Was ist üblich?

Wer so oft den Job wechselt, zieht das Misstrauen von Arbeitgebern auf sich

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Schon wieder gekündigt? Irgendwann haken Personaler nach.

Häufige Jobwechsel werden immer mehr zur Norm in der heutigen Arbeitswelt. Aber ab welchen Punkt machen sie einen negativen Eindruck auf Arbeitgeber?

Es gibt vielerlei Arten von Mitarbeitern: Diejenigen, die dem Betrieb über Jahre - wenn nicht bis zur Rente - treu bleiben und diejenigen, die sehr wechselfreudig sind und deshalb schon viele Stationen in ihrem Lebenslauf vorweisen können. Es gibt aber auch Arbeitnehmer, die eher unfreiwillig innerhalb weniger Jahre von einem Job zum nächsten wechseln - aufgrund von befristeten Verhältnissen, Praktika oder freier Mitarbeit in etwa. Ab welchem Punkt die ständigen Jobwechsel jedoch einen schlechten Eindruck auf Arbeitgeber machen, ist ein Thema, bei dem viel Uneinigkeit herrscht.

So oft sollten Sie laut Experten wirklich den Job wechseln

So erklärt der Psychologe und Coach Hans-Georg Willmann der Deutschen Presse-Agentur: "Wer innerhalb der beruflichen Biografie häufig wechselt, ruft beim Personaler die Interpretation hervor, dass es ihm an Beharrlichkeit oder Loyalität mangelt oder ein Mangel an Leistung oder Teamfähigkeit dahintersteckt." Dies trifft seiner Meinung nach insbesondere dann zu, wenn Mitarbeiter aus freien Stücken ständig den Arbeitsplatz wechseln.

Was ist aber ein "gesundes Maß" an Wechselfreudigkeit? Laut Betreiber des Online-Portals Karrierebibel, Jochen Mai, seien fünf bis sieben Jahre in einem Beruf üblich, bevor man sich neu orientiert. Zwei Wechsel in zwei Jahren sieht er zum Beispiel als zu häufig an. Unter Berufseinsteigern seien häufigere Jobwechsel jedoch legitim, da man sich erst noch finden muss, wie der Experte erklärt. Karrierecoach Ute Bölke meint aber auch zu diesem Thema, dass es Grenzen gibt: "Natürlich gibt es Ausnahmen, aber der dritte Job sollte sitzen." Und in diesem sollten Arbeitnehmer dann mindestens drei Jahre bleiben.

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Häufige Jobwechsel im Lebenslauf - so wickeln Sie Personaler um den Finger

Natürlich ist es nicht ratsam, in einem Job zu bleiben, der unglücklich macht oder gar der Gesundheit schadet. Wer also eine lange Liste an Stationen im Lebenslauf vorzuweisen hat, sollte diese zumindest begründen können - und am besten ehrlich. "Die Personaler haben ohnehin so gut wie jede Erklärung schon gehört", erklärt WillmannUnd wer schon mehrere Arbeitgeber vorzuweisen hat, kann auch seine Vorteile daraus ziehen - schließlich greifen Sie dann auf ein umfangreicheres Wissen zurück als vielleicht andere Bewerber.

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