Vogelschießen, Laschet-Besuch und Festzug

Ein Rückblick: So lief das Bundesschützenfest in Medebach - alle Fotos hier

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beglückwünschte während seines Besuches das neue Bundeskönigspaar.

Das 24. Bundesschützenfest wird wohl als das „Fest der Premieren“ in die Annalen des Sauerländer Schützenbundes eingehen. Erstmals seit dem ersten Bundesschützenfest 1956 steht mit Daniela Kotewitsch eine Frau als Bundesschützenkönigin auf der Ehrentribüne, um ihren Schützenbrüdern und Schützenschwestern beim Großen Festzug zuzuwinken. Als König steht ihr Ehemann und Oberst der „Schützenbruderschaft vom heiligen Hubertus Wamel“ Matthias Kotewitsch zur Seite.

Medebach – Die zweite Premiere beim Hochfest in Medebach: Erstmals kommen sowohl der am Freitag ermittelte Jungschützenkönig Steffen Mangels als auch die neue Bundesschützenkönigin aus derselben Bruderschaft. Um dem Reigen der Neuerungen noch die Krone aufzusetzen, ist die Bundesschützenkönigin die Tante der Bundesjungschützenkönigin Lara Kotewitsch. 

Als recht zäh erwiesen sich die „original Medebacher Königsadler“ sowohl beim Bundesjungschützenkönigsschießen am Freitag als auch in den Vorrunden des Bundeskönigsschießens am Samstag. Nachdem die „Federviecher“ relativ schnell den Großteil ihrer Federn, sprich die Flügel, gelassen hatten, gestaltete sich der Kampf um die Reste der einstmals so stolzen Vögel als schwieriges Unterfangen. 

Nach der Vorausscheidung am Samstag, bei der die 15 Finalteilnehmer für die Finalrunde ermittelt wurden, waren diese Bewerber, die aus allen sieben Kreisschützenbünden kamen, „heiß wie Frittenfett“. Nach einer knappen halben Stunde – und nur 33 Schuss – segelte der Vogel dann aus dem Kugelfang: Daniela Kotewitsch stand als erste Bundesschützenkönigin des SSB fest

Dem Bundesoberst fehlen die Worte

Großer Jubel herrschte im Festzelt, als der Bundesvorstand, die neuen Majestäten und die Wameler Schützen in das Festzelt zur Königsproklamation einzogen. Bundesoberst Martin Tillmann proklamierte die neue Königin und überreichte ihr die Königinnenkrone und die Königskette des Schützenbundes. Bei der Proklamation von Matthias Kotewitsch fehlten dem Bundesoberst allerdings zunächst die Worte. Dass eine Frau die Regentschaft übernimmt, war im Zuge der Gleichberechtigung ja nur eine Frage der Zeit. „Ihm zur Seite steht ihr... jetzt fehlen mir gerade die Worte. Ihr Bundesköniginnengemahl – ich denke mit dieser Bezeichnung können wir leben –, ihr Ehemann und Oberst Matthias Kotewitsch“, präsentierte er den ersten Regenten dieser Art. Der Bundesvorstand „genehmigte“ diese Bezeichnung einstimmig per „Daumen hoch“. 

Am Sonntagmorgen hatte sich hoher Besuch in der europäischen Schützenstadt im Sauerland angesagt. Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident und Schirmherr des Bundesschützenfestes in Medebach, war gekommen, um im Anschluss an eine heilige Messe seine Grußworte an die versammelten Schützen des kurkölnischen Sauerlandes zu richten, ehe er sich im Rahmen einer kleinen Feierstunde ins Goldene Buch der Stadt Medebach sowie ins Goldene Buch des Sauerländer Schützenbundes eintrug. 

Lob von allen Seiten für die Veranstalter

Um 12.30 Uhr startete dann der Höhepunkt des Bundesschützenfestes. 247 Schützenvereine, -bruderschaften und -gesellschaften, 61 Musikkapellen und Spielmannszüge mit rund 12.000 Teilnehmern marschierten durch Medebach an der Ehrentribüne vorbei zum Festplatz, um dort noch einige Stunden in den fünf großen Festzelten und in der Schützenhalle schöne Stunden in der wohl größten Gemeinschaft Westfalens zu feiern. 

Medebach hat mit der Organisation und der Durchführung des Bundesschützenfestes wieder einmal auf hervorragende Weise bewiesen, dass der Titel „Europäische Schützenstadt“, den die Stadt seit 2004 offiziell trägt, absolut berechtigt ist – das war von allen Seiten zu hören. 

Medebacher ziehen postivies Fazit

Zufrieden waren aber nicht nur die Besucher, sondern auch die Veranstalter selbst: "Wir sind sehr zufrieden, alles hat sehr, sehr gut geklappt", sagte Thomas van Dyck, zweiter Vorsitzender der Medebacher Schützen. Zwar sei das fest eine riesige Herausforderung gewesen, doch mit dem "Mega-Team" aus Schützen, Vorstandsfrauen, Behörden, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sei es möglich gewesen, alles zu schaffen. Insgesamt habe es nur kleinere Probleme gegeben, die aber allesamt gelöst werden konnten. 

Als Höhepunkte des Festes bezeichnete van Dyck zum einen den Besuch von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und zum anderen die Tatsache, dass erstmals eine Frau den Vogel aus dem Kugelfang geholt hat, was aus seiner Sicht zwar Wellen geschlagen habe, "aber ganz klar im Positiven Sinne." Dass zudem Königs- und Jungschützenkönigspaar beide aus einem Ort kommen, "hat dem Vogelschießen im wahrsten Sinne noch die Krone aufgesetzt".

Während für die Gastvereine mit ihrer Abreise das Fest beendet war, steht für die Medebacher noch einige Arbeit an: "Erst einmal brauchen wir bestimmt noch eine Woche für den Abbau, dann wird alles abgerechnet", erklärte van Dyck.

Bundesschützenfest in Medebach - die Fotos von Freitag:

Bundesschützenfest 2019 in Medebach: Der Freitag

Bundesschützenfest in Medebach - die Fotos von Samstag:

Bundesschützenfest 2019 in Medebach: Der Samstag

Bundesschützenfest in Medebach - die Fotos von Sonntag:

Bundesschützenfest 2019 in Medebach: der Sonntag

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Bundesschützenfest 2019 in Medebach: der Festzug - Teil 1

Bundesschützenfest 2019 in Medebach: der Festzug - Teil 2

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Bundesschützenfest 2019 in Medebach: der Festzug - Teil 3

Bundesschützenfest 2019 in Medebach: der Festzug - Teil 4

Quelle: wa.de

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