Sägen, Stahlplatten und sogar Bagger

Baustellen in NRW: Diebe erbeuten 10 Millionen Euro

+
Eine Arbeitsbank und eine Betonmischmaschine hängen auf einer Baustelle in Bielefeld zum Schutz gegen Diebstahl an einem Kran.

Düsseldorf - Sie lassen Sägen mitgehen, klauen tonnenschwere Stahlplatten, Kabel und kleinere Geräte, ab und zu sogar einen Bagger: Diebe haben im vergangenen Jahr auf Baustellen in Nordrhein-Westfalen Beute im Wert von fast zehn Millionen Euro gemacht.

Das Thema macht der Branche zunehmend Sorgen. "Wir haben es vermehrt mit organisierter Kriminalität zu tun", sagt der Sprecher des Bauindustrieverbands NRW in Düsseldorf, Tobias Siewert.

Die Kriminellen sind immer professioneller ausgerüstet. Teils fahren sie sogar mit einem Tieflader vor, um schweres Gerät wie Bagger zu stehlen. Die Bauunternehmer beugen vor mit mehr und höheren Zäunen an Baustellen. "Kameraüberwachungen sind weit verbreitet", sagt Siewert.

Insgesamt 4832 gemeldete Diebstähle

Im vergangenen Jahr wurden aus nicht bezogenen Neubauten, aus Rohbauten, Baubuden oder von Baustellen insgesamt 4832 Diebstähle mit einem Schaden von rund 9,8 Millionen Euro gemeldet, teilte das Landeskriminalamt mit.

Zwar war 2015 laut polizeilicher Kriminalstatistik die Zahl der Diebstähle mit 5808 um fast 1000 Fälle höher als im Jahr darauf. Die Schadenshöhe lag aber mit 9,9 Millionen Euro kaum über dem Niveau von 2016. 2014 gab es 5434 Fälle von Klau auf dem Bau mit einem Schaden von 9,7 Millionen Euro.

"Jahrzehnt der Baustellen"

Die Bauwirtschaft hatte zuletzt auch die Landespolitik eingeschaltet. Nachdem der frühere Bauminister Michael Groschek (SPD) ein "Jahrzehnt der Baustellen" ausgerufen hatte, hatte der Bauindustrieverband für ein "Jahrzehnt der Sicherheit" geworben.

"Wer neue Wohnungen, Straßen und Leitungen will, muss unsere Baustellen besser schützen", hatte Beate Wiemann, die Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, gefordert. 

Mehr Personal und schnellere Verfahren

Neben mehr Personal für Polizei und Justizbehörden sei es vor allem wichtig, die Verfahren schneller abzuschließen, um Kriminelle abzuschrecken: "Abschreckung reduziert Diebstahl. Also gilt es, Engpässe bei Polizei und Justiz in Nordrhein-Westfalen zu beseitigen." 

Wiemann warnte zudem, neben einer Verteuerung könnten sich auch die laufenden Projekte verzögern, wenn Material gestohlen werde. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare