Zucker als modernes Problem?

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Er ist süß, lecker und unwiderstehlich – Zucker konsumieren wir täglich in großen Mengen. Häufig sind wir uns gar nicht darüber bewusst, wo der süße Stoff überall enthalten ist.

Denn Zucker versteckt sich hinter verschiedenen Namen und ist fast in allen Lebensmitteln enthalten. Dies führt dazu, dass der Großteil unseres Zuckerkonsums unbewusst geschieht. So kommt es, dass wir wir mehr vom weißen Pulver essen als wir annehmen. Der Verzicht auf Zucker fällt uns sehr schwer, womit wir immer mehr davon aufnehmen – es entsteht ein Teufelskreis. Warum Zucker überhaupt gefährlich werden kann und was Sie dagegen tun können, haben wir hier zusammengefasst.

Was genau ist Zucker überhaupt? Wenn wir von Zucker sprechen, meinen wir in der Regel den künstlich hergestellten Haushaltszucker. Dieser wird auch Saccharose genannt und besteht wiederum aus Glukose und Fruktose. Noch vor 500 Jahren kannte der Mensch keinen Zucker. Süße Lebensmittel kamen nur in Form von Obst, Beeren und Honig auf den Tisch. Diese Produkte waren nur im Sommer verfügbar, womit der Mensch evolutionär nicht darauf eingestellt ist, große Mengen an Süßigkeiten zu genießen. Durch die Saisonalität der süßen Lebensmittel hat unser Körper früh gelernt, die überschüssigen Kalorien der Süße in Fett für den Winter umzuwandeln. Heute isst jeder Deutsche pro Jahr etwa 70 Kilogramm Zucker, das entspricht einer Menge von 200 Gramm am Tag. Der süße Stoff ist das gesamte Jahr über verfügbar und wird von uns in großen Mengen verzehrt.

Zucker ist nicht gleich Zucker. Natürlich enthält auch Obst einen gewissen Zuckeranteil, dieser kann von unserem Körper allerdings besser aufgenommen werden als Industriezucker. In Früchten liegt Zucker in seiner natürlichen Matrix vor, er ist umgeben von Vitaminen, Ballaststoffen und Wasser. Dadurch wird der Zucker von unserem Körper langsamer aufgenommen. Durch die weiteren Bestandteile von Obst tritt zudem ein Sättigungsgefühl ein. Bei künstlich hergestelltem Zucker, der beispielsweise in Schokolade oder Gummibärchen enthalten ist, sieht das anders aus. Hier ist außer Fett und Zucker kaum ein Inhaltsstoff enthalten. Die Süßigkeiten sind also wahre „Zuckerbomben“, die unseren Körper belasten. Die Konzentration des süßen Mittels ist hier um ein Vielfaches höher als in seiner natürlichen Form. Für den Körper sind künstlich hergestellte Zucker leere Kalorien.

Um zu verdeutlichen, wie viel Industriezucker wir täglich aufnehmen haben wir ein Beispiel für Sie vorbereitet: Unser alltäglicher Zuckerkonsum entspricht umgerechnet zwei Kilogramm Äpfel oder fünf Kilogramm Erdbeeren. Durch die erhöhte Kalorienaufnahme steigt das Risiko an Volkskrankheiten wie Fettsucht, Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken. Da in Deutschland jede fünfte Person als krankhaft fettsüchtig eingeschätzt wird, handelt es sich um ein großes gesellschaftliches Problem. Mehrere Studien bestätigen zudem ein suchtähnliches Verhalten im Bezug auf raffinierten Zucker. Probanden reagierten im Test unterschiedlich auf Bilder von Obst und Eiscreme. Der Verzicht auf Zucker ist für viele Menschen heute gar nicht mehr vorstellbar, womit die weitreichende Bedeutung des Zuckerproblems hervorgehoben wird.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal sechs Löffel Zucker am Tag. Das entspricht in etwa 25 Gramm. Um diese Angabe einhalten zu können, haben wir einige Tipps für Ihre Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, in denen versteckter Zucker beinhaltet ist. Das erfordert zunächst einen gewissen Aufwand beim Einkauf. Denn nur die Zutatenliste gewährt Aufschluss über die genaue Zusammensetzung der Lebensmittel. Einige Hersteller haben das Risiko des übermäßigen Zuckerkonsums erkannt, und Produkte ohne Industriezucker auf den Markt gebracht. Mit zunehmender Erfahrung finden Sie immer schneller, wonach Sie suchen. Zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks, Fruchtsäfte oder Energy Drinks sollten durch Wasser oder ungesüßten Tee ausgetauscht werden. Auch der Umstieg auf natürliche Süße kann viel bewirken. Süßen Sie Ihre Lebensmittel daher lieber mit Obst, als mit herkömmlichem Zucker, Honig oder Agavendicksaft. Auch wenn die Umgewöhnung schwer ist, sie lohnt sich, denn Ihr gesundheitlicher Zustand wird sich schon nach wenigen Wochen verbessern. Wir wünschen viel Erfolg und Freude bei der zuckerfreien Ernährung!

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