Axt-Angriff in Düsseldorf: Täter in "psychischer Ausnahmesituation"

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Die Axt-Attacke mit neun Verletzten am Düsseldorfer Hauptbahnhof war nach Überzeugung der Ermittler die Einzeltat eines psychisch kranken Mannes. 

Düsseldorf - Die Axt-Attacke mit neun Verletzten am Düsseldorfer Hauptbahnhof war nach Überzeugung der Ermittler die Einzeltat eines psychisch kranken Mannes. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es nach Angaben der Polizei nicht.

"Es deutet derzeit alles darauf hin, dass am Düsseldorfer Hauptbahnhof ein psychisch kranker Mann völlig wahllos neun Menschen mit einem Beil angegriffen und zum Teil schwer verletzt hat", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Freitag. 

Von den neun Verletzten war nach Angaben der Universitätsklinik Düsseldorf am Freitagmorgen keiner in Lebensgefahr. Die Züge am Hauptbahnhof fuhren am Morgen nach der Tat im Berufsverkehr wieder ohne größere Einschränkungen.

Der 36 Jahre alte mutmaßliche Täter hatte den Ermittlungen zufolge am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr erst in einer S-Bahn der Linie 28, dann im Bahnhof mit einer Axt auf Passanten eingeschlagen. Neun Menschen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Die Polizei rückte mit schwer bewaffneten Spezialkräften an und sperrte den Bahnhof stundenlang ab. 

Der mutmaßliche Täter sei ein 36 Jahre alter Mann aus dem Kosovo, der in Wuppertal wohne, erklärte die Polizei. Er habe sich offensichtlich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden, sagte ein Polizeisprecher. "Aufgrund dessen hat er wohl diese Tat begangen." Das habe ein Angehöriger des 36-Jährigen den Ermittlern gesagt. Details nannte die Polizei zunächst nicht. Um 13 Uhr wollten Polizei und Staatsanwaltschaft über den aktuellen Erkenntnisstand berichten. 

Nach der Tat hatte der 36-Jährige versucht, über die Gleise zu fliehen. Schließlich war er von einer Brücke mehrere Meter hinab auf eine Straße gesprungen, dabei verletzte er sich schwer. Nach der Tat hatte die Polizei zunächst überprüft, ob der 36-Jährige Unterstützer hatte. Zwei weitere Männer wurden festgenommen. Es habe sich aber herausgestellt, dass sie nichts mit der Tat zu tun hatten, sagte ein Polizeisprecher. 

Am Tatort auf Gleis 13 des Düsseldorfer Hauptbahnhofs erinnerte am Freitagmorgen nichts mehr an die Ereignisse des Vorabends. Pendler und Reisende strömten wie an jedem Morgen durch das Bahnhofsgebäude. Nachdem am Abend mehr als 120 Züge ausgefallen waren oder umgeleitet wurden, lief der Verkehr im morgendlichen Berufsverkehr wieder weitgehend planmäßig.

Innenminister Jäger dankte den Einsatzkräften für ihr besonnenes Handeln, um die Lage am Hauptbahnhof unter Kontrolle zu bekommen und den Täter festzunehmen. "Ich wünsche den Verletzten Kraft, damit sie wieder gesund werden", sagte Jäger. - dpa

Quelle: wa.de

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