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„Überbewertete Immobilienmärkte“: München sogar weltweit an der Spitze

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Von: Franziska Kaindl

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Was die Preise für Häuser und Wohnungen angeht, ist München innerhalb Deutschlands in der Regel ganz weit vorne. Doch sogar international schafft es die Stadt an die Spitze.

In vielen deutschen Städten, allen voran München*, sind die Preise für Immobilien in den letzten Jahren stark angestiegen. Um in der bayerischen Landeshauptstadt auch nur einen Quadratmeter Wohnfläche zu ergattern, müssen schon mehr als 10.000 Euro gezahlt werden. Auch Frankfurts Quadratmeterpreise haben stark angezogen und erreichen ähnliche Sphären. Aber lohnt sich da der Kauf überhaupt noch?

Am stärksten überbewerteter Immobilienmarkt: München von Immobilienblase bedroht

Eine Untersuchung der Schweizer Bank UBS hat im sogenannten „UBS Global Real Estate Bubble Index“ die am stärksten überbewerteten Städte weltweit herausgefiltert. Einige von ihnen stehen vor einem „Blasenrisiko“, wie es heißt. Darunter versteht die UBS eine starke und andauernde Abweichung des Preisniveaus von der Entwicklung des Einkommens, Wirtschaftswachstums oder auch der Bevölkerungswanderung. München ist hierbei die Stadt, die im „Bubble Index“ weltweit am stärksten von einem Blasenrisiko betroffen ist – knapp dahinter befindet sich mit Frankfurt eine weitere deutsche Stadt. Damit sind die Immobilienpreise hier sogar stärker überteuert als in Metropolen wie New York, Los Angeles oder London.

Der Euroraum ist generell die Region mit am meisten überhitzten Wohnungsmärkten, heißt es in der Untersuchung. In vielen europäischen Städten seien die Preise im letzten Jahr um mehr als fünf Prozent gestiegen. In München und Frankfurt hätten sich die Preise in den letzten zehn Jahren sogar verdoppelt. Matthias Holzhey, Hauptautor der Studie und Leiter Swiss Real Estate bei UBS CIO GWM, sagt: „Die Städte in der Blasenrisikozone verkraften die Corona-Krise offenbar relativ gut. Die lokale Wirtschaft in München, Toronto und Hongkong wird sich vermutlich rasch erholen. Aber selbst wenn es nicht zu einer breiten Marktkorrektur kommt, dürfte das Potenzial für weitere Kapitalgewinne ausgeschöpft sein. Vor allem die Ertragsperspektiven vermieteter Eigentumswohnungen sind angesichts der rekordhohen Preis-Miet-Verhältnisse schlecht.“

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Überteuerte Immobilienpreise in München – so lange müssen Sie für eine Wohnung arbeiten

Wie der Spiegel schreibt, sind vor allem die starke lokale Wirtschaft in Kombination mit fehlendem Wohnraum und gleichzeitigem Bevölkerungswachstum der Grund für den überhitzten Immobilienmarkt in München. Derzeit müsste ein qualifizierter Beschäftigter aus dem Dienstleistungssektor rund neun Jahreseinkommen aufbringen, um eine 60-Quadratmeter-Wohnung nahe der Innenstadt finanzieren zu können. Wer eine gleich große Wohnung vermietet, bräuchte 39 Jahre um das Geld wieder hereinzubekommen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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