Intensive Ermittlungen der Polizei

"Kein Bock auf Schule": Jugendliche gestehen Amok-Drohungen gegen Gymnasium - das droht ihnen jetzt

In Attendorn (NRW) gab es am Donnerstag eine Amok-Drohung. Das St.-Ursula-Gymnasium bleibt am Freitag geschlossen. Die Polizei ermittelt.
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In Attendorn (NRW) gab es am Donnerstag eine Amok-Drohung. Das St.-Ursula-Gymnasium bleibt am Freitag geschlossen. Die Polizei ermittelt. (Symbolfoto)

Die Amok-Drohungen gegen das St.-Ursula-Gymnasium sind aufgeklärt. Zwei Jugendliche haben gestanden, Mails mit Gewaltandrohungen an die Schule verschickt zu haben. Ihr Motiv macht fassungslos.

  • In Attendorn (NRW) gab es am 11. Juni eine Amok-Drohung gegen das St.-Ursula-Gymnasium.
  • Es folgten weitere Drohmails, die die Schule erreichten.
  • Zwei Jugendliche gaben gestanden, ihr Motiv macht fassungslos.

Update, 24. Juni, 13.35 Uhr: Zwei Jugendliche, die die Polizei als Absender von Amok-Drohungen gegen das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn (NRW) ermittelt hat, haben gestanden, die Drohmails an die Schule geschickt zu haben. Das teilten die Kreispolizeibehörde Olpe und die Staatsanwaltschaft Siegen am Mittwoch mit. 

Demnach seien am 11. Juni und in den folgenden Tagen insgesamt fünf Bedrohungsnachrichten beim St.-Ursula-Gymnasium eingegangen, in denen unter anderem damit gedroht worden sei, dass am Gymnasium und an der Realschule, die mit zum Gebäudekomplex gehört, Menschen sterben würden. 

Eine der Mails habe die Polizei durch "intensive IT-Ermittlungen" zurückverfolgt, die sich auch auf das sogenannte "Darknet" und - unter Einbeziehung von Interpol - auf das Ausland bezogen hätten. Dadurch seien die Ermittler auf die beiden Tatverdächtigen aufmerksam geworden. Nähere Angaben zu den beiden machten Polizei und Staatsanwaltschaft "insbesondere mit Rücksicht auf das Alter" nicht. 

Attendorn (NRW): Jugendliche wollen durch Amok-Drohung schulfrei haben

Der Grund, warum die Jugendlichen Amoktaten an den Schulen androhten, macht fassungslos: "Als Motiv gab einer der Beschuldigten an, 'keinen Bock auf Schule' zu haben", berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die beiden wollten nach eigenen Angaben durch die Drohungen eine Schließung der Schule erzielen, um schulfrei zu haben. Über die Folgen hätten sie sich aber keine ernsthaften Gedanken gemacht.

Die Polizei hat gegen beide nun ein Ermittlungsverfahren wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" eingeleitet. Das kann laut Polizei mit Freiheits- oder Geldstrafen bzw. der Anwendung von Jugendstrafrecht geahndet werden. Zudem würden zivilrechtliche Schritte im Hinblick auf die durch die Drohungen ausgelösten Kosten geprüft. Auch die Schule habe Konsequenzen für die Jugendlichen angekündigt.

"Die Polizei, die in ihrer Bewertung zu keiner Zeit von einer unmittelbaren Gefahr ausging, verurteilt die Begehung solcher Straftaten, weil sie sich gegen eine Solidargemeinschaft richtet und dadurch öffentlicher Unfrieden entsteht", heißt es. 

Attendorn (NRW): Jugendliche sollen Amok-Drohungen verschickt haben

Update, 23. Juni, 16.24 Uhr: Es gibt Neuigkeiten rund um die Amok-Drohung gegen das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn (NRW). Korrekterweise muss hier allerdings von Drohungen die Rede sein, denn nach der Ankündigung einer Amoktat via Twitter am Abend des 11. Juni (siehe unten) sind bei der Schule weitere Drohmails eingegangen. Eine erreichte das St.-Ursula-Gymnasium am Abend des 17. Juni, es folgten weitere, wie aus einem Statement der Schülervertretung auf der Internetseite der Schule hervorgeht. 

Die Schulleitung hatte den Schülern daraufhin freigestellt, ob sie den Unterricht in Attendorn besuchen oder nicht. "Wer aktuell zur Schule geht, hat beim Betreten des Geländes verständlicherweise ein mulmiges Gefühl", berichtet die Schülervertretung. 

