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Viele Spülmaschinen-Tabs enthalten Schadstoffe - so prüfen Sie es nach

Sauberes Geschirr steht in Spülmaschine
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Viele Geschirrspül-Tabs enthalten einen bestimmten Schadstoff.

Spülmaschinen-Tabs sind in fast jedem Haushalt zu finden, aber wissen Sie, was darin enthalten ist? Die Verbraucherzentrale warnt vor einem bestimmten Schadstoff.

  • Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnte kürzlich vor einem Schadstoff in Spülmaschinen-Tabs.
  • Der Schadstoff ist zum Beispiel in einem Produkt von dm enthalten.
  • So erkennen Verbraucher, welche Inhaltsstoffe sich in Ihren Spülmaschinen-Tabs* befinden.

In einem Beitrag der ARD wurde vor Kurzem von schwer abbaubaren Chemikalien gewarnt, die sich in sehr vielen Geschirrspül-Tabs befinden: Darunter auch Benzotriazol. Der Schadstoff dient als Rostschutzmittel und soll Silberbesteck vor Lochfraß schützen, ist aber nur schwer abbaubar und reichert sich in der Umwelt an. Nun warnt auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor diesem Inhaltsstoff.

Schadstoff befindet sich in vielen Spülmaschinen-Tabs - und erfüllt eigentlich keinen Zweck

Die Verwendung von Benzotriazol in Spülmaschinen-Tabs ist nicht nur umweltschädigend, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit unnütz, wie Marcus Gast vom Umweltbundesamt erklärt. In dem ARD-Beitrag zweifelt er an, dass viele Verbraucher ihr gutes Silber tatsächlich in die Spülmaschine geben - obendrein könne in den heutigen phosphatfreien Produkten der Silberschutz seine Wirkung gar nicht mehr richtig entfalten, so der Experte.

Geschirrspüler bei Stiftung Warentest

Ein neuer Geschirrspüler muss her? In der letzten Untersuchung von Stiftung Warentest vom Oktober 2019 ging ein Gerät von Miele (werblicher Link) als Testsieger hervor.

In den Wasserwerken durchläuft die Chemikalie dann ungehindert die mechanischen und biologischen Reinigungsstufen und landet somit in Bächen und Flüssen. Am Rhein steigen deshalb die gemessenen Benzotriazolwerte flussabwärts kontinuierlich an. 20 Millionen Menschen beziehen wiederum ihr Trinkwasser aus dem Fluss. Die Mengen des Schadstoffes sind dabei zwar nicht groß, doch da er sich in der Umwelt anreichert, könnten Schwellenwerte schnell erreicht werden. „Deswegen wünschen wir uns eine europaweite Regelung, dass solche Stoffe in Wasch- und Reinigungsmittel verboten werden“, so Marcus Gast vom Umweltbundesamt.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schließt sich dieser Meinung an. Benzotriazol steht demnach auch unter Verdacht, das Hormonsystem zu schädigen und somit die Fortpflanzungsfähigkeit zu mindern. Zudem ist der Schadstoff giftig für Fische und andere Wasserorganismen.

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Spülmaschinen-Tabs: Woran erkenne ich, ob Benzotriazol enthalten ist?

Wer nun selbst herausfinden will, ob sich Benzotriazol in seinen Geschirrspül-Tabs befindet, tut sich damit erst einmal schwer. Auf der Packung der Produkte müssen die meisten Inhaltsstoffe nur sehr grob angegeben werden. Nach der Detergentienverordnung sind die Hersteller jedoch verpflichtet, alle Inhaltsstoffe öffentlich zugänglich zu machen. Die Verbraucherzentrale rät dazu, diese Inhaltsstoffe auf den Internetseiten der Hersteller unter der Überschrift „Inhaltsstoffe nach Detergentienverordnung“ einzusehen.

Bei der Überprüfung der Inhaltsstoffe des Geschirrspülmittels „denkmit Geschirr Reiniger Multi Power 12“ von dm stellte die Verbraucherorganisation auf diese Weise fest, dass auch hier Benzotriazol enthalten ist. Das Mittel wurde im Februar 2020 in einer Untersuchung durch Stiftung Warentest als „gut" befunden. Gleichzeitig erhalten aber auch Geschirrspül-Tabs ohne den betroffenen Inhaltsstoff gute Noten - das heißt, für die Spülleistung ist Benzotriazol offensichtlich kein ausschlaggebendes Kriterium, so die Verbraucherzentrale.

Darum empfiehlt die Verbraucherorganisation aus Umweltschutzgründen, auf Reinigungsmittel mit Benzotriazol zu verzichten. Umweltfreundliche Alternativen seien ganz einfach am „Blauen Engel“ zu erkennen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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