Anklage gegen Ex-Rechtsanwalt verlesen - 900-fache Untreue

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Rechtsanwalt Lothar Vauth (v) sitzt am 17.03.2017 vor Prozessbeginn im Landgericht in Krefeld in einem Rollstuhl.

Krefeld - Im Prozess gegen den ehemaligen Rechtsanwalt Lothar Vauth aus Krefeld ist die Anklage verlesen worden. Er muss sich vor dem dortigen Landgericht wegen mehr als 900 Fällen von Untreue verantworten.

Der einstige SPD-Landratskandidat und Karnevalsprinz soll Kanzleivermögen veruntreut und in geringerem Umfang auch mit Mandantengeldern illegal umgegangen sein. 

Dabei sei es um Geld aus Erbschaften gegangen, das Mandanten zugestanden habe, so die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Insgesamt geht es um mehr als zwei Millionen Euro. In einem Rechtsgespräch hatten sich beide Seiten zuvor nicht einigen können. Während die Staatsanwaltschaft bei einem Geständnis Vauths eine Gefängnisstrafe zwischen dreieinhalb und fünf Jahren ins Gespräch brachte, wollten die Verteidiger nach Angaben des Gerichts auf eine Bewährungsstrafe hinaus. Die sahen die Ankläger allenfalls für Vauths mitangeklagte Ehefrau im Bereich des Möglichen. 

Der 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe. In seiner Kanzlei sei es zu Auseinandersetzungen mit den anderen Anwälten gekommen, die sich falsch behandelt fühlten, hatte sein Verteidiger Prof. Björn Gercke erklärt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Vauth, der keine Zulassung mehr hat, Kanzleigelder für private Zwecke missbraucht. So soll er eine private Putzfrau, Herrenausstatter, Restaurantbesuche und Spenden etwa an die SPD aus Kanzleimitteln bestritten haben. 

Vauth ist mittlerweile nicht mehr als Rechtsanwalt zugelassen. Mitangeklagt wegen Beihilfe zur Untreue ist seine zehn Jahre jüngere Ehefrau, die als Bürovorsteherin und Buchhalterin der Kanzlei als Komplizin ihres Mannes gewirkt haben soll. Gericht und Staatsanwaltschaft haben sich auf einen längeren Prozess eingerichtet. - dpa

Quelle: wa.de

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