Viele Mittel sind schädlich

Unkraut im Garten ohne Chemie loswerden: Hausmittel statt Gift verwenden

Wer lästiges Unkraut entfernen möchte, sollte auf umweltfreundliche Methoden setzen. Denn viele chemische Mittel sind schädlich – oder sogar verboten.

Deutschland – Gartenbesitzer kennen das Problem: Im Sommer sprießen überall zwischen den mühselig gehegten Blumen und Pflanzen auch lästige Beipflanzen – besser bekannt als Unkraut. Um solchen ungewollten Beiwuchs zu beseitigen, gibt es zahlreiche Unkrautvernichter im Handel. Diese können jedoch echte Schäden anrichten. Daher ist es empfehlenswerter, auf andere Methoden zurückzugreifen, berichtet RUHR24*.

Umweltbundesamt (UBA)zentrale Umweltbehörde der Bundesrepublik Deutschland
Gründung1947
SitzDessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt

Unkraut im Garten: Diese Pflanzen zählen zu den nervigsten Vertretern

Einige Beipflanzen sind in hierzulande besonders häufig in den Beeten zu finden. Zu den nervigsten zählen unter anderen die folgenden:

  • Giersch,
  • Zaunwinde,
  • Schöllkraut,
  • Löwenzahn,
  • Brennnesseln,
  • Disteln
  • und einige mehr.

Unkraut ist dabei nicht gleich Unkraut: Während einige unerwünschte Pflanzen lediglich das Auge stören, behindern andere – wie beispielsweise das Schöllkraut oder die Zaunwinde – das Wachstum der Gartenpflanzen. Brennnesseln oder Disteln können darüber hinaus bekanntlich bei ungewollter Berührung ordentlich weht tun – gerade in Gärten, in denen Kinder spielen, sind sie daher oft unerwünscht (weitere Lifehacks* auf RUHR24).

Hartnäckiges Unkraut entfernen: es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten

„Unkraut vergeht nicht“, heißt es – und da ist etwas dran: Denn Unkraut ist oftmals mehrjährig und verbreitet sich zugleich rasend schnell. Löwenzahn und Distel haben beispielsweise den Vorteil, dass sie sich mit ihren fliegenden Samen selbst vermehren – es ist daher schwierig, sich vor Befall zu schützen. Auch die Entfernung des Beiwuchses ist oft gar nicht so einfach – hierbei gilt es, einiges zu beachten, sonst kommen die Pflanzen immer wieder.

Wer dem Unheil zu Leibe rücken will, der hat grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Chemische Unkrautvernichter
  2. Hacken und Jäten
  3. Vorbeugen
Unkraut wie Giersch oder Löwenzahn: Für viele Gartenbesitzer ein lästiges Übel.

Unkrautvernichter: Der Einsatz unterliegt strengen Auflagen – Strafen bis zu 50.000 Euro möglich

Chemische Unkrautvernichter gibt es im Handel zuhauf – und sie erfüllen zweifelsohne ihren Zweck. Dabei ist aber darauf zu achten, dass man in Deutschland zugelassene Mittel kauft. Außerdem unterliegt auch der Einsatz zugelassener Herbizide dem Pflanzenschutzgesetz. Laut Paragraf 12 des Pflanzenschutzgesetzes dürfen Herbizide nur auf gärtnerisch, landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen verwendet werden.

Besonders wichtig: Auf versiegelten wie asphaltierten oder gepflasterten Wegen oder Auffahrten dürfen sie keinesfalls eingesetzt werden. Es drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro. Das Verbot gilt dabei nicht nur für Herbizide, sondern auch für die Hausmittel Essig und Salz*. Der Grund: Auf diesen Flächen können die Mittel nicht gut versickern – und daher über die Kanalisation auch in das Grundwasser gelangen.

Unkraut entfernen: Herbizide sind effektiv, unkompliziert – und extrem umweltschädlich

Das Umweltbundesamt weist noch auf anderes Problem im Zusammenhang mit Herbiziden hin: Sie sind zwar unkompliziert anzuwenden und effektiv – aber in jedem Fall auch schädlich. Denn anders als von der Werbung oftmals vorgegaukelt, könnten Unkrautvernichter niemals zwischen guten und bösen Pflanzen unterscheiden. Demnach würden immer auch Zierpflanzen oder Rasenfläche in Mitleidenschaft gezogen. Besonders wichtig sei daher eine fachgerechte und sparsame Anwendung – und das nur im Notfall.

Denn auch als „nützlingsfreundlich“ gekennzeichnete Präparate schonen oft nur Bienen, andere Nützlinge könnten laut Umweltbundesamt aber durchaus geschädigt werden. Außerdem gelangen sie auch immer in den Kreislauf der Natur: Behandelte Pflanzen würden beispielsweise von Schnecken gefressen, diese wiederum von Vögeln usw. Zugleich könnten die Wirkstoffe auch versickern oder verwehen – und damit schließlich ins Grundwasser gelangen.

Als vergleichsweise umweltverträglich empfiehlt das Umweltbundesamt dabei Produkte, die allein folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Essigsäure
  • Pelargonsäure

Unkraut vernichten, aber richtig: Das Übel an der Wurzel packen

Dennoch: Wer die Umwelt schonen will, sollte lieber selbst Hand anlegen. Das ist zwar mühsamer, aber deutlich umweltfreundlicher – und ebenso effektiv. Denn wer regelmäßig jätet oder hackt, kann Unkraut nachhaltig beseitigen. Um echte Erfolge zu erzielen, ist es laut Umweltbundesamt aber notwendig, nach Art der Pflanze zu unterscheiden:

  • Samenunkräuter wie Gänsefuß oder Flohknöterich müssen vor allem am Blühen gehindert werden, da sie Tausende Samen produzieren. Sie könne daher mit einer Gartenhacke zerstört werden.
  • Wichtig zu wissen: Wer häufig hackt, spart auch beim Gießen. Denn wie Mein schöner Garten erklärt, durchtrennt die Hacke die feinen Kapillarröhrchen im Boden. Damit verhindern Sie, dass der Boden durch Verdunstung zu viel Wasser verliert.
  • Bei Wurzelunkräutern geht die Anwendung der Hacke hingegen nach hinten los: Denn sie breiten sich durch Hacken noch weiter aus, da aus jedem Stück eine neue Pflanze wächst. Viele Beipflanzen wie Löwenzahn, Disteln oder Giersch müssen daher wortwörtlich an der Wurzel gepackt werden, um sie nachhaltig zu entfernen. Denn ansonsten treiben sie immer wieder aus. Am besten daher die ganze Pflanze mitsamt Wurzel per Hand aus dem Boden ziehen. Als Utensilien zum Jäten haben sich auch Unkrautstecher oder Grabegabeln bewährt.
  • Für einige Pflanzen wie Löwenzahn oder Disteln gilt dabei: Sie vermehren sich sowohl über die zahlreichen Samen als auch über die Wurzeln, falls Stücke im Boden zurückbleiben. Die Reste sollten daher auch nicht auf dem Kompost landen – da sie sich so weiter verbreiten können.
  • Übrigens: Der Einsatz spezieller Unkrautbrenner ist nur bedingt zu empfehlen – obwohl sie ohne Chemie auskommen. Denn die Hitze wirkt nur oberflächlich, weshalb die Pflanzen schon nach wenigen Wochen wieder treiben können. Außerdem ist die Anwendung gerade im Sommer nicht ungefährlich.
Besser nicht hacken, sondern jäten: Einige Pflanzen wie Giersch kommen sonst wieder.

Vorbeugen statt bekämpfen: Diese Methoden verhindern Unkraut

Sinnvoll kann der Einsatz von Unkrautbrennern beispielsweise auf gepflasterten Flächen sein. Wer Pflanzen wie Moos oder Sauerklee aus Pflasterflächen entfernen möchte, findet im Handel aber auch entsprechende Fugenkratzer. Um neuem Wuchs vorzubeugen, kann man anschließend Sand auf die Pflastersteine streuen und mit einem Besen einfegen.

Zur Vorbeugung gegen Unkraut in den Beeten hat sich Rindenmulch bewährt. Insbesondere Kiefernrinde mit ihren zahlreichen Gerbstoffen unterdrücke das Keimen der Samen, erklärt Mein schöner Garten. Den Rindenmulch dazu mindestens fünf Zentimeter dick auf das Beet geben. Wichtig dabei: Vorab prüfen, ob die entsprechenden Beetpflanzen mit Rindenmulch auskommen. Weil Rindenmulch Stickstoff bindet, sollten zudem vorab 50 Gramm Hornspäne je Quadratmeter auf dem Beet verteilt werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Regina Wolf/RUHR24

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