Behandlung von Krebs

Neuartiger Krebs-Bluttest zeigt innerhalb von 24 Stunden an, ob Therapie anschlägt

Ein neuartiger Bluttest erhöht die Chance, eine Krebserkrankung erfolgreich zu bekämpfen: So das Ergebnis asiatischer Wissenschaftler.

Der weltweit erste Bluttest, der eine Echtzeit-Überwachung des Erfolgs einer Krebsbehandlung zulässt, ist auf den Weg gebracht worden. Forscher an der National University of Singapore (NUS) entwickelten den ExoSCOPE-Test. „Dieser klassifiziert den Krankheitsstatus genau und bestimmt das Behandlungsergebnis innerhalb von 24 Stunden nach Behandlungsbeginn“, heißt es in einer NUS-Pressemitteilung. Mithilfe des Tests können die behandelnden Mediziner innerhalb eines Tages sagen, ob die Therapie anschlägt. Falls der Erfolg ausbleibt, ist es Ärzten so möglich, schnell Anpassungen am Behandlungsplan vorzunehmen und so die Heilungschancen der Patienten zu verbessern, heißt es weiter.

Eingesetzt werden könne der ExoSCOPE-Test bei Krebspatienten*, die sich einer Behandlung mit tumorspezifischen Krebsmedikamenten unterziehen. Die Technik, die hinter dem Test steckt, sei die erste ihrer Art weltweit, heißt es vonseiten der Universität von Singapur. "Herkömmliche Verfahren wie die Tumorbildgebung sind nicht nur teuer, sondern auch zeitverzögert. Bei diesen Methoden kann die Wirksamkeit der Behandlung erst nach Wochen festgestellt werden. Mit dem ExoSCOPE können wir die Ergebnisse der Medikamentenwirksamkeit direkt innerhalb von 24 Stunden nach Behandlungsbeginn messen. Dies wird die Zeit und die Kosten für die Überwachung der Krebsbehandlung erheblich reduzieren", sagte die leitende Wissenschaftlerin Prof. Huilin Shao.

Individualisierte Krebstherapie dank Bluttest

Sie fügte hinzu: "Diese Methode erfordert nur eine winzige Menge an Blutprobe für die Analyse und jeder Test dauert weniger als eine Stunde. Sie ist also weniger invasiv und dennoch informativ. Auf diese Weise könnten Ärzte das Ansprechen eines Patienten auf die Behandlung während des Behandlungsverlaufs regelmäßiger überwachen und rechtzeitig Anpassungen vornehmen, um die Behandlung für bessere Ergebnisse zu individualisieren."

Für ExoSCOPE wurde ein Patent angemeldet und das NUS-Team hofft, diese Technologie in den nächsten drei Jahren auf den Markt zu bringen, heißt es in der NUS-Pressemitteilung. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Zur Studie

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Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen.
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken.
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll.
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Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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