Lieferengpass bei Biontech

NRW verhängt Impfstopp in Kliniken - Auswirkungen auch auf Corona-Impfzentren

NRW stoppt vorerst die Corona-Impfungen in Krankenhäuser. Es gibt Engpässe bei den Lieferungen von Biontech. Der Start der Impfzentren verschiebt sich.

Hamm - Das Impfen ist die große Hoffnung, um das Coronavirus zu bekämpfen - und um im Leben wieder zu der Normalität zu kommen, wie sie die Menschen in Deutschland vor dem Ausbruch der Pandemie gekannt haben. Allerdings wird es in Nordrhein-Westfalen bei den Corona-Impfungen zunächst einmal Verzögerungen geben. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Corona-Impfung in NRW: Land verhängt Impfstoff in Krankenhäusern - Engpass bei Biontech-Lieferung

Denn: Wegen Engpässen bei den Impfstoff-Herstellern Biontech/Pfizer hat das NRW-Gesundheitsministerium einen sofortigen Impfstopp für die Krankenhäuser verhängt, die mit dem Produkt des Unternehmens versorgt werden. Wegen der Lieferverzögerung verschiebt NRW nach Angaben vom Mittwoch auch den Impf-Start für zu Hause lebende Über-80-Jährige.

Darüber hinaus sollen die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen sollen ihren Betrieb nun erst am 8. Februar aufnehmen - eine Woche später als geplant. Auch in Altenheimen können vorerst keine weiteren Erstimpfungen gegen Corona wegen der Verzögerungen mit dem Impfstoff von Biontech stattfinden. 

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte in einer mehrstündigen Ausschuss-Anhörung in Landtag: „Die Menge des Impfstoffes bestimmt das Tempo.“ Die Lieferverzögerungen beträfen in NRW rund 100.000 Impfdosen, die in den nächsten Tagen weniger als zugesagt kämen.

Corona-Impfung in NRW: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nennt Termin für weitere Lieferung

Karl-Josef Laumann gehe davon, dass der weitere Biontech-Impfstoff in der ersten Februar-Woche für übrige Erstimpfungen in den Altenheimen und für Mitarbeiter der Krankenhäuser von NRW vergeben werden könne. Die Zweitimpfungen in den Altenheimen mit dem Biontech-Impfstoff gingen weiter, weil die zweite Dosis zurückgelegt worden sei. 

Auch Gesundheitsstaatssekretär Edmund Heller geht davon aus, dass die Lieferverzögerungen beim Impfstoff-Hersteller Biontech bis zum Ende des ersten Quartals wieder aufgeholt sein werden. Ab etwa Mitte Februar werde von mehr Biontech-Impfstoff ausgegangen, erklärte er. 

Für den Corona-Impfstoff von Moderna gebe es insgesamt vier Liefertermine bis zur achten Kalenderwoche. Das seien noch relativ überschaubare Mengen. Nach der ersten Tranche von rund 13 000 Dosen würden in der nächsten Woche weitere 19.000 Dosen von Moderna erwartet. Um Verwechslungen auszuschließen, gehe der Moderna-Impfstoff vorerst weiter nur an die Mitarbeiter der Unikliniken. Für die Unikliniken gilt der Impfstopp nach Darstellung des Ministeriums derzeit nicht. 

Start in Impfzentren in NRW verschiebt sich - Keine Änderung bei Vergabe der Termine

An der Termin-Vergabe für die Corona-Impfung in NRW ändere sich aber nichts. Diesen können Senioren über 80 Jahre weiterhin ab Montag, 25. Januar, telefonisch vereinbaren. Dies geht ab 8 Uhr online unter www.116117.de oder telefonisch. Menschen, die im Rheinland leben, sollen die kostenfreie Rufnummer 0800 116 117 01 wählen, Menschen in Westfalen die ebenfalls kostenfreie Telefonnummer 0800 116 117 0.

Bislang wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 350.000 Menschen in NRW gegen das Coronavirus geimpft. Alleine in dieser Woche sei die Zahl der Erstimpfungen um 67000 gestiegen, etwa 30.000 weitere Verabreichungen kämen bis Ende dieser Woche noch hinzu.

Neben den Impfungen soll auch eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln in NRW dafür sorgen, die Zahlen der Neuinfektionen weiterhin nach unten zu drücken. Bund und Länder haben sich am Dienstag auf neue Maßnahmen geeinigt. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert

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