Vitamin D einnehmen?

Niedriger Vitamin D-Spiegel, höheres Covid-19-Risiko? So schätzt ein Experte die Lage ein

Unsere Haut kann Vitamin D über die Haut synthetisieren.
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Unsere Haut kann Vitamin D über die Haut synthetisieren.

Vitamin D ist für unseren Körper lebensnotwendig - nicht nur für Knochen und Muskeln - auch Herz und Stoffwechsel profitieren. Eine Studie will herausgefunden haben, dass Vitamin D sogar Einfluss auf Covid-19 hat.

  • Vitamin D produziert der menschliche Körper selbstständig, indem Sonnenstrahlen über die Haut umgewandelt werden. Doch auch Lebensmittel wie Thunfisch enthalten Vitamin D - über die Nahrung deckt der Mensch aber nur einen kleinen Teil seines Vitamin D-Bedarfs.
  • Wichtig ist Vitamin D für viele Stoffwechselvorgänge im Körper, allen voran sorgt es dafür, dass Kalzium aus der Nahrung gut aufgenommen und in den Knochen eingebaut werden kann und senkt so das Osteoporose-Risiko*.
  • Jetzt wollen Forscher auch einen positiven Effekt auf den Verlauf von Coronavirus-Infektionen gefunden haben.

Zehn bis zwanzig Minuten täglich Gesicht und Arme in die Sonne halten und der Körper synthetisiert über die Haut genug Vitamin D: Diese oder ähnliche Empfehlungen machen die Runde. Doch so einfach ist es dann doch nicht: Im Alter lässt die Vitamin-D-Produktion nach und auch der individuell höchst unterschiedliche Stoffwechsel lässt keine einheitlichen Empfehlungen zu. Doch wissenschaftlich erwiesen ist, dass Vitamin D bei unzähligen Vorgängen im Körper beteiligt ist. Der Stoff sorgt für gesunde Knochen und auch die Muskulatur profitiert, da Vitamin D die Koordinationsfähigkeit und die für die Reflexe notwendige Schnellkraft unterstützt.

Die Universität Hohenheim hat nun eine Studie veröffentlicht, die eine Verbindung zwischen Vitamin D-Mangel und einem schweren Covid-19-Verlauf herstellt.

Begünstigt Vitamin D-Mangel schwere Covid-19-Erkrankungen?

„Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin D-Plasmaspiegeln assoziiert sind. Diese Komorbiditäten, zusammen mit dem oft begleitenden Vitamin D-Mangel, erhöhen das Risiko schwerer Covid-19-Ereignisse", fasst es das Portal dw.de zusammen. Das Problem an der Studie: ein kausaler Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und der Schwere von Covid-19-Erkrankungen könne nicht hergestellt werden, so Martin Fassnacht, Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg. Die Studienleiter beobachteten also nur, dass ein Vitamin D-Mangel Vorerkrankungen begünstigt, die schwere Covid-19-Verläufe zur Folge haben können, jedoch wurde bislang nicht eindeutig bewiesen, dass ein Vitamin D-Mangel an sich den Covid-19-Verlauf verschlechtert*.

Zu viele Faktoren wurden zudem in der Beobachtungsstudie der Universität Hohenheim nicht berücksichtigt, etwa der Lebensstil der Menschen, die Rauch- und Essgewohnheiten, der Beruf oder die Hobbies (jemand, der gerne in den Bergen unterwegs ist, hat in der Regel einen weitaus höheren Vitamin D-Spiegel als ein Serienjunkie). Der Studie der Uni Hohenheim zufolge solle bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus der Vitamin D-Status geprüft und ein mögliches Defizit zügig behoben werden. Negative Effekte kann dies zwar nicht haben, doch ein positiver Effekt ist (noch) nicht nachgewiesen worden. „Es laufen Studien, in denen überprüft wird, ob Vitamin D bei einer Covid-19-Infektion hilft, aber ich persönlich glaube nicht daran, dass dies wirklich so ist“, zitiert dw.de den Endokrinologen Fassnacht. Dieser schließt allerdings nicht aus, dass es Menschen gibt, die von einer Supplementierung profitieren. Aufgrund der dünnen Studienlage spricht sich Fassnacht aber gegen eine präventive Einnahme von Vitamin D-Produkten aus: „Mein Glaube daran, dass das Vitamin irgendwo hilft, ist sehr gering. Aber ich kann natürlich falsch liegen.“ (jg) *Merkur.de und hna.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Zur Veröffentlichung

Im Video: Vitamin D - die größten Irrtümer

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