Ökologisch waschen

Waschnüsse und -kastanien: Wie gut sind die umweltfreundlichen Waschmittel wirklich?

Waschnüsse (Sapindus mukorossi) in einem Beutel.
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Sind Waschnüsse- und kastanien wirklich so umweltfreundlich?Wir gehen der Frage auf den Grund.

Natürliche Erzeugnisse wie Waschnüsse und -kastanien versprechen, die Wäsche umweltfreundlich sauber zu waschen. Leider schaffen Sie das nur bedingt.

Egal, ob flüssig oder als Pulver: Waschmittel belasten die Umwelt. Sie enthalten viele Chemikalien wie schmutzlösende Tenside, Bleichmittel, Phosphate, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Waschkastanien und -nüsse versprechen dagegen, die ökologische Alternative zu sein. Wie sinnvoll sind diese Naturwaschmittel?

Was sind Waschnüsse und -kastanien?

Bio-Waschmittel* sind seit Jahren im Kommen. Die ökologischste Variante erscheint dabei, auf Schalen von speziellen Nüssen oder Kastanien zu setzen. Selbst in Drogerien kann der Kunde heutzutage zwischen zwei Sorten wählen:

  • Waschnüsse entstammen dem tropischen Waschnussbaum. Die Früchte enthalten seifenartige Saponine. Diese werden in Indien traditionell zum Waschen der Kleidung, aber auch der Haare verwendet.
  • Waschkastanien sind nichts anderes als unsere heimischen Rosskastanien. Sie enthalten ebenfalls Saponine.

Beide Mittel versprechen, die Wäsche genauso sauber zu waschen wie gängiges Waschmittel – nur umweltfreundlicher. Stimmt das?

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Waschnüsse im Test: Besser darauf verzichten

Stiftung Warentest untersuchte Waschnüsse und -kastanien im Sommer 2019 genauer und kam zu einem vernichtenden Urteil: Keines dieser Öko-Waschmittel konnte mit gängigen Produkten mithalten. Die Prüfer stellten fest, dass die Granulate starke Flecken nicht entfernen konnten. Außerdem war die Wäsche schon nach wenigen Waschgängen stark vergraut. Der Grund: Waschnüsse lösen zwar den Schmutz aus der Wäsche, dieser wird dann aber nicht mit dem Wasser abgespült, sondern setzt sich wieder auf der Kleidung ab.

Auch im Hinblick auf die Umwelt sieht Stiftung Warentest keinen Vorteil. Sie argumentieren:

  • Die Kleidung muss öfter gewaschen werden, wird deutlich schneller verbraucht und vermutlich bald ersetzt.
  • Die Naturwaschmittel wirken nicht kalklösend. In Regionen mit hartem Wasser besteht daher die Gefahr, dass die Waschmaschine schneller kaputt geht und neu gekauft werden muss.
  • Waschnüsse müssen aus Asien eingeflogen werden.

Ein weiterer Nachteil: Seit die Nachfrage an Waschnüssen in Europa gestiegen ist, explodieren die Preise in den Heimatländern. Dadurch werden sie unerschwinglich für die Menschen vor Ort. Immerhin: Waschgranulat aus Kastanien lässt sich im Herbst einfach selbst herstellen, wie es Ökotest empfiehlt.

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Umweltfreundliches Waschmittel: So waschen Sie richtig

Auch wenn Waschnüsse augenscheinlich das ökologischste Waschmittel sind –mit herkömmlichen Produkten können Sie ebenfalls umweltfreundlich Ihre Wäsche reinigen. Sie sollten dabei aber einige Punkte beachten:

  • Greifen Sie zu einem hochkonzentrierten Waschkonzentrat. Auch Produkte mit Umweltsiegel sind vorteilhaft.
  • Dosieren Sie Ihr Waschmittel richtig: Bei Ihrem Versorger erfahren Sie den Härtegrad Ihres Wassers. Nehmen Sie nur so viel Waschmittel wie laut Hersteller nötig. Die Mengen für leichte bis mittelstarke Verschmutzung reichen in den meisten Fällen vollkommen aus.
  • Nutzen Sie eine energieeffiziente Waschmaschine und waschen Sie bei niedriger Waschtemperatur. Für die meisten Kleidungsstücke sind 30 Grad ausreichend. Achten Sie darauf, die Waschtrommel voll zu beladen.
  • Verzichten Sie auf Weichspüler. Hygienespüler brauchen Sie nur, wenn ein Haushaltsmitglied eine stark ansteckende Krankheit hat.

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