Inzidenz steigt

Dortmund warnt Urlauber: Trügerischer Corona-Fehler schleppt Delta-Variante ein

Rückkehrende Urlauber lassen die Corona-Zahlen in Dortmund steigen. Mit im Gepäck haben nicht wenige die Delta-Variante. Die Stadt hat ernste Befürchtungen.

Dortmund – Seit dem 20. Juli ist die Corona*-Inzidenz in Dortmund* wieder zweistellig. Seitdem klettert der Wert unerbittlich nach oben. Ein Faktor: Zurückkehrende Urlauber. Die Stadt hat nun ernste Befürchtungen und sendet einen Appell. RUHR24* nennt die Details.

StadtDortmund
7-Tage-Inzidenz21,9 (Stand 30. Juli)
Bislang genesene Personen28.000

Dortmund: Corona-Zahlen steigen – auch Reisende an Inzidenz Schuld

So meldete die Stadt am Donnerstag (29. Juli), dass acht der 20 Corona-Neuinfektionen von Reisenden stammten. Tags zuvor kamen neun von 27 Corona-Neuinfizierten von einer Reise.

Die Sommerferien sind in NRW am 5. Juli gestartet. Zwei Wochen später zeigt sich das anhand steigender Corona-Zahlen*. Stand 30. Juli hatte Dortmund eine Inzidenz von 21,9. Zu Beginn der Sommerferien am 5. Juli lag der Wert noch bei 6,1.

Beunruhigt ist die Stadt Dortmund vor allem, weil sich die sehr ansteckende Delta-Virusvariante derzeit stark ausbreitet. Viele dieser Ansteckungen seien laut Gesundheitsamt auf eine Reise zurückzuführen (hier weitere Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Dortmund: Delta-Variante des Coronavirus wird auch aus dem Urlaub eingeschleppt

Zum Hintergrund: Die Delta-Virusvariante ist in vielen Urlaubsländern stärker verbreitet als in Deutschland. Auch die Inzidenzen befinden sich im Ausland häufig auf einem deutlich höheren Niveau als aktuell zwischen Flensburg und München. Am 29. Juli sah die Sieben-Tage-Inzidenz in beliebten Urlaubsländern so aus:

Spanien373,4
Großbritannien313
Frankreich212,4
Portugal202,5
Niederlande193,3
Griechenland173,2
Türkei137,5
Dänemark94,8
Schweiz58,4
Italien55,4
Österreich31
Deutschland16

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt in seinem Wochenbericht vom 29. Juli „eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen“ fest. Die drei am häufigsten genannten Infektionsländer im Ausland der übermittelten Covid-19-Fälle in Deutschland waren zwischen Meldewoche 26 und 29: Spanien (1247), Türkei (249) und die Niederlande (203). Es folgen:

  • Kroatien: 197
  • Griechenland: 180
  • Russland: 154
  • Frankreich: 119
  • Italien: 78
  • Österreich: 74
  • Dänemark: 55

Gleichzeitig genießen viele Dortmunder in Hochinzidenzgebieten ihre verdienten Ferien. Die Befürchtung der Stadt: „Eine unbeschwerte Urlaubsstimmung führt möglicherweise zu sorglosem Verhalten und zu mehr bzw. neuen Kontakten.“

Dortmund warnt vor trügerischer Delta-Variante des Coronavirus

Das Trügerische an der Delta-Variante sei, dass sie kurz nach einer Infektion nicht von einem Schnelltest erkannt werde. Heißt: Wer sich kurz vor dem Abflug oder der Abfahrt nach Deutschland noch im Ausland schnelltesten lässt, hält möglicherweise einen falsch-negativen Test in der Hand und wähnt sich in falscher Sicherheit. Erst Tage nach der Infektion mit der Variante ist das Virus gut nachweisbar.

Die Stadt Dortmund vermutet sogar noch einen weiteren Trugschluss bei vielen Urlaubern: Würden Symptome nach einem Urlaub auftreten, vermuteten Reisende, es sei nur eine Erkältung. Schließlich habe der Corona-Schnelltest ja „negativ“ angezeigt. Reisende würden ihre Symptome laut Stadt zum Beispiel auf eine zu kalt eingestellte Klimaanlage zurückführen.

Und dann gibt es schließlich die Reisenden, die zwar infiziert sind, aber keine Symptome spüren. Selbst geimpften Dortmundern könne dies passieren. Auch sie seien laut Stadt eine potenzielle Gefahr für Ungeimpfte – zumal aktuell nicht wenige Dortmunder darauf verzichten, sich ihre Zweitimpfung zu holen* – was noch gefährlicher ist.

Dortmund bittet Bürger: Nach Ankunft von einer Reise auf das Coronavirus testen lassen

So kommt das Dortmunder Gesundheitsamt zum Schluss: Wer von einer Reise zurück nach Deutschland kommt, sollte sich unmittelbar nach der Ankunft auf das Coronavirus testen lassen – egal ob geimpft oder nicht. Ein weiterer Test ein paar Tage nach der Ankunft gibt schließlich (fast) endgültige Sicherheit.

Zusätzlich sollten Reiserückkehrer bis zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Dortmund penibel auf Regeln wie das Abstandhalten, das Masketragen oder das Lüften achten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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