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Nach großer Waffen-Razzia: Mann aus Attendorn stirbt bei Explosion im Wald

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Von: Daniel Schinzig

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Nachdem die Polizei in einer Wohnung in Attendorn ein riesiges Waffen-Arsenal fand, ist der 69-jährige Besitzer nun tot. Er sprengte sich in die Luft.

Attendorn - Der 69-jährige Mann aus Attendorn (NRW), in dessen Wohnung am Mittwoch (10. August) bei einer Durchsuchung der Polizei unzählige Waffen, Waffenteile und Munition entdeckt wurden, ist tot. Der Senior hat sich selbst umgebracht. Das bestätigten eine Sprecherin der Polizei und Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss auf Nachfrage.

Attendorn/NRW: Mann stirbt nach Waffen-Razzia bei Explosion im Wald

Der Staatsanwalt bestätigte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass sich der Mann in einem Wald in der Nähe seiner Wohnung selbst in die Luft gesprengt habe. Auch ein Abschiedsbrief sei gefunden worden. „Nach bisherigen Ermittlungen ist von einem Suizid auszugehen“, teilten die Polizei Hagen und die Staatsanwaltschaft Siegen am Donnerstag mit.

Der Mann sei wegen mehrerer Delikte einschlägig bekannt gewesen und habe auch schon Haftstrafen verbüßt, erklärte Patrick Baron von Grotthuss. Dass der 69-Jährige in dem Wald einen Sprengstoffbunker besaß, konnte der Oberstaatsanwalt nicht bestätigen. Polizisten durchsuchten das Gebiet, um sicherzustellen, dass dort keine weiteren explosiven Materialien zu finden sind.

Ein ganzes Arsenal an Waffen wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung in Attendorn gefunden. Der 69-Jährige Besitzer hat sich nun umgebracht.
Ein ganzes Arsenal an Waffen wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung in Attendorn gefunden. Der 69-Jährige Besitzer hat sich nun umgebracht. © Polizei Hagen

Attendorn/NRW: Waffen und Munition bei 69-Jährigem mit „rechtsgerichteter Gesinnung“ gefunden

Einsatzkräfte der Polizei Hagen hatten die Wohnung des Mannes am Mittwoch durchsucht, weil der Verdacht bestand, dass er im Besitz von Kriegswaffen sei. Bei der Durchsuchung wurden laut Mitteilung der Polizei Hagen und der Staatsanwaltschaft Siegen nicht nur unzählige Waffen entdeckt, sondern auch Gegenstände und Dokumente, die auf eine deutlich rechtsgerichtete Gesinnung des 69-jährigen Mannes schließen ließen. Hinweise auf eine konkret geplante Straftat des Mannes, der keine Waffenbesitzkarte und keinen Waffenschein hatte, gab es offenbar aber nicht.

Der zuständige Haftrichter hatte am Mittwochabend einen Haftbefehl erlassen, der dann aber außer Vollzug gesetzt wurde. Der Richter hatte Meldeauflagen gegen den Mann verfügt.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Selbsttötungen, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn Suizide durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, beispielsweise bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

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