7-Tage-Inzidenz über 500

Explodiere Zahlen: Hotspot-Ort in NRW mit riesigem Corona-Spitzenwert

Ein kleiner Ort in Nordrhein-Westfalen reißt alle deutschen Corona-Spitzenwerte. In dem Städtchen nahe Aachen liegt die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 321.

Update vom 26. Oktober, 19.36 Uhr: Im Coronavirus-Hotspot Baesweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen ist die wichtige Kennziffer für Neuinfektionen weiter gestiegen. Am Montag meldete die Städteregion Aachen einen Wert von 554 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche für Baesweiler. Am Freitag lag die Kennziffer für Baesweiler noch bei 328. In der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern gilt ein strenger Maßnahmenkatalog. Die muslimischen Gemeinden dort setzen das Freitagsgebet bis zum 31. Oktober aus. Der freiwillige Verzicht auf die Gebete sei sehr hilfreich, erklärte die Städteregion.

StadtBaesweiler
LandkreisStädteregion Aachen
Einwohner27.898 (Stand 31. Dezember 2010)
Fläche27,77 km²
Bürgermeister Willi Linkens

Baesweiler - Ein kleiner Ort bei Aachen ist Spitzenreiter bei der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. In Baesweiler lassen 84 akute Nachweise den Wert auf 321 ansteigen - so viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus* innerhalb einer Woche sind es, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Weil die Inzidenz in der Städteregion Aachen aber insgesamt „nur“ bei 121 liegt, gibt es bisher keinen Lockdown im Landkreis (Datenstand: Donnerstag, 22. Oktober).

Zum Vergleich: Die Verantwortlichen in Bayern haben für das Berchtesgadener Land seit Dienstag, 14 Uhr, einen De-Facto-Shutdown verfügt. Dort war der Inzidenzwert auf über 230 gestiegen, lag am Donnerstag sogar schon bei über 290. Urlauber mussten abreisen, Gastronomie- und Hotelbetriebe schließen.

Baesweiler mit Inzidenz über 300: erweiterte Allgemeinverfügung

In Baesweiler gilt, wie für die Städteregion Aachen, seit Mittwoch eine erweiterte Allgemeinverfügung ergänzend zur Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Darin ist unter anderem eine Sperrstunde ab 23 Uhr vorgesehen, die Zahl der Teilnehmer an Festen außerhalb privater Räumlichkeiten ist auf zehn begrenzt.

Maßnahmen, die über die Allgemeinverfügung für die Städteregion hinausgehen, könnte nur das zuständige Gesundheitsdezernat verhängen. Der Bürgermeister von Baesweiler, Willi Linkens, sagte im WDR, er hoffe, dass die Zahlen bis zum 31. Oktober wieder sinken werden. Die Einhaltung von Quarantäneverfügungen soll in Baesweiler nun streng kontrolliert werden.

Baesweiler Top-Hotspot, aber ganz NRW über kritischer Marke

In ganz Nordrhein-Westfalen liegt der 7-Tage-Inzidenzwert inzwischen über der kritischen Marke von 50. Am Donnerstag wies das Robert-Koch-Institut (RKI) für das bevölkerungsreichste Bundesland eine Inzidenz von 70,8 aus.

In NRW wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet, meldet die dpa. Rund 12 Millionen Einwohner leben demnach in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor.

Corona in NRW-Städten über kritischem Wert

Münster mit rund 315.300 Einwohnern ist, Stand 22. Oktober, die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter der Kennzahl von 50 bleibt. Nordrhein-Westfalen hat knapp 18 Millionen Einwohner.

Mehrere Regionen verzeichnen wie die Städteregion Aachen mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche - darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 111,7. Dunkelrot auf der RKI-Karte sind auch Duisburg, Gelsenkirchen und Wuppertal. Die höchsten Werte hat die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 153,9 sowie Herne mit 152,8 und 156 450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet gilt auch am Donnerstag weiter als Risikogebiet.

Inzidenzwert deutschlandweit über 50

Deutschlandweit liegt die Inzidenz inzwischen ebenfalls über dem kritischen 50er-Wert bei nun 51,3. Am Donnerstag meldete das RKI einen Höchstwert von 11.287 neuen Nachweisen. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Weiterhin gelten viele Regionen Deutschlands als Risikogebiete - mit Auswirkungen auf den innerdeutschen Tourismus. Zwar wurden Beherbergungsverbote in vielen Bundesländern schon wieder gekippt, die Unsicherheit ist bei Urlaubern wie Gastgebern aber weiterhin groß. Der Tourismus leidet europaweit; das Auswärtige Amt hat für viele Länder Europas Reisewarnungen ausgesprochen. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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