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Tödliches Straßenrennen im Sauerland: Prozess gegen Raser aus Soest wird neu aufgerollt

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Von: Daniel Schinzig

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Die Landstraße zwischen Beckum und Hövel glich nach dem Unfall im August 2018 einem Trümmerfeld. In dem blauen VW Golf starb eine Frau, die vier weiteren Insassen wurden schwer verletzt.
Bei einem illegalen Straßenrennen im Sauerland starb eine Frau. Vier weitere Personen wurden teils schwer verletzt. © Klümper, Markus

Bei einem illegalen Autorennen im Sauerland starb eine Frau, mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Der Fall wird nach einem BGH-Urteil zum Teil neu aufgerollt.

Arnsberg - Nachdem eine Frau bei einem illegalen Straßenrennen in zwischen Balve und Sundern in NRW ums Leben kam und vier weitere Personen schwer verletzt wurden, gab es im Januar 2020 ein Urteil gegen zwei Raser. Der eine Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und neun Monaten verurteilt, der andere kam mit einer Bewährungsstrafe von neun Monaten davon. Doch genau an diesem Urteil könnte sich noch einmal etwas ändern. Der Fall wird noch einmal verhandelt.

StadtArnsberg
Fläche193,72 km²
Einwohner73.487

Illegales Straßenrennen: Frau stirbt bei schrecklichem Unfall in NRW

Es war ein furchtbarer Unfall im Sommer 2018. Bei einem illegalen Rennen zwischen zwei Rasern starb eine 70-jährige Frau zwischen Balve und Sundern im Sauerland. Vier weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Als einer der beiden Männer bei dem Autorennen den Wagen des anderen überholen wollte, krachte er frontal in das Fahrzeug der 70-jährigen Frau. Es folgte ein langer und schwieriger Prozess, der mitunter einer Schlammlacht glich.

Dann stand das Urteil fest: Der Mann, der bei dem illegalen Rennen sein Auto frontal in den Wagen der verstorbenen Frau steuerte, bekam eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Eine Sprecherin des Landgerichts Arnsberg bestätigte nun der Deutschen Presseagentur, dass das Urteil des unmittelbaren Verursachers des Unfalls nun rechtskräftig sei.

Illegales Rennen in NRW: Fall wird noch einmal aufgerollt

Anders sieht es bei dem anderen Fahrer, einem Mann aus Soest, aus. Gegen ihn muss das Verfahren noch einmal neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof hob die neunmonatige Strafe auf Bewährung auf und erweiterte den Schuldvorwurf. Dem Angeklagten wird nun nicht mehr nur die Teilnahme an einem illegalen Autorennen vorgeworfen, sondern auch noch fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung in vier Fällen.

Die Sprecherin des Landgerichts sagte, man wisse noch nicht, ob das BGH den Fall an Arnsberg zurückverweise. Normalerweise gingen solche Fälle an das Ursprungsgericht zurück, es gebe aber auch andere Beispiele. Der Bundesgerichtshof war dazu zunächst nicht zu erreichen.

Immer wieder werden bei illegalen Straßenrennen Menschen verletzt. So auch in Hagen: Ein Mann verlor in einer Kurve die Kontrolle über seinen Wagen. (mit dpa-Material)

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