Verbote in der Corona-Pandemie

Dortmund verbietet Passanten die Currywurst auf dem Heimweg – FDP ist empört

Jeder soll in Dortmund weiterhin legal seine Wurst essen dürfen, fordert die FDP. Auch da, wo eigentlich die Maskenpflicht gilt. Die Corona-Verordnung werde strenger ausgelegt, als nötig.

Dortmund – Kalte und pappige Pommes? Für die FDP in Dortmund ist das allemal ein Grund sich zu empören, berichtet RUHR24.de*. Allerdings geht es dabei weniger um die – im besten Falle – knusprigen Kartoffelstäbchen, sondern eher um die aus Sicht der FDP unnötig strenge Auslegung der Corona-Schutzverordnung in Dortmund.

StadtDortmund
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Corona 7-Tages-Inzidenz77,3 (1. Februar)

Dortmund: FDP empört über Essensverbot in der Innenstadt

Anlass für die Verärgerung der FDP in Dortmund ist ein Essensverbot, welches in der Innenstadt von Dortmund herrscht. Dabei geht es der Stadt eigentlich nicht darum, Passanten vom essen abzuhalten. Doch in der Dortmunder Innenstadt herrscht Maskenpflicht*. Zum Schutz vor dem Coronavirus*. Und zum Essen, Rauchen und Trinken muss die Maske nun mal abgenommen werden.

Aus diesem Grund ist auch das Rauchen unter anderem auf dem Westenhellweg in Dortmund untersagt. Beim Trinken wird bislang eine Ausnahme gemacht – solange diese nicht überreizt wird (mehr News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de).

Der Fraktion FDP und Bürgerliste geht das Verbot dennoch zu weit. Aus sich der Partei stelle die Stadt mit der überaus strengen Auslegung der Corona-Verordnung das Verständnis der Bürger für alle Anti-Corona-Maßnahmen aufs Spiel: „Die Stadt ist dabei, die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für die Corona-Maßnahmen zu gefährden“, so FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Kauch. „Wenn man jetzt in der Innenstadt nicht einmal mehr eine Bratwurst essen kann, hat das mit Infektionsschutz nichts mehr zu tun. Es wird skurril“, kommentiert er (alle News aus Dortmund* auf RUHR24.de).

Zwar habe die Stadt Dortmund nach der Corona-Schutzverordnung das Recht, eine Maskenpflicht in der Innenstadt zu verhängen. Doch gleichermaßen habe die Stadt auch die Möglichkeit, Ausnahmen dieser Regel festzulegen. Im Übrigen sei die Dortmunder Interpretation der Corona-Verordnung in NRW sowieso viel strenger, als gefordert (mehr News zum Coronavirus im NRW-Live-Ticker* auf RUHR24.de).

Dortmund: Ausnahmen von der Maskenpflicht statt Verbot gefordert

Allerdings heißt es auf der Seite des Landes NRW tatsächlich: „Eine Alltagsmaske ist unter anderem in geschlossenen Räumen im öffentlichen Raum, wenn dort Besucherverkehr herrscht, sowie auf Märkten und ähnlichen Verkaufsstellen im Außenbereich zu tragen.“ Das direkte Umfeld einer Currywurst-Bude in der Innenstadt könnte also durchaus unter das Verbot fallen.

Keine Pommes auf dem Heimweg? Die Dortmunder FDP ist gegen ein Essensverbot in der Innenstadt

Nach Ansicht der Dortmunder FDP müsse unbedingt zwischen sinnvollen Corona-Schutzmaßnahmen und eben solchen unterschieden werden, die aus Sicht der Partei und vieler Bürger keinen Sinn ergeben. So sei – anders als beispielsweise in einer U-Bahn – durchaus mit der Corona-Schutzverordnung vereinbar, wenn man „an einem ruhigen Ort die Maske abnehmen darf, um seine Wurst zu essen“. Vorausgesetzt natürlich, man hält sich unter freiem Himmel auf und nicht in direkter Nähe der Pommesbude.

Die FDP fordert daher: „Wer auf dem Weg von der Arbeit einen Imbiss einnehmen möchte, soll das dürfen.“ Nicht nur, weil sonst Currywurst, Pommes und Co. kalt würden, sondern auch aus einem ganz anderen, für die FDP äußerst triftigen Grund: Warum mache die Stadt Dortmund „ohne jeden Nutzen für den Infektionsschutz“ auch noch die letzte Möglichkeit der gebeutelten Gastronomie kaputt, Geld zu verdienen? *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel/dpa

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