Razzia in Soest

Schwarzarbeiter im Visier: Zoll wird auf Allerheiligenkirmes fündig

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Der Zoll war auf der Kirmes mit so vielen Mitarbeitern vertreten wie seit Jahren nicht mehr.

Soest - Sie passten nicht ins Bild und sorgten am Donnerstagvormittag für erstaunte Gesichter bei den Besuchern und für kleinlaute Schausteller: Fast 100 Beamte des Zolls waren auf der Jagd nach Schwarzarbeitern und wurden fündig.

Gegen 10 Uhr hatte die Überprüfung begonnen, um halb Zwölf gab es bereits 27 Beanstandungen. Drei illegale Arbeitskräfte wurden aufgegabelt, und mindestens ein Stand musste geschlossen werden. „Für so eine kurze Zeit sind das erstaunlich viele Fälle. Damit hatten wir gar nicht gerechnet“, sagte Kirsten Schüler, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Bielefeld. 

Eine solche Großaktion hatte es auf der Allerheiligenkirmes in den letzten Jahren allerdings auch nicht gegeben. „Wir wollen so viele Stände wie möglich überprüfen“, bestätigte Schüler. In kleinen Grüppchen bewegten sich die bewaffneten Beamten von Stand zu Stand. Alle Mitarbeiter mussten sich ausweisen und wurden zu ihren Arbeitsverhältnissen befragt. „Es wird geprüft, ob die Beschäftigten ordnungsgemäß angemeldet sind, aber auch, wie viele Stunden am Tag sie arbeiten müssen und ob der Mindestlohn eingehalten wird“, erklärt Schüler. 

Alle Angaben werden nun auf ihre Richtigkeit überprüft. Während so mancher Arbeiter den Beamten sogar noch hinterherlief, um letzte Zweifel zu beseitigen, nahmen es die meisten Schausteller gelassen. „Solche Überprüfungen gibt es immer wieder. Das läuft sehr diszipliniert ab, wenn man seinen Papierkram erledigt hat“, sagte Hans-Otto Bröckling vom Kinderkarussell „Timmy’s Zeitreise“. 

Anscheinend haben es aber nicht alle seine Kollegen so genau mit ihrem „Papierkram“ genommen.

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Quelle: wa.de

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