper“, so Professor Tamam Bakchoul, Ärztlicher Direktor am Institut für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Tübingen. Im Unterschied zu den normal stationär aufgenommenen Corona-Patienten war bei beatmeten Covid-Intensivpatienten auffallend, dass bei ihnen die Neigung zu thromboembolischen Ereignissen erhöht war, diese also verstärkt zu Bildung von Blutpfropfen in Gefäßen neigen, heißt es in einem Video der Deutschen Herzstiftung. Welche Rolle Antikörpern hierbei spielen, konnten Tübinger Wissenschaftler jetzt erstmals nachweisen. Die Antikörper binden sich an die Blutplättchen und lösen so den gerinnungsfördernden Zustand aus, heißt es weiter. „Vermutlich wird das Immunsystem überfahren von dieser starken viralen Last. Dieser Übergriff auf das Immunsystem führt dazu, dass die Produktion von diesen Abwehrstoffen, also von den Antikörpern, nicht mehr kontrolliert werden kann“, so Bakchoul. Das Immunsystem erkennt infolge seine eigenen Zellen und Proteine nicht mehr.

Besonders Herz- und andere Risikopatienten hätten ein erhöhtes Thrombose-Risiko und könnten somit bei einer Corona-Infektion stärker von der Blutgerinnungsaktivierung betroffen sein, warnt die Deutsche Herzstiftung. „Mittlerweile sind wir schon in der Community der Gerinnungsexperten der Meinung, dass man bereits bei einem stationären Aufenthalt, also ab dem Moment, ab dem die Patienten weniger mobil sind als andere, als normal, dass die Patienten die sogenannte Thromboseprophylaxe bekommen. Das sind diese Bauchspritzen, die man auch nach chirurgischen Eingriffen verwendet“, so Gerinnungsexperte Professor Tamam Bakchoul. Die Wissenschaftler wollen aber auch neue Medikamente entwickeln, die der Bildung von Blutgerinnseln bei Covid-19 vorbeugen, heißt es Video der Herzstiftung. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Umfrage zum Thema Corona-Risikogruppen

Weiterlesen: Frau überlebt Herzinfarkt: Diese wichtige Botschaft hat sie vor allem für Frauen.

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Kresse als gesundes Würzmittel - Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.
Bananen enthalten viel Kalium und wenig Natrium und sind deshalb ein wahrer Herzstärker. Auch andere Obstsorten und auch Trockenobst zählen zu den kaliumreichen und natriumarmen Nahrungsmitteln und sind deshalb für eine herzgesunde Ernährung geeignet.
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen.
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz.
Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Rubriklistenbild: © Radek Petráek/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare