Mehr Glück als Verstand

Wahnsinnsaktion im Sauerland: Männer steigen mit Schlauchbooten in die reißende Ruhr

Lebensgefährlicher Irrsinn in Arnsberg (NRW): Vier Männer gingen mit Schlauchbooten und Schwimminseln in die reißende Ruhr. Sie hatten mehr Glück als Verstand.

Arnsberg - Die Flut-Katastrophe hat allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 40 Menschenleben gekostet, bei Bergungsaktionen in den besonders vom Hochwasser betroffenen Kreisen Rhein-Erft und Euskirchen könnten jederzeit weitere Tote gefunden werden. Unzählige Menschen werden vermisst. Und was machen vier Männer in Arnsberg? Schnappen sich ihr Badezeug und springen mit Schlauchbooten in die reißende Ruhr.

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Arnsberg/HSK: Männer steigen mit Schlauchbooten in die reißende Ruhr

Nach den schlimmen Bildern der vergangenen Tage von den verheerenden Wassermassen, die in ganz NRW zu Toten und Schäden in unvorstellbarer Höhe geführt haben und auch im Hochsauerlandkreis wüteten, klingt die Mitteilung der Polizei HSK wie ein geschmackloser Witz: „Vier Männer im Alter von 23 bis 28 Jahren haben sich am Samstagnachmittag gegen 16.00 Uhr mit Schlauchbooten und Schwimminseln im Bereich Niedereimer in die Ruhr begeben“, heißt es darin.

Das Quartett hatte sich erst ins Schwimmzeug geworfen und dann in die Fluten der Ruhr. Die war zwar nicht mehr so reißend wie noch vor wenigen Tagen, doch sie hat noch immer „viel Kraft“, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Männer rauschten mehrere 100 Meter flussabwärts an Arnsberg-Bruchhausen vorbei und hinein in den Ortsteil Hüsten. Dort konnten sie sich nicht mehr auf ihren Schlauchbooten und Schwimminseln halten. Ein Zeuge meldete der Polizei, dass sich vier Männer kurz vor der Riggenweide an Bäumen am Ufer festhielten, nachdem sie gekentert waren.

Arnsberg/HSK: Besorgte Zeugen melden leere Schlauchboote bei der Polizei

Die Männer retteten sich von dort mit eigener Kraft ans Ufer, während ihre aufblasbaren Schwimmteile ohne sie weiter die Ruhr hinabschossen und von mehreren Menschen gesehen wurden, die daraufhin besorgt bei der Polizei anriefen.

„Für solche Aktionen haben wir keinerlei Verständnis“, hieß es seitens der Polizei des Hochsauerlandkreises. Sie prüft nun, ob Verstöße vorliegen. Die Männer haben jedenfalls gleich mehrfach Glück gehabt: Erstens leben sie noch, und zweitens ist Dummheit nicht strafbar.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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