1. SauerlandKurier
  2. Nordrhein-Westfalen

Brief aus dem Gefängnis an die Polizei: „Ich wollte mich dafür bedanken, dass ...“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Die Polizei Bochum hat den handschriftlichen Brief veröffentlicht. (mit einem Klick auf das Kreuz im oberen Bereich ist das Foto vollständig anzusehen)
Die Polizei Bochum hat den handschriftlichen Brief veröffentlicht. (Im Text ist der vollständige Brief zu lesen) © Polizei Bochum

Mit einem Brief aus dem Gefängnis hat sich ein 31-jähriger Mann aus NRW an die Polizei gewendet. Der Mann bedankt sich für seine Festnahme und gelobt Besserung.

Bochum - Eine solche Nachricht ist auch für die Beamten des Polizeipräsidiums in Bochum nicht alltäglich. Ein 31-jähriger Mann aus Bochum bedankt sich für seine Festnahme. Deswegen teilen die Beamten den „zu Herzen gehenden Brief“ mit der Öffentlichkeit.

StadtBochum
Fläche145,4 km²
Einwohner364.454 (31. Dez. 2020)

Brief aus dem Gefängnis an die Polizei: „Ich wollte mich dafür bedanken, dass ...“

Der 31-Jährige wurde im Sommer von zwei Bochumer Polizeibeamten festgenommen, teilt die Polizei mit. Mit dabei: sein kleiner Sohn. Gemeinsam waren die beiden Ende Juli am Hauptbahnhof in Bochum unterwegs, als er zufällig von zwei Streifenbeamten kontrolliert wird. Dabei stellte sich heraus, dass ein offener Haftbefehl wegen Betrugs gegen den Mann aussteht. Die Polizisten verhaften den Mann, bringen ihn in eine Justizvollzugsanstalt (JVA), wo er seine Haft antritt.

Der Brief aus dem Gefängnis.
Der Brief aus dem Gefängnis. © Polizizei Bochum

Einige Monate später berichtet der Mann der Polizei aus dem Gefängnis von seinem Sinneswandel. Der handgeschriebene Brief erreichte das Polizeipräsidium Ende November, teilen die Beamten mit. „Ich wollte mich dafür bedanken, dass die (Polizisten) neben meinem Sohn sehr sorgfältig und nett mit mir umgegangen sind“, schreibt der 31-Jährige.

Brief aus dem Gefängnis an die Polizei: Mann will „sauberen Neubeginn“

In der JVA habe er seine Fehler gut verarbeiten können, für einen „sauberen Neubeginn“. „Es war wohl notwendig, dass ich sehe, wie es hier ist, um die Freiheit zu schätzen zu wissen“, schreibt der reumütige Bochumer.

Er sei spielsüchtig gewesen, ein Umstand, den er draußen nie eingesehen habe. In der JVA „nehme ich professionelle Hilfe“ in Anspruch, teilt der Mann den Beamten mit.

Brief aus dem Gefängnis an die Polizei: Bochumer soll im nächsten Jahr entlassen werden

Bei guter Führung wird der Bochumer voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres entlassen.  „Ich werde dank euch ein anderer Mensch, der ehrlich und seriös zur Arbeit geht und für seinen Sohn ein Vorbild sein wird.“

Bei der Polizei findet der Brief großen Anklang. Sie bedankt sich für die Zeilen bei dem Mann, der sich nach seiner Entlassung auch noch persönlich bedanken will, und wünscht dem 31-Jährigen und seiner Familie „alles Gute für die Zukunft“.

Zu einem schockierenden Vorfall ist es am Mittwoch (24. November) auf einem Fußweg in NRW gekommen. Ein 21-Jähriger hat einem 16-Jährigen eine Waffe an den Kopf gehalten. Auch dabei war die Polizei im Einsatz.

Auch interessant

Kommentare