Unbekannte spielen bösen Streich

Lokführer in NRW unter Schock: Bahn erfasst menschliche Gestalt auf Gleisen

Ein Zug nähert sich einem Bahnübergang.
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Der Lokführer eines Regionalexpresses steht nach einem bösen Streich unter Schock.

Schock bei der Fahrt der Bahn RE17 zwischen Warburg nach Meschede: Eine Person scheint auf den Gleisen zu sitzen. Der Lokführer leitet sofort die Notbremsung ein, kann den Zusammenstoß aber nicht verhindern.

Hagen/Marsberg - Mit einem bösen Streich haben Unbekannte einen Lokführer verletzt. Wie die Bundespolizei mitteilt, meldete sich der Lokführer am Mittwoch, 20. Januar, gegen 22.15 Uhr bei ihnen: Auf der Strecke der Bahn zwischen Warburg und Meschede in NRW habe eine Person gesessen. Er habe eine Schnellbremsung eingeleitet, die Person aber erfasst.

StadtMarsberg
KreisHochsauerlandkreis
Einwohner19.540 (Stand 31.12.2019)
Höhe240 m ü. NHN

Schock nach Zusammenstoß einer Bahn mit vermeintlicher Person: Einsatzkräfte finden Kleidung unter Zug

Der Lokführer war mit dem RE17 bei Marsberg im Sauerland (NRW) unterwegs, als er die vermeintliche Person entdeckte. Sie habe mit dem Rücken zu ihm auf den Gleisen gesessen. Als die Bundespolizei im zuständigen Revier Hagen gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften am Unfallort eintraf, schien es tatsächlich so, als habe die Bahn einen Menschen überfahren - die Einsatzkräfte fanden Kleidung unter dem Zug.

Bei der Bergung der vermeintlichen Person stellte sich dann heraus, dass alles nur ein böser Streich war: Die Einsatzkräfte fanden Holz, Füllmaterial und Bekleidung. Unbekannte hatten daraus eine Puppe gebaut, die einer Vogelscheuche ähnelte. Der Lokführer hatte die Puppe im Dunklen nicht von einer Person unterscheiden können. Deshalb hatte er die Schnellbremsung eingeleitet.

Völlig zerfetzt: Überreste der Puppe, die in etwa so groß war wie eine Vogelscheuche.

Fahrgäste wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Feuerwehrleute evakuierten sie zu einem nahegelegenen Bahnübergang. Sie setzten ihre Fahrt mit dem Taxi fort.

Nach Vorfall auf Bahngleisen: Bundespolizei leitet Strafverfahren ein

Verletzt wurde der 49-jährige Triebfahrzeugführer selbst, er steht unter Schock. Durch den Vorfall musste die Strecke über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden gesperrt werden. Die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

Die Bundespolizei bittet um Hinweise: Personen, die Hinweise zu Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich mit der Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800 6 888 000 in Verbindung zu setzen. Die Tat ereignete sich vermutlich am 20. Januar 2021 gegen 22 Uhr.

Dienstagnacht war es auch in Soest zu einem Zwischenfall gekommen: Pferde hatten den Zugverkehr lahmgelegt. Und in Hamm-Heessen musste am Donnerstag, 14. Dezember, ein ICE eine Notbremsung machen. Er war in einen Einkaufswagen gekracht.

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