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Brand auf Mallorca: Acht Kegelbrüder aus NRW werden aus U-Haft entlassen

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Blick auf die Schäden nach einem Brand am Restaurant «Why Not Mallorca?». Die Polizei hat 13 deutsche Urlauber festgenommen, weil sie den Brand ausgelöst haben sollen.
Blick auf die Schäden nach dem Brand am Restaurant «Why Not?» auf Mallorca. © Clara Margais/dpa

Seit knapp zwei Monaten sitzen acht Touristen aus NRW wegen des Vorwurfs der Brandstiftung auf Mallorca in Untersuchungshaft. Jetzt kommen die Kegelbrüder frei.

Palma/Münster - Die acht jungen Männer aus Nordrhein-Westfalen, die auf Mallorca seit knapp zwei Monaten wegen des Vorwurfs der Brandstiftung in Untersuchungshaft sitzen, werden auf freien Fuß gesetzt. Völlig aus dem Schneider sind die insgesamt zwölf Deutschen, die der Tat verdächtigt werden, noch nicht.

InselMallorca
Fläche3.640 km²
Einwohner\t912.171

Brand auf Mallorca: Acht Kegelbrüder aus NRW werden aus U-Haft entlassen

Der zuständige Ermittlungsrichter habe auf Antrag der Verteidigung die Freilassung auf Kaution in Höhe von jeweils 12.000 Euro und unter Auflagen gewährt, teilte die Justiz der spanischen Urlaubsinsel mit. Die Mitglieder eines Kegelclubs aus Münster sollten das Gefängnis in Palma den amtlichen Angaben zufolge noch am Freitag verlassen. Vor dem Gefängnis versammelten sich nach Bekanntwerden der Nachricht bald 15 bis 20 Journalisten.

Die überraschende Wende ist wohl dem Einsatz der jungen spanischen Anwältin Maria Barbancho Saborit zu verdanken, die erst kürzlich zur Verstärkung des deutsch-spanischen Verteidigungsteams verpflichtet worden war. In den vergangenen Tagen hatte sie unter anderem ein Foto als entlastendes Beweismittel herangeschafft, auf dem ein rauchender Unbekannter auf dem Balkon des Nachbarzimmers der Gruppe zu sehen ist und der als Täter ebenfalls infrage käme.

Dieses Foto habe mit dazu beigetragen, dass sich die Staatsanwaltschaft in Palma am vergangenen Dienstag erstmals für die Freilassung der Kegelbrüder ausgesprochen habe, erklärte Barbancho Saborit.

Brand auf Mallorca: Kegelbrüder können noch angeklagt werden

Völlig aus dem Schneider sind die insgesamt zwölf Deutschen, die der Tat verdächtigt werden, noch nicht. Denn die Ermittlungen gehen weiter. Wenn sie irgendwann doch angeklagt und der fahrlässigen Brandstiftung für schuldig befunden werden, können sie auf Mallorca zu einem Freiheitsentzug zwischen einem und drei Jahren verurteilt werden, wie spanische Anwälte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärten.

Bei vorsätzlicher Brandstiftung seien Haftstrafen von bis zu sechs Jahren vorgesehen, hieß es. Bei Vorsatz und der Gefährdung von Menschenleben könne das Urteil auch deutlich schärfer ausfallen

Verheerender Brand am Ballermann: Alle Kegelbrüder wieder auf freiem Fuß

Ende Mai waren die 13 Mitglieder eines Kegelclubs auf Mallorca festgenommen worden. Sie wurden nach einem verheerenden Restaurant-Brand nahe des Ballermanns der Brandstiftung beschuldigt.

Das Restaurant «Why Not» in der Nähe des Ballermanns steht in Flammen. Die Polizei hat auf Mallorca 13 deutsche Urlauber festgenommen, weil sie den Brand ausgelöst haben sollen.
Das Restaurant «Why Not» in der Nähe des Ballermanns stand in Flammen. © 5vision/dpa

Den Deutschen, die laut Medien fast alle zwischen 24 bis 29 Jahre alt sind, wurde vorgeworfen, bei einer Party auf zwei Balkonen ihrer Hotel-Zimmer brennende Zigarettenkippen auf das Terrassendach einer Gaststätte geworfen und auch Alkohol darauf gegossen zu haben. Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer und beschädigte die Gaststätten und die Wohnung. Zwei Menschen, ein Mann und ein Mädchen, seien leicht verletzt worden.

Die Touristen bestreiten seit dem ersten Tag, das Feuer gelegt zu haben. Der Richter sah sie trotzdem als dringend tatverdächtig an und hatte ihnen bisher eine Freilassung auf Kaution verweigert. Unter anderem auch deshalb, weil er eine Fluchtgefahr sah.

Vier der Verdächtigen kamen gegen Zahlung einer Kaution von jeweils 12.000 Euro frei. Ein fünfter kam ohne Kaution frei. Er hatte nachweisen können, dass er zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers unter der Dusche war. Die anderen acht jungen Männer mussten auf Mallorca in Untersuchungshaft bleiben. - dpa

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