Corona-Maßnahmen

Après-Ski in Österreich soll bald wieder möglich sein – womöglich unter strengen Bedingungen

Skier und Helme liegen an der Piste, der Skifahrer macht Rast.
+
An Hüttengaudi war im letzten Jahr nicht zu denken. Das könnte sich in der Wintersaison 2021/22 ändern.

Après-Ski-Partys könnten in der kommenden Wintersaison wieder möglich sein – das stellte Österreichs Kanzler Kurz in Aussicht. Unter Umständen sogar nur für Geimpfte.

Der Skiurlaub in Österreich ist aufgrund der Corona-Pandemie im letzten Winter größtenteils ins Wasser gefallen. Pistenfahrten waren aufgrund der strengen Regeln nur für Einheimische möglich, Urlauber aus dem Ausland mussten sich hingegen zuerst in Quarantäne begeben. Das soll in diesem Jahr ganz anders aussehen: Österreichs Kanzler Kurz versprach in einem Interview mit der Funke Mediengruppe vom Samstag eine sichere Skisaison.

„Sicherer Urlaub in Österreich“: Après-Ski soll wieder möglich sein

70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich seien geimpft, genauso wie ein Großteil der Touristen: „Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege.“ Sollte sich die Corona-Situation in Österreich weiter verschärfen, würden nur noch Geimpfte Zugang zu den Après-Ski-Lokalen erhalten, so Kurz. Abgesehen davon würde aber die sogenannte 3G-Regel für einen sicheren Winter sorgen.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, stimmt den Aussagen des österreichischen Kanzlers zu: „Wir wollen wieder unbeschwert Skiurlaub machen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Daher ist es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering ist.“ Bei steigenden Infektionen dürfe es keine Schließungen mehr geben, trotzdem müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. „In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist“, so Bareiß. Eine Impfung bleibe aber weiterhin das A und O.

Auch interessant: Österreich verschärft Corona-Regeln – Skiurlaub 2021 in Gefahr

Skiurlaub 2021: SPD-Gesundheitsexperte kritisiert Pläne der österreichischen Regierung

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich gegenüber den Funke-Zeitungen kritisch zu Kurz‘ Vorschlag: „Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen – auch nicht der österreichische Bundeskanzler.“ Aus heutiger Sicht würde er eher davon abraten, unter „Ischgl-ähnlichen Bedingungen“ zu feiern.

Lesen Sie auch: Einreiseformular für Österreich: Wer muss es ausfüllen?

Der beliebte Party- und Skiort war im vorangegangenen Jahr zum Corona-Hotspot geworden. Diesbezüglich wurde am Freitag in Wien ein Schadenersatz-Prozess gegen den Staat Österreich verhandelt. Im ersten Verfahren ging es um einen 72-jährigen Österreicher, der nach einem Aufenthalt in Ischgl im März 2020 an einer Corona-Infektion starb. „Man hat zu spät gewarnt, man hat zu spät zum Beispiel Après-Ski-Bars geschlossen und man hat zu spät das ganze Tal geschlossen für den Wintersport. Eine Woche früher schließen, hätte bedeutet, dass Tausende Menschen sich in Ischgl jedenfalls nicht infiziert und in der Folge auch nicht an Covid-19 gelitten hätten“, zitiert die Tagesschau unter anderem Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein bei der Verhandlung. Das Urteil soll schriftlich ergehen. (fk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare