Winterreifenpflicht - Mit der passenden Bereifung in die glatte Jahreszeit

Winterreifenpflicht - Mit der passenden Bereifung in die glatte Jahreszeit, Quelle: Fotolia/Jürgen Fälchle

Für Autofahrer gibt es im Winter keine Ausreden mehr. Seit 2010 gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht. Wer trotz Schnee, Eis oder Matsch im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist, dem drohen bis zu 80 Euro Bußgeld und im schlechtesten Falle ein Punkt in Flensburg.

Dass die Nutzung von Winterreifen in Deutschland seit einigen Jahren nun Pflicht ist, hat der Gesetzgeber nicht ohne Grund bestimmt. Sommerreifen sind vor allem darauf ausgelegt, optimalen Halt auf trockenen und nassen Fahrbahnen zu liefern. Bei zu niedrigen Temperaturen verhärtet sich die Gummimischung der Reifen jedoch zu stark, sodass sich die Reifen nicht mehr ideal an die Fahrbahn anpassen. Die Gummimischung von Winterreifen ist dagegen kälteresistent. Daher eignen sich die Reifen auch für die Nutzung bei Eis, Schnee oder Matsch.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Reifen für den Winter müssen die Bezeichnung M+S-Reifen (Matsch & Schnee) tragen. Diese findet sich sowohl auf reinen Winter- als auch auf Ganzjahresreifen. Letztere bringen den Vorteil mit sich, dass sie auch im Sommer problemlos genutzt werden können. Dies ist für viele Autofahrer ein Kaufgrund, da man sich so das lästige Reifenwechseln sparen kann. Experten raten allerdings vom Kauf der Ganzjahresreifen ab. Obwohl sie gesetzlich zulässig sind, handelt es sich bei der Reifenart am Ende um eine Kompromissvariante. Da die Anforderungen an Sommer- und Winterreifen sich grundsätzlich voneinander unterscheiden, werden Ganzjahresreifen beiden nicht in vollen Zügen gerecht. Gerade im Winter kann dies zu längeren Bremswegen und geringerer Fahrstabilität führen. Zwar ist es generell günstiger, nur einen Satz reifen kaufen zu müssen, aus sicherheitstechnischer Hinsicht empfehlen sich jedoch speziell für den Winter ausgelegte Reifen.

Beim Kauf neuer Reifen sollten sich Autofahrer an den aufgedruckten Reifenlabels orientieren. Diese geben Informationen zum Rollwiderstand, zur Nasshaftung und zu den Rollgeräuschen an. Die Bewertung der ersten beiden erfolgt mit einer Skala von A bis G, wobei A die beste Note darstellt. Die Rollgeräusche eines Reifens sind dagegen in Dezibel festgehalten. Entscheidet man sich für den Kauf von Gebrauchtreifen, sollte darüber hinaus auf den Abnutzungsgrad geachtet werden. Gesetzlich ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern vorgeschrieben. Experten empfehlen jedoch mindestens 4 Millimeter. Dazu sollte ein gebrauchter Winterreifen nicht älter als zwei Jahre sein. Das Herstellungsjahr wird in der Regel ebenfalls direkt auf dem Reifen angegeben. Um all die genannten Dinge im passenden Maße zu berücksichtigen, sollten Autofahrer möglichst frühzeitig aktiv zu werden. Auf diese Weise hat man genug Zeit, um Angebote zu vergleichen und Winterreifen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Neue Reifen sind in der Regel alle 6 bis 8 Jahre notwendig.

Einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum für das Aufziehen der Winterreifen gibt es in Deutschland übrigens nicht. Technisch gesehen kann man auch mit Sommerreifen im Dezember unterwegs sein, solange das Wetter es zulässt. Eine typische Faustregel für das Aufziehen der Winterreifen ist die O-bis-O-Regel, die den Winterreifenzeitraum von Oktober bis Ostern definiert. Eher früher als später sollten Autofahrer ihre Reifen wechseln lassen, wenn sie dazu eine Werkstatt aufsuchen. Gerade wenn der erste Schnee fällt, sind Werkstätten nicht selten ausgelastet. Wer dagegen schon frühzeitig aktiv wird und seine Reifen beispielsweise im Oktober wechseln lässt, sollte auch hier auf der sicheren Seite sein.

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