Hilfe für die Ärmsten der Armen

Grenzverkauf nach Haiti, Dieter Schütz

Die jüngste Wirtschaftskrise hat erneut deutlich vor Augen geführt, wie eng die Welt eigentlich zusammengewachsen ist: Faule Immobilienkredite und undurchschaubare Finanzgeschäfte haben zur jüngsten Eurokrise geführt, die Teile des Euroraumes an den Rand des Zusammenbruchs geführt haben. Doch es gibt auch genügend positive Beispiele, wie sich Menschen aus verschiedenen Kontinenten näher kommen können. Eines davon ist das Projekt "Operndorf Afrika", das von Regisseur Christof Schlingensief angeregt wurde. Im Rahmen dieses Projektes will die Stadt Attendorf unter Umständen eine Patenschaft übernehmen. Auch die SOS Kinderdörfer schlagen eine Brücke zwischen den Welten und versuchen, Not zu lindern.

Was sind die SOS-Kinderdörfer?

Bei den SOS Kinderdörfern handelt es sich um eine nichtstaatliche und überkonfessionelle Organisation, die in 133 Ländern aktiv ist und Einrichtungen unterhält. Gegründet wurde die Organisation vom Österreicher Hermann Gmeiner, der den Waisen des Zweiten Weltkrieges eine neue Familie und Heimat geben wollte. Er selbst investierte ab 1949 sein gesamtes Vermögen von rund 600 Millionen Schilling, um ein Kinderdorf in Tirol zu verwirklichen. Dank eines unerwartet hohen Spendenaufkommens und prominenter Förderer konnte die Organisation rasch ausgeweitet werden.

In den ersten Jahren konzentrierte sich das weltumspannende Kinderhilfswerk vor allem auf den Bau von Kinderdörfern. Doch die Hilfe für die Ärmsten wurde erheblich ausgeweitet. Mittlerweile betreuen das Kinderhilfswerk etwa 1,1 Millionen Kinder sowie ihre Angehörigen, zu den Einrichtungen gehören Kindergärten, Schulen, Jugendwohngemeinschaften, soziale und medizinische Zentren sowie Ausbildungsstätten.

Engagement beim Sorgenkind der Weltgemeinschaft

Eine besondere Aufmerksamkeit verlangt der Karibikstaat Haiti auch vom Kinderhilfswerk. Denn der Nachbarstaat der Dominikanischen Republik gilt als ärmstes Land der westlichen Welt, in dem etwa acht Millionen Einwohner weniger als zwei US-Dollar zum Leben hat. Nachdem die Diktatoren "Papa Doc" und "Baby Doc" Duvalier zwischen 1957 und 1986 das Land ausgeplündert hatten, blieb Haiti geschüttelt von politischen Unruhen. Eine moderne Infrastruktur konnte nicht aufgebaut werden, sodass Naturkatastrophen wie das schwere Erdbeben, das am 12. Januar 2010 im Süden des Landes gewütet hatte, verheerende Spätfolgen hatte. Nur wenige Monate später wütete eine Cholera-Epidemie, woraufhin die Regierung einen landesweiten, sanitären Notstand ausrief.

Auch die SOS Kinderdörfer engagieren sich im Rahmen eines Not- und Aufbauprogrammes, um die Folgen des verheerenden Erdbebens für die Bevölkerung etwas zu lindern. Interessierte Besucher können sich auf der Seite http://www.sos-kinderdoerfer.de/aktuelles/news/haiti-neue-schule-les-cayes etwa über den Bau einer neuen Schule in les Cayes informieren. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, sollen insgesamt 420 Kinder unterrichtet werden. Unter den ersten 280 Kindern, welche die Hermann-Gmeiner-Schule ab Oktober 2013 besuchten, waren auch 60 Erdbebenwaisen, die nach der Fertigstellung im mittlerweile dritten SOS-Kinderdorf auf Haiti leben sollen. 

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