Weniger Förderschulen

Bündnis sieht Inklusions-Gesetz als gescheitert an

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Bündnissprecher Jochen-Peter Wirths

Düsseldorf - Ein Bündnis von Elternverbänden hat das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern an den nordrhein-westfälischen Schulen in der jetzigen Form für gescheitert erklärt. Statt einer flächendeckenden "Gießkannen"-Inklusion in den Regelschulen solle der gemeinsame Unterricht auf wenige, regional verteilte Schulen begrenzt werden. Das forderte das Bündnis "Rettet die Inklusion!" in Düsseldorf.

Seit dem Schuljahr 2014/15 greift in NRW ein Rechtsanspruch behinderter Kinder auf Unterricht in Regelschulen. Das Gesetz habe jedoch zu einer Verschlechterung der Förderung von Kindern mit Handicap geführt, sagte Bündnissprecher Jochen-Peter Wirths.

Die Klassen seien zu groß, es gebe zu wenige Sonderpädagogen. Zugleich drohten die Regelschulen ihr Niveau zu verlieren. Auch die Qualität der Förderschulen verschlechtere sich, weil viele Lehrer an Regelschulen abgeordnet würden. Eltern hätten weniger Wahlmöglichkeiten, weil Förderschulen geschlossen würden.

Von fast 128 000 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in diesem Schuljahr laut einer Prognose des Schulministeriums gut 42 Prozent in der Primar- und Sekundarstufe I unterrichtet. Im vergangenen Schuljahr lag die Quote bei 38 Prozent. Die Zahl der Förderschulen ist seit 2002 in NRW von 726 auf 571 gesunken. - lnw

Quelle: wa.de

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