Attendorn (NRW): Erhebliche Unruhe bei Lehrern, Schülern und Eltern

Das könnte jetzt aber ein Ende haben: Die Polizei hat nach eigenen Angaben am Dienstag einen jugendlichen Tatverdächtigen ermittelt, die Drohmails an das St.-Ursula-Gymnasium verschickt haben sollen. "Diese Nachrichten hatten in der letzten Woche für erhebliche Unruhe in der Lehrer- und Schülerschaft, aber auch bei den Eltern gesorgt", erklärte die Polizei. Am Montagabend seien weitere Nachrichten bei der Schule eingegangen, die die Ermittler dann auf die Spur des Jugendlichen geführt hätten. 

Der Tatverdächtige wird laut Polizei zur Stunde verhört. Weitere Details wollen die Ermittler bekannt geben, "sobald dies möglich ist".

Attendorn (NRW): Amok-Drohung kam per Twitter

Update, 16.55 Uhr: Die Polizei hat nähere Einzelheiten zur Amok-Drohung gegen das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn bekannt gegeben. Wie Sprecher Michael Klein im Gespräch mit der Redaktion erklärte, sei die Drohung am Donnerstagabend via Twitter veröffentlicht worden. Der entsprechende Tweet sei aber mittlerweile gelöscht worden. 

"In Abstimmung mit der Polizei hat sich die Schulleitung dazu entschlossen, umgehend eine Schulschließung für heute, Freitag, den 12. Juni 2020, in die Wege zu leiten, um bis zu einer Klärung des Vorgangs die Schulgemeinschaft keinem Risiko auszusetzen", schrieb Schulleiter Markus Ratajski am Freitag in einem Elternbrief. 

Attendorn (NRW): Amok-Drohung laut Polizei nicht ernst gemeint

Die Polizei geht nach Angaben von Klein "nicht von einer Ernsthaftigkeit" der Amok-Drohung aus. "Wir nehmen solche Sachen aber grundsätzlich ernst", erklärte der Sprecher. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zur Frage, wer den Tweet veröffentlicht haben könnte, laufen unterdessen weiter. 

Das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn öffnet am kommenden Montag, 15. Juni, "wieder in der gewohnten Weise im 'Corona-Modus'", wie Ratajski erklärte. Die Polizei werde dann rund um die Schule Präsenz zeigen, wie auch Michael Klein bestätigte. Schulleiter Markus Ratajski rief die Eltern der Schüler dazu auf, "zusammen mit Ihren Kindern über die nachvollziehbaren Sorgen rund um eine solche Androhung zu sprechen und dann am Montag zuversichtlich den Weg in die Schule zu wagen".

Attendorn (NRW): Amoktat für Freitag angekündigt

Erstmeldung vom 12. Juni, 11.36 Uhr: Attendorn (NRW) - Amok-Alarm im Sauerland: Das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn blieb am Freitag geschlossen, weil es dort eine Amok-Drohung gegeben hat. Die Polizei ermittelt. 

Das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn (NRW) kündigte die Schulschließung am Freitag auf seiner Internetseite an. Demnach müsse die Schule "wegen der Androhung einer Straftat gegen die Schulgemeinschaft" geschlossen bleiben. 

Wie Polizeisprecher Michael Klein auf Nachfrage erklärte, handele es sich dabei um die "Ankündigung einer möglichen Amoktat" für Freitag, die am Donnerstagabend bei der Schule eingegangen sei. Klein machte keine Angaben dazu, auf welchem Wege die Amok-Drohung beim St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn eingegangen ist. Auch zum Inhalt äußerte sich der Polizeisprecher zunächst nicht. "Die Lage ist aktuell noch etwas diffus", sagte Klein.

Attendorn (NRW): Schulleiter erstattet nach Amok-Drohung Anzeige

Die Schule habe daraufhin beschlossen, dass das Gymnasium am Freitag geschlossen bleibt. Schulleiter Markus Ratajski hat laut Michael Klein Anzeige erstattet.  "Die Schulleitung ist in enger Zusammenarbeit mit der Polizei aktuell darum bemüht, die Sicherheitslage zu prüfen und die Situation zu klären", heißt es auf der Schul-Homepage. 

Die Polizei hat nach Angaben von Klein ein umfangreiches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weitere Informationen will der Sprecher im Laufe des Tages bekannt geben. Laut Polizei liegt keine Gefährdung für das St.-Ursula-Gymnasium oder dessen Schüler vor.

Vor einem guten Jahr gab es im Sauerland schon einmal einen Amokalarm: An einem Hüstener Gymnasium hatte ein 17-jähriger Schüler per WhatsApp angekündigt, eine Sportstunde zu "reinigen". Die Polizei nahm den Jugendlichen fest.

Quelle: wa.de

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