Pandemie

Corona-Infektion im Flugzeug: Dieser Faktor senkt das Risiko auf weniger als 0,1 Prozent – laut Studie

Flugbegleiterin und Passagiere während der Corona-Pandemie in einer Flugzeugkabine.
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Was das Infektionsrisiko im Flugzeug angeht, herrscht viel Unsicherheit.

Seit Beginn der Pandemie herrscht Unsicherheit über das Corona-Infektionsrisiko in Flugzeugen. Eine neue Studie zeigt, dass ein bestimmter Faktor dieses Risiko enorm senkt.

„Abstand halten“ gehört zu den Verhaltensregeln, die wir während der Corona-Pandemie tief verinnerlicht haben. Im Flugzeug ist dies aber kaum möglich – vor allem, da aufgrund der Unwirtschaftlichkeit keine Mittelplätze freigelassen werden. Obendrein befinden sich Passagiere nicht nur für einen kurzen Moment, sondern oft für mehrere Stunden mit fremden Menschen auf engstem Raum – das sorgt für viel Unsicherheit. Zwar verweisen viele Airlines immer wieder auf die Hepa-Filter, die in den Maschinen eingebaut sind, und sogar in OP-Sälen für sauberer Luft sorgen – allerdings verweisen Forscher darauf, dass ein kompletter Luftaustausch mehrere Minuten dauert. In dieser Zeit könnten sich Passagiere mit dem Coronavirus anstecken.

Corona-Infektionsrisiko im Flugzeug: PCR-Tests vor Abflug die Lösung?

Seit Beginn der Pandemie hat es bereits einige Studien gegeben*, die dem Infektionsrisiko im Flugzeug auf die Spur gegangen sind. Eine neue Studie des Georgia Department of Health und der Mayo Clinic, die in der Fachzeitschrift „Mayo Clinic Proceedings“ erschien, hat aber nun einen bestimmten Faktor ausgemacht, der das Infektionsrisiko im Flugzeug enorm senken könnte: Demnach liegt das Risiko, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren, bei weniger als 0,1 Prozent, wenn alle Passagiere negativ getestet wurden. Die Untersuchung basiert auf Daten von knapp 10.000 Passagieren, die zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 an den „quarantänefreien Flügen“ von New York und Atlanta nach Rom teilgenommen hatten.

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Auf diesen Verbindungen von Delta Airlines durften Passagiere, denen die Einreise nach Italien erlaubt war, die Quarantäne umgehen, indem sie sich einem aufwendigen Testprozedere unterzogen. So mussten die Betroffenen unter anderem einen maximal drei Tage alten PCR-Test vorlegen sowie drei Schnelltests während der Reise – beim Boarding in New York oder Atlanta, bei der Ankunft am Flughafen Rom Fiumicino und vor dem Rückflug. Das Ergebnis der Studie: Ein maximal 72 Stunden alter, negativer PCR-Test vor dem Abflug könne die Zahl der aktiv infizierten Personen im Flugzeug so weit senken, dass sie unter der Zahl der aktiven Infektionen in der Allgemeinbevölkerung liegt. Während die durchschnittliche Infektionsrate in der Bevölkerung zum Beispiel bei 1,1 Prozent lag, machte sie auf den „quarantänefreien Flügen“ nur 0,05 Prozent aus.

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„Das Risiko bei Flugreisen variiert je nach Fallzahlen und Impfquoten am Herkunfts- und Zielort, Masken sowie anderen Faktoren. Die in dieser Studie gesammelten Daten zeigen jedoch, dass die routinemäßige Anwendung eines einzigen PCR-Tests innerhalb von 72 Stunden vor einer internationalen Reise bei ungeimpften Personen das Risiko, während einer Flugreise Covid-19 ausgesetzt zu sein bzw. es zu übertragen, deutlich verringert“, sagte Henry Ting, Gesundheitsdirektor von Delta, zu den Studienergebnissen. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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