Neue Regeln

Lockerungen für Corona-Geimpfte und Genesene in NRW: So funktioniert der Nachweis

Für Corona-Geimpfte und Genesene in NRW gelten seit Montag Lockerungen - etwa für den Friseur oder „Click and Meet“. So funktioniert der Nachweis.

Hamm - Neue Regeln für Geimpfte in Nordrhein-Westfalen: Für Personen mit einer vollständigen Corona-Impfung wie auch für Menschen, die von einer Infektion mit dem Coronavirus genesen sind, gelten seit Montag, 3. Mai, gewisse Lockerungen. So müssen sie zum Beispiel beim Einkaufen im Einzelhandel oder beim Friseur keinen negativen Schnelltest mehr vorlegen. Allerdings sind Fristen einzuhalten. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Vorteile für Geimpfte und Genesene in NRW: So funktioniert der Nachweis

Denn unmittelbar nach einer Zweitimpfung lassen sich die Vorteile noch nicht in Anspruch nehmen. Vorerst würde weiterhin - etwas für den Besuch beim Friseur - ein negativer Corona-Schnelltest nötig sein. Wie das NRW-Gesundheitsministerium erklärte, kann eine Immunisierung und damit eine Befreiung von der Testpflicht - etwa für „Click and Meet“-Angebote - bestätigt werden durch

  • den Nachweis einer vor mindestens 14 Tagen abgeschlossenen vollständigen Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff.
  • den Nachweis eines positiven Testergebnisses, das auf einer Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruht und mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt, oder
  • den Nachweis eines positiven Testergebnisses in Verbindung mit dem Nachweis der mindestens 14 Tage zurückliegenden Verabreichung mindestens einer Impfstoffdosis gegen COVID-19 (dies steht dann im Impfpass) mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff.

Die Lockerungen können vollständig Geimpfte unter Einhaltung der genannten Fristen in Anspruch nehmen, indem sie schlichtweg ihren Impfpass vorzeigen - sofern die Impfungen dort eingetragen sind. Alternativ ist ein Impfnachweis durch den Arzt möglich, sollte der Impfpass bei der Corona-Impfung nicht vorgelegen haben.

Vorteile für Corona-Geimpfte in NRW: Keine Kopie des Impfpasses nötig

Der Nachweis zum Einkaufen im Einzelhandel oder für den Friseur-Besuch erfolgt nach Angabe des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums genauso wie beim negativen Corona-Schnelltest: Neben dem Impfpass benötigt der Kunde ein Ausweisdokument (zum Beispiel Personalausweis oder Führerschein). „Hierbei reicht es, wenn man den Impfpass bzw. -nachweis zum Beispiel beim Friseur vorzeigt und während der Dienstleistung für mögliche Kontrollen bei sich hat. Man muss keine Kopie seines Impfpasses dort abgegeben“, teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Eine Maßnahme, um sich vor den im Umlauf befindlichen Impfpass-Fälschungen zu schützen, gibt es derweil noch nicht. Das NRW-Gesundheitsministerium geht davon aus, „dass die Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll mit den neuen Regelungen umgehen und ihre Testergebnisse, wie bisher auch bei den Schnelltests, im Original vorzeigen“.

Vorteile für Corona-Genesene in NRW: So funktioniert der Nachweis

Genauso verhält es sich für vollständig Genesene: Der Nachweis des positiven Testergebnisses (PCR-Test) ist in der Regel ein schriftlicher Testnachweis vom Labor oder ein digitaler Nachweis. Dieser könne dann genau in dieser Form beim Friseur, im Einzelhandel für „Click and Meet“ oder ähnlichem vorgezeigt werden. Unter Umständen „ergibt sich die Tatsache eines positiven PCR-Testes einschließlich des Datums auch aus einem Schreiben des Gesundheitsamtes zur Quarantäne“, erläuterte das NRW-Gesundheitsministerium. Auch das könne als Nachweis verwendet werden.

Dies kann in Form des Impfpasses erfolgen, wenn die Impfungen dort eingetragen sind oder mit einem zusätzlichen Impfnachweis, falls z.B. bei der Impfung kein Impfpass vorlag.

Eine nachgewiesene Immunisierung durch Impfung oder Genesung ersetzt also den Nachweis eines negativen Testergebnisses beispielsweise

  • bei „Click and Meet“ im Einzelhandel;
  • bei Dienstleistungen;
  • bei der Testpflicht in Schulen;
  • bei der Einreisequarantäne.

Von diesen Vorteilen können immer mehr Menschen profitieren. Bis zum Wochenende waren laut Robert Koch-Institut (RKI) bereits 1,3 Millionen Menschen in NRW zweimal geimpft, 650.000 Menschen galten als genesen.

Auch Bund will noch in dieser Woche mehr Rechte für Geimpfte auf den Weg bringen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begründete die Maßnahme, mit der er dem Bund zuvorgekommen war: „Es ist ein erster Schritt, Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichzustellen. Von geimpften und genesenen Menschen geht keine größere Gefahr aus als von negativ getesteten Personen. Deshalb nehmen wir für diese Personengruppe Grundrechtseingriffe insoweit wieder zurück.“

Der Bund will dahingehend aber schon bald nachlegen. Noch in dieser Woche soll die Entscheidung fallen, ob vollständig Geimpfte und Genesene in der Corona-Krise wieder mehr Rechte bekommen. Darauf verständigten sich Union und SPD nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag (3. Mai). Demnach sollen die von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) vorgeschlagenen Änderungen am Donnerstag im Bundestag und am Freitag im Bundesrat beschlossen werden. Die Mitglieder der Bundesregierung haben der Kabinettsvorlage bereits im Umlaufverfahren zugestimmt, wie aus einem Schreiben des Bundeskanzleramtes hervorgeht, das der dpa vorliegt. Zuvor hatte auch die Bild darüber berichtet.

Bund sieht auch Lockerungen für private Treffen vor

Christine Lambrecht hatte vorgeschlagen, dass vollständig Geimpfte und von Corona Genesene etwa von Auflagen für private Treffen und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen werden. Wenn belegt sei, dass von beiden Gruppen keine besondere Gefahr mehr ausgehe, müssten die Einschränkungen ihrer Grundrechte zurückgenommen werden, hatte sie argumentiert.

Geimpfte und Genesene sollen auch ohne vorherige Corona-Tests zum Beispiel Läden betreten, Zoos besuchen oder zum Friseur gehen können. Sie könnten sich dann auch mit mehreren anderen Geimpften treffen und würden bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt. Nach Reisen müssten sie nicht in Quarantäne - es sei denn sie reisen aus einem Virusvariantengebiet ein. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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