Zwischen Marsberg und Brilon

Fahrender Zug im Sauerland beschossen: Fahrgäste hören Knall - dann zerspringt eine Scheibe

In Brilon wurde am Mittwoch ein fahrender Zug beschossen. Der Regionalexpress wurde bei Hoppecke von einem unbekannten Projektil getroffen.
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In Brilon wurde am Mittwoch ein fahrender Zug beschossen. Der Regionalexpress wurde bei Hoppecke von einem unbekannten Projektil getroffen. (Symbolfoto)

Die Bundespolizei ermittelt nach einem unglaublichen Vorfall im Sauerland: Ein fahrender Zug wurde am Mittwoch beschossen. Die Fahrgäste hörten einen Knall, dann zersprang eine Scheibe.

  • In Brilon wurde am Mittwoch ein fahrender Zug beschossen.
  • Der Regionalexpress wurde bei Hoppecke von einem unbekannten Projektil getroffen.
  • Die Bundespolizei ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Update, 16.35 Uhr: Ein Fahrgast, der im Zug von Marsberg nach Brilon saß, der am Mittwoch offenbar beschossen wurde, ist sich sicher, dass es sich bei der Attacke auf den Regionalexpress bei Hoppecke um einen Schuss handelte. "Mein erster Gedanke war: Wer ballert denn da draußen rum?", sagte der Mann, der nach eigenen Angaben direkt hinter der beschossenen Scheibe saß", im Gespräch mit der Redaktion. 

Es habe einen sehr lauten Knall gegeben, als das Projektil gegen die Scheibe geprallt war. "Ich habe mich im Sessel richtig erschrocken", schilderte der Fahrgast. In der Scheibe selbst habe man einen "runden Einschlag" gesehen, der seiner Meinung nach von einer Kugel stammen müsse. 

Brilon (NRW): Zug auf offener Bahnstrecke beschossen

Erstmeldung von 13.44 Uhr: Brilon (NRW) - Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben der Bundespolizei am Mittwochabend gegen 18 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Marsberg und Brilon im Sauerland (NRW). Die Bundespolizei wurde demnach darüber informiert, dass ein Regionalexpress, der sich auf dem Weg von Marsberg nach Brilon befunden habe, auf Höhe des Briloner Ortsteils Hoppecke beschossen worden sei. 

Den Beamten, die den Sachverhalt vor Ort auf nahmen, berichteten mehrere Zeugen, die sich im entsprechenden Abteil befunden hatten, übereinstimmend, dass sie während der Fahrt einen "Aufschlagsknall" gehört hätten, bevor eine Scheibe des Zuges geborsten sei. 

Brilon (NRW): Tatort liegt offenbar an Bahnübergang

Die Stelle, an der das bislang unbekannte Projektil aufgeschlagen war, lokalisierten die Einsatzkräfte bei der Überprüfung der Scheibe. "Das Glas wurde dabei jedoch nicht durchschlagen, so dass keine Fahrgäste des Zuges verletzt wurden", teilt die Bundespolizei mit. 

Nachdem der Zug in Brilon beschossen wurde, zersprang eine Scheibe. (für Vollbild oben rechts klicken)

Erste Ermittlungen der Beamten hätten ergeben, dass der vermutliche Tatort, von dem aus das Projektil auf den Zug gefeuert worden war, im Bereich des Bahnüberganges an der L870 in Brilon-Hoppecke. Der beschädigte Zug setzte laut Bundespolizei später seine Fahrt bis zum Bahnhof Brilon-Wald fort, wo die 15 Fahrgäste den Regionalexpress verließen und mit Bussen weiter reisten. 

Brilon (NRW): Bundespolizei sucht Zeugen

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und bittet die Öffentlichkeit um Hilfe. "Wer hat am Mittwochabend gegen 18 Uhr im Bereich des Bahnüberganges an der L870 Beobachtungen gemacht?", fragen die Ermittler. Hinweise nimmt die Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800/6888-000 entgegen. Zeugen können sich aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden. 

Auf der Bahnstrecke zwischen Brilon und Marsberg gab es vor einem Monat einen weiteren Aufsehen erregenden Vorfall: Ein Zug geriet auf offener Strecke in Brand, der Abschnitt war fast einen Tag lang gesperrt. In Essen hatte ein 51-Jähriger eine Flasche aus einem Zug geworfen und behauptet, er sei Adolf Hitler. Einen Anschlag mit einem Gullydeckel auf ein Regionalbahn in Bad Berleburg erschütterte viele Menschen. In dem Fall gab es aber eine schier unglaubliche Wendung

Quelle: wa.de

